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Cook it, boil it, peel it, or forget it!
Die Beherzigung dieser einfachen Ernährungsregel auf Reisen in südliche Länder ist ein wichtiger Schritt zur Verhinderung einer Hepatitis A-Infektion, denn das Virus wird vornehmlich durch virusverseuchte Speisen, z.B. Muscheln, Salat, ungeschältes Obst sowie Gemüse oder verunreinigtes Wasser, das zum Zähneputzen, zur Bereitung von Eiswürfeln oder Speiseeis verwendet wird.
Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer fäkal-oralen Übertragung, die nicht nur durch Fäkalien in Nahrungsmitteln (z.B. Dünger bei Gemüse und Salat) erfolgen kann, sondern auch durch kontaminierte Gebrauchsgegenstände oder beim Geschlechtsverkehr (insb. bei gleichgeschlechtlichem Verkehr unter Männern).
Der Mensch ist der Hauptwirt von Hepatitis A-Viren und da die Infektion unter Menschen ansteckend ist, besteht eine Meldepflicht nach dem Bundesseuchengesetz. Das Virus ist sehr stabil. Er übersteht sogar längeres Erhitzen bei Temperaturen über 60°C und kann auch außerhalb des Wirts monatelang stabil bleiben.
Die Erkrankung beginnt zwei bis sieben Wochen nach der Infektion mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufproblemen, Durchfällen oder auch mit psychischen Reaktionen. Bei Erwachsenen kann als äußeres Zeichen eine Gelbfärbung am Augapfel oder der Haut auftreten. Diese "Gelbsucht" kommt daher, dass die entzündete Leber den Gallenfarbstoff nicht richtig verarbeiten kann. Diese Phase kann wenige Tage bis zu mehreren Wochen andauern.
Bei Kindern verläuft die Krankheit klinisch fast unauffällig. Bei älteren Menschen kann sie dagegen sehr lange dauern, vor allem wenn andere Grunderkrankungen insb. der Leber vorliegen. Die Gefahr, an Hepatitis A zu sterben, ist für ältere Menschen deutlich höher.
Anders als z.B. eine Hepatitis B wird die Hepatitis A nicht chronisch. Somit sind erkrankte Personen auch nur über einen gewissen Zeitraum (1-2 Wochen vor und bis zu einer Woche nach Auftreten der akuten Symptome) ansteckend. Unter Umständen können infizierte Säuglinge das Virus über mehrere Wochen im Stuhl ausscheiden.
Für den Fall einer Hepatitis A-Infektion gibt es keine spezifische Therapie. Es werden die allgemeinen Symptome behandelt und das konsumieren von Alkohol sollte unbedingt unterbleiben. Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.
Eine Hepatitis A-Impfung ist insbesondere für Reisende in entsprechende Risikogebiete (u.a. die meisten tropischen Gebiete, der Mittelmeerraum und Osteuropa) anzuraten und für Personengruppen in Deutschland aufgrund ihrer persönlichen oder beruflichen Situation empfohlen.
Schneller Schutz: Die einmalige Hepatitis A-Impfung sollte etwa 14 Tage vor Reisebeginn erfolgen, wobei die Impfung auch kurz vor der Reise noch möglich ist ("last minute").
Langer Schutz: Für einen langfristigen Schutz sollte die Impfung bei Erwachsenen und Kindern nach 6 bis 12 Monaten aufgefrischt werden; der Impfschutz hält dann mindestens zehn Jahre.
Mehr zur Impfung und den einzuhaltenden Abständen lesen Sie unter:
Hepatitis A-Impfung für Reisende
Der Hepatitis A-Erreger, der bei uns auch als Reisegelbsucht bezeichneten Erkrankung, kommt weltweit vor. In Europa ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu beobachten. Während Länder in gemäßigten Klimazonen mit hohem Hygienestandard eine niedrige Durchseuchungsrate aufweisen, herrscht in Gebieten mit warmem Klima eine höhere Durchseuchung vor. Das trifft schon für Reisen in Länder rund ums Mittelmeer (z.B. Spanien, Italien, Türkei, Nordafrika etc.) zu. Besonders hohe Durchseuchungsraten weisen aber vor allem beliebte Reiseziele in Asien, Afrika und Lateinamerika auf. Bei Reisen in die betroffenen Länder besteht ein sieben- bis zehnfach erhöhtes Risiko, an Hepatitis A zu erkranken, als in Deutschland. Im Zeitalter des Massentourismus ist die Hepatitis A inzwischen ein häufiges "Mitbringsel" aus Endemiegebieten.
Zu den besonders gefährdeten Personen in Deutschland zählen:
Hepatitis A-Infektionen können als Einzel-Erkrankung oder auch als Seuchen auftreten. So erkrankten 1988 in Shanghai etwa 300.000 Menschen innerhalb kurzer Zeit durch den Genuss von Muscheln. Schätzungsweise gibt es in Deutschland wohl mehr als 20.000 Krankheitsfälle pro Jahr (unter Mitberücksichtigung einer hohen Dunkelziffer).
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