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Meningokokken

Meningokokken (Neisseria meningitides) sind Bakterien, die lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen auslösen können.

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STIKO_Empfehlungen
Letzte Änderung: 05.08.2010 | Grösse: 165 kb | Typ: PDF

Meningokokken C-Animationsfilm

 

Übertragung

Meningokokken werden von Mensch zu Mensch durch eine sogenannte "Tröpfchen-Infektion" bei engem Kontakt mit einem Erkrankten oder Keimträger übertragen. Tröpfchen-Infektion bedeutet, dass Personen, die diesen Erreger auf ihren Schleimhäuten in Nase und Rachen tragen, andere Personen zum Beispiel durch Husten, Niesen, Küssen oder auch durch das gemeinsame Benutzen von Gläsern anstecken können.

Eine Übertragung passiert bevorzugt dort, wo Menschen sehr engen Kontakt haben: In Kindergärten, Schulen, aber auch bei Freizeitvergnügungen wie Diskothekenbesuchen oder Partys.

Schon ein Kuss kann es in sich haben: Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass etwa 10% der Schüler und bis zu 25% der 17-19jährigen Meningokokken-Bakterien im Nasen-Rachen-Raum tragen, ohne selbst zu erkranken. Trotzdem sind sie eine Infektionsquelle für andere, bei denen die Keime möglicherweise durch die Schleimhäute in den Körper eindringen und die gefährlichen Meningokokken-Erkrankungen auslösen können. Besonders leicht passiert diese so genannte "Invasion" der Keime bei vorgeschädigten Schleimhäuten, wie sie z.B. bei Rauchern, Passivrauchern, Allergikern oder bei Menschen mit Erkältungskrankheiten anzutreffen sind.

In Deutschland betreffen 34 Prozent der Erkrankungen Kinder unter 5 Jahren. Ein zweiter Erkrankungsgipfel tritt bei Teenagern auf: 25 Prozent der Erkrankten sind zwischen 15 und 19 Jahre alt.

Krankheitsverlauf

Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt in der Regel 3 bis 4 Tage (kann aber auch in einem Bereich zwischen 2 und 10 Tagen liegen). In Folge einer Meningokokken-Infektion kann es sowohl zu einer Gehirnhautentzündung (Meningitis) wie auch zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Etwa jede zweite Meningokokken-Erkrankung verläuft als eitrige Meningitis und in etwa 25% der Fälle ist der Verlauf durch eine Sepsis gekennzeichnet, in manchen Fällen treten auch beide Krankheitsbilder zusammen auf.

Zu Beginn einer Meningitis können unspezifische, grippeähnliche Symptome, wie hohes Fieber, Erbrechen, Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum oder starke Kopfschmerzen auftreten. Die im weiteren Verlauf auftretenden spezifischen Symptome unterscheiden sich je nach Altersgruppe. Während es bei Jugendlichen und Erwachsenen zu einer ausgeprägten Nackensteifigkeit, Lichtscheue und Gelenkschmerzen kommen kann, sind bei Säuglingen u.a. Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit und der Unwille von Berührungen mögliche Symptome.

Im Zuge der Meningitis können Komplikationen auftreten, so kann die Entzündung auf das Gehirn (Meningoenzephalitis) bzw. Rückenmark (Meningoenzephalomyelitis) übergreifen. In der Folge kann es zu bleibenden neurologischen Schäden, z.B. Lähmungen oder Gehörverlust, und psychischen Schäden, z.B. geistiger Behinderung oder Verhaltensauffälligkeiten, kommen.

Kommt es zu einer schellen Vermehrung der Meningokokken im Blut, dann besteht für den Infizierten das Risiko einer Blutvergiftung (Sepsis) bis hin zum septischen Schock. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts tritt bei etwa einem Viertel der Meningokokken-Erkrankungen eine Sepsis auf. Bei ca. 10-15% der Erkrankten kommt es zu einer besonders schweren Form des septischen Schocks, dem Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, welches auch bei sofortiger intensivmedizinischer Behandlung durch eine sehr hohe Sterberate gekennzeichnet ist.

Beim Schock kommt es zu einem akut einsetzenden generalisierten Kreislaufversagen, welches zu einer zunehmenden Schädigung von Geweben und Organen durch die Minderdurchblutung und -versorgung führt. Im späten Stadium des Schocks kommt es zur Schädigung der Organe und schlimmstenfalls zum Organversagen. Gekennzeichnet ist die Sepsis durch einen Hautausschlag, der überall am Körper in Form einer Ansammlung winziger roter Flecken beginnen kann und sich rasch zu frisch aussehenden Hämatomen (blauen Flecken) ausweitet.

Innerhalb von 24 Stunden können Meningokokken bei einem vollkommen gesunden Menschen zu schwersten Erkrankungen führen.

Impfung

Aufgrund der Komplexität des Bakteriums sind verschiedene Serogruppen zu unterscheiden, und nicht gegen alle Serogruppen sind Impfstoffe verfügbar. Derzeit stehen in Deutschland Impfstoffe gegen die Serogruppen A, C, Y, W135 zur Verfügung. Die überwiegende Mehrzahl der Meningokokken-Infektionen in Europa ist auf Meningokokken der Serogruppen B und C zurückzuführen. Während ein wirksamer Impfstoff gegen Meningokokken-Erkrankungen der Gruppe B noch nicht verfügbar ist, können die sogenannten Konjugatimpfstoffe gegen die Serogruppe C bereits ab dem 3. Lebensmonat angewandt werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO), das Expertengremium für Impffragen am Robert Koch-Institut in Berlin, empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C mit einem konjugierten Meningokokken-C-Impfstoff für alle Kinder im 2. Lebensjahr zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Zudem ist eine Impfung für besonders gefährdete Personen empfohlen. Es stehen auch zwei Polysaccharid-Impfstoffe gegen die Serogruppen A, C (erst ab einem Alter von 3 Jahren) bzw. A, C, W 135, Y zur Verfügung.

Verbreitung

Erkrankungen durch Meningokokken treten weltweit auf. Insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent im sogenannten Meningitisgürtel kommt es immer wieder zu größeren Epidemien - überwiegend durch Meningokokken der Serogruppen A und C. In Europa und Nordamerika sind es überwiegend die Meningokokken der Serogruppen B und C, die für Infektionen verantwortlich sind. In der Regel kommt es in Industrieländern nur noch zu Einzelerkrankungen oder kleineren Ausbrüchen.


  

Weitere Informationen im Internet

Ausführliche Informationen zu Meningitis und Meningokokken sowie zur Impfung finden Sie im Internet unter: www.meningitis.de


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Meningokokken

Meningokokken unter dem Mikroskop
Meningokokken unter dem Mikroskop

Mehr zur Impfung gegen Meningokokken:

Die Impfung gegen Meningokokken C zählt in Deutschland zu den Standardimpfungen.

Weitere Informationen im Internet

Link zu www.meningitis.de

Meningokokken C Informationsbroschüre als PDF-Download

Meningokokken C - Informationsbroschüre

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