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Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) wird von Mensch zu Mensch über Blut und andere Körperflüssigkeiten, im Wesentlichen Sperma und Vaginalsekret, übertragen. Häufigster Übertragungsweg sind ungeschützte Sexualkontakte. Die Übertragungswahrscheinlichkeit über den Mund ist sehr gering.
Eine Übertragung über Blut erfolgt meist in Form einer gemeinsamen Verwendung von Spritzen - z.B. beim Spritzen von Drogen - oder durch Stich- und Schnittverletzungen an kontaminierten Instrumenten.
Kein Infektionsrisiko stellen Körperkontakte im alltäglichen sozialen Miteinander, die gemeinsame Benutzung von Geschirr, Besteck u.ä. sowie die gemeinsame Benutzung sanitärer Einrichtungen dar. HIV wird nicht über Speichel, Tränenflüssigkeit, Tröpfcheninfektion oder durch Insektenstiche und auch nicht über Nahrungsmittel oder Trinkwasser übertragen.
Es gilt:
Die Inkubationszeit für eine HIV-Infektion beträgt in der Regel vier bis sechs Wochen. Ab diesem Zeitpunkt sind Antikörper im Blut nachweisbar. Fällt ein HIV-Test 12 Wochen nach einem vermeintlichen Infektionsrisiko negativ aus, kann eine Infektion mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Sechs Tage bis sechs Wochen nach Infektion wird bei einem Teil der Infizierten ein akutes Krankheitsbild mit Fieber, Lymphknotenschwellung, z.T. Durchfall und schmerzhaften Schluckbeschwerden beobachtet. Dieses auf 1-2 Wochen limitierte Krankheitsbild ist häufig so schwach ausgeprägt, dass von dem Betroffenen in der Regel kein Arzt aufgesucht wird.
Danach folgt ein symptomfreies Stadium der HIV-Infektion, das Monate bis viele Jahre andauern kann. Patienten mit Immunschwäche erhalten lebenslang eine medikamentöse Prophylaxe. Symptome einer chronischen HIV-Infektion sind meist unspezifische Störungen des Allgemeinbefindens, Veränderungen an Haut und Schleimhäuten oder Magen-Darm-Beschwerden. Phasen deutlicher Krankheit folgen Phasen völliger oder weitgehender Beschwerdefreiheit. Allen Patienten gemeinsam ist eine ausgeprägte und unwiderrufliche Störung der zellulären Immunabwehr.
AIDS (Aquired Immune Deficiency Syndrom) ist das Spätstadium der HIV-Infektion. Während dieses Stadiums ist eine Infektion aller Organe mit jedem Erreger möglich. Häufig sind Lungenentzündung, Hirnabszesse oder Tuberkulose. Ab Diagnosestellung AIDS beträgt die Sterblichkeit 100% in einem Zeitraum von zwei bis sieben Jahren.
Jeder Infizierte ist lebenslang potenziell ansteckungsfähig. Dabei ist die Ansteckungsfähigkeit in den ersten Wochen nach der Infektion, bevor sich die körpereigenen Abwehrstoffe gebildet haben, besonders hoch. Danach sinkt die Infektiosität in der Regel und nimmt bei fortgeschrittenem Immundefekt und dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome wieder zu.
Eine Impfung gegen HI-Viren gibt es trotz jahrelanger Bemühungen noch nicht.
HI-Viren sind weltweit verbreitet. Hauptbetroffene in Nordamerika und Europa sind männliche Homosexuelle, in Afrika sind es Heterosexuelle, in Südostasien sowie Süd- und Osteuropa Heterosexuelle und Drogenabhängige.
Die wirksamste Maßnahme zur Eindämmung der AIDS-Epidemie ist Aufklärung zur Vermeidung von Neuinfektionen. Zum Schutz vor der sexuellen Übertragung von HIV sollten bei Geschlechtsverkehr mit neuen oder wechselnden Sexualpartnern grundsätzlich immer Kondome verwendet werden. In einer Partnerschaft sollte vor dem Verzicht auf Kondome der HIV-Status abgeklärt werden.
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