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Bei der normalen Erkältung ist die „laufende Nase" Hauptsymptom; Fieber besteht meist nicht.
Influenza-Impfstoffe aktivieren das menschliche Immunsystem und veranlassen es, Antikörper gegen den Influenza-Oberflächenrezeptor Hämagglutinin (HA) zu bilden. Der Impfschutz beginnt frühestens nach einer Woche und ist nach etwa zwei Wochen vollständig ausgebildet. Die HA-Antikörper verhindern eine Infektion, da sich die Viren nicht an ihre Zielzellen anheften können. Die Schutzwirkung dauert 6 bis 12 Monate an.
Die Impfung wird im Herbst (September bis Ende November) empfohlen, damit der Schutz rechtzeitig vor der Grippesaison aufgebaut wird. Häufig beginnt die Influenza-Aktivität in unseren Breiten erst zu Beginn des neuen Jahres; auch dann ist für Personen, die sich noch schützen wollen, eine Impfung möglich und sinnvoll, da langjährige Beobachtungen in Europa gezeigt haben, dass Epidemien auch bis Ende März / Anfang April noch anhalten können.
Die Impfstoffe enthalten keine infektiösen Partikel mehr, sondern isolierte und aufgereinigte Bestandteile (Antigene) des Virus. Sie können keine Grippe auslösen. Oft meinen Geimpfte, sie wären nun auch vor allen Erkältungsviren gefeit. Influenzaimpfstoffe können aber nur Schutz gegen die echte Virusgrippe vermitteln. Es gibt auch keine klinischen Hinweise, dass eine versehentliche Impfung in die Inkubationszeit eines Infektes oder einer Influenza-Infektion hinein zu einer Verschlimmerung der sich anbahnenden Erkrankung führen kann.
Influenza-Impfstoffe sind sehr gut verträglich. Im Verhältnis zu den jährlich verimpften Dosen werden nur sehr wenige unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs) gemeldet. Natürlich kann es zu Lokalreaktionen an der Impfstelle kommen oder kurzzeitig zu Allgemeinsymptomen wie leichtes Fieber und Unwohlsein. Diese Impfreaktionen klingen in der Regel nach einigen Tagen spontan ohne Behandlung ab.
Da das kindliche Immunsystem noch nicht mit einer Vielzahl zirkulierender Influenzaviren in
Kontakt gekommen ist, erhalten noch nie geimpfte Kinder eine Dosis für die Erstprägung (Priming), eine zweite nach ca. 4 Wochen für einen Boostereffekt. Dies gilt für alle für Kinder zugelassenen Influenza-Impfstoffe. Sie sind ab dem vollendeten 6. Monat anwendbar. Bei Kleinkindern unter 3 Jahren erfolgt eine Dosisreduktion auf die Hälfte (0,25 ml) der Standarddosis (0,5 ml).
Ältere Personen mit chronischen Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen haben das höchste Risiko, schwer oder sogar mit Todesfolge an Influenza zu erkranken. In Industrienationen treten über 90% der Influenza-assoziierten Todesfälle bei Personen über 65 Jahren auf. Während die Wirksamkeit der konventionellen Impfstoffe bei gesunden Erwachsenen sehr gut (bis 90%) ist, kann die Immunantwort bei Älteren auf Grund der nachlassenden Funktion ihres Immunsystems vermindert sein. Für ältere Patienten, die am meisten gefährdet sind, werden daher Impfstoffe benötigt, die immunogener und somit wirksamer sind. Deswegen wurde ein Impfstoff mit einem speziellen Wirkverstärker entwickelt. Klinische Studien bestätigten, dass der verstärkte (adjuvierte) Influenzaimpfstoff bei Menschen ab 65 Jahren höhere Antikörpertiter induziert als herkömmliche Impfstoffe. Höhere Antikörpertiter bedeuten einen besseren Schutz. Somit der adjuvierte Grippeimpfstoff Influenzaerkrankungen wirksamer als ein herkömmlicher Grippeimpfstoff verhindert.
Seit einiger Zeit sind so genannte Neuraminidasehemmer zum Inhalieren bzw. zur oralen Einnahme erhältlich. Sie können eine Ergänzung zur Impfung darstellen, aber nach wie vor hat die Impfung im Rahmen der Prophylaxe den höchsten Stellenwert. Der Einsatz der Neuraminidasehemmer kann sinnvoll sein für Personen, deren Immunsystem keine schützende Antikörper bilden kann oder für ungeschützte Gefährdete nach einer Infektion. Neuraminidasehemmer verhindern das Ablösen der neu gebildeten Viren von den befallenen Körperzellen; die Viren werden somit an der weiteren Ausbreitung gehindert. Allerdings müssen die Medikamente unverzüglich nach der Infektion eingenommen werden, um ihre Wirkung entfalten zu können. Die wirksamste und kostengünstigste Maßnahme zur Bekämpfung der Influenza ist und bleibt unbestritten die Impfung.
Die wichtigste ist die klinisch relevante Hühnereiweißallergie. Beachtet werden müssen auch bekannte Allergien gegen Antibiotikarückstände bzw. Allergien gegen andere im Impfstoff enthaltene Bestandteile.
In absehbarer Zeit werden Influenza-Impfstoffe nicht mehr nur mithilfe von Hühnereiern produziert werden, sondern mittels eines völlig neuen, innovativen Produktionsverfahrens (Zellkulturverfahren). Dies ermöglicht es den Herstellern im Falle einer Pandemie, den dringend benötigten Pandemieimpfstoff schneller bereitzustellen. Auch Patienten, die eine Hühnereiweißallergie haben, könnten dann problemlos geimpft werden.
Ein leichter Infekt ist nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) kein Grund, die Grippeimpfung zu verschieben. Da die eigentliche Grippesaison in den letzten Jahren meistens erst nach der Jahreswende begonnen hat, ist (trotz der vermehrten Erkältungsinfekte) der Herbst die geeignete Zeit, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Zu beachten ist, dass die Grippeimpfung nur vor einer echten Virusgrippe schützen kann, nicht aber vor Erkältungen. Banale Erkältungsinfekte, die auch in der Folgezeit nach der Impfung auftreten können, werden oftmals fälschlicherweise mit der Grippeimpfung in Zusammenhang gebracht. Da die Grippeimpfstoffe aber keine infektiösen Partikel mehr enthalten, können sie keine Infektionserkrankungen auslösen.
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