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Der Herstellungsprozess der Grippeimpfstoffe ist sehr komplex, daher kann er an dieser Stelle nur vereinfacht dargestellt werden. Da sich die Influenza-Viren kontinuierlich verändern, muss jedes Jahr ein neuer Impfstoff hergestellt werden. Die World Health Organization (WHO) überwacht permanent die Veränderung der Grippe-Viren und identifiziert die Stämme, die am wahrscheinlichsten die kommende Grippesaison bestimmen werden. Sie werden den Herstellern von Grippeimpfstoffen als Ausgangsviren (Seed Viruses) zur Verfügung gestellt.
Die Ausgangsviren werden in embryonierte Hühnereier injiziert und die Eier dann bebrütet (inkubiert), während dieser Inkubation vermehrt sich das Virus. Der zukünftige Grippeimpfstoff enthält drei verschiedene Virusstämme, die zunächst getrennt voneinander produziert werden. Da sich jeder Influenzavirusstamm im Wirtssystem Ei unterschiedlich gut vermehrt, kann die Ausbeute bei den einzelnen Grippestämmen sehr unterschiedlich sein.
Nach der Virusvermehrung werden die Eier geöffnet und die virushaltige Flüssigkeit entnommen. Die zu diesem Zeitpunkt noch infektiösen Influenzaviren werden abgetötet, in Bruchstücke zerlegt und einer Vielzahl von Reinigungs- und Konzentrierungsschritten unterworfen. So wird sicher gestellt, das die später im Impfstoff enthaltenen Viren keine Infektion auslösen können und von möglichen Verunreinigungen befreit sind. Kontinuierlich werden die Produkte der Einzelschritte auf Reinheit kontrolliert. Am Ende werden die drei getrennt voneinander verarbeiteten Stämme zu einem Impfstoff zusammengeführt. Der fertige Impfstoff wird jedes Jahr neu in klinischen Studien auf seine Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft. Erst nach Abschluss der erfolgreichen Prüfung bekommt der Impfstoff in Deutschland eine Zulassung durch das Paul-Ehrlich-Institut. Danach darf der Impfstoff erst verwendet werden. Ein Hühnerei wird in etwa für die Herstellung einer Dosis des herkömmlichen Grippeimpfstoffes benötigt.
Die kurze Zusammenfassung dieses sehr komplexen Herstellungsverfahrens (Dauer ca. 6 Monate) soll auch verdeutlichen, dass die Produktionskapazitäten nicht beliebig ausgeweitet werden können, da schon die Verfügbarkeit von Hühnereiern eine natürlich Grenze darstellt. Auch im Falle einer Pandemie kann nicht von heute auf morgen der richtige Impfstoff verfügbar sein.
Der Herstellungsprozess von Grippeimpfstoff aus embryonierten Hühnereiern ist sehr arbeitsintensiv und sehr sensibel. Deshalb beschäftigen sich alle großen Hersteller von Influenzaimpfstoffen mit der Entwicklung von alternativen Produktionsverfahren. Die Grippe-Zellkulturtechnologie stellt hier eine Innovation dar, mit dem Potential eine echte Alternative zu werden. Statt Hühnereier werden Zellkulturen zur Antigen-Produktion verwendet. Die Firma Novartis Behring hat in Marburg die erste und damals einzige Produktionsanlage in Deutschland gebaut.
Lesen Sie mehr zur neuen Technologie unter: Influenza-Zellkulturtechnologie
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