Beginn Inhaltsbereich
Beginn Navigator
Ende Navigator
Infektionsgefahr droht bei unzureichender Hygiene. Wasser ist an vielen Orten der Welt Nahrungsquelle, Müllschlucker und Verbindungsstraße in einem. Infektionsgefahren drohen, wenn Hygiene und Infrastruktur unzureichend vorhanden sind oder sogar zusammenbrechen, z. B. nach Katastrophen. Erreger der Cholera können ins Trinkwasser und in die Nahrungskette geraten und sich in kürzester Zeit bis in weit entfernte Orte verbreiten.
Cholera gefährdet sind vor allem Individualreisende in Ländern mit niedrigem Hygienestandard und fernab guter medizinischer Versorgung. Die Zahl der Cholerafälle bei deutschen Reisenden und Urlaubern ist unbekannt. Wegen der sehr kurzen Inkubationszeit von nur ein bis drei Tagen kann es sein, dass die Cholera ungeimpfte Reisende in medizinisch unterentwickelten Gefahren-Gebieten überrascht. Hauptsächlich choleragefährdet sind Abenteuer-, Rucksack- oder Trekking-Reisende, die sich in tropischen und subtropischen Verbreitungsgebieten der Cholera aufhalten.
Die Cholera beginnt entweder allmählich mit zunächst breiigen, später dünnflüssigen Durchfällen oder mit plötzlichen Brechdurchfällen. Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome kann es in wenigen Stunden kommen oder aber auch 2-5 Tage dauern. Die Durchfälle werden im weiteren Verlauf häufiger und reiswasserartig.
Durch den starken Wasser- und Elektrolytverlust kommt es zu Durstgefühl, Austrocknung der Schleimhäute, tiefliegenden Augen und Wadenkrämpfen. Der Kreislauf wird durch den Flüssigkeitsverlust stark belastet: Ein beschleunigter Puls, niedriger Blutdruck und flache, unregelmäßige Atemzüge sind erste Anzeichen eines Kreislaufschocks. Die Urinmenge nimmt ab. Koma und schweres Nierenversagen können die Folgen sein. Mit solchen Anzeichen kann die Cholera innerhalb weniger Stunden oder Tage zum Tod führen.
Kinder und Erwachsene können sich mit einem Schluckimpfstoff gegen Cholera impfen lassen.
Mehr zur Impfung und den einzuhaltenden Abständen lesen Sie unter:
Cholera-Impfung für Reisende
Trotz weltweiter Bemühungen, die Cholera durch seuchenhygienische Maßnahmen in den Griff zu bekommen, tritt diese Infektionskrankheit in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas immer wieder epidemieartig auf, oft in Zusammenhang mit Naturkatastrophen.
Durchschnittlich werden der WHO jährlich über 100.000 Erkrankungsfälle - darunter fast 2.500 Todesfälle - offiziell gemeldet. Allerdings schätzt die Weltgesundheitsorganisation, dass dieses nur etwa 5-10% der wirklichen Erkrankungen entspricht. Die übrigen Erkrankungen werden "nur" als schwere Durchfallerkrankungen wahrgenommen.
Anfang des Jahres 2006 trat eine Epidemie in Angola auf, bei der nach Angaben von UNICEF mehr als 69.000 Menschen an Cholera erkrankten und über 2.700 Menschen starben.
Seit Anfang 1991 hat sich die Cholera nach fast einem Jahrhundert auch wieder in Südamerika ausgebreitet.
Ende Inhaltsbereich