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Schutzimpfungen - 20 Einwände und Antworten der Experten

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht. Einige Menschen lehnen daher Impfungen für sich und ihre Kinder ab. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht auf seiner Homepage www.rki.de Informationen für Ärzte und Patienten rund um das Thema Impfen. Hier gehen Experten auch auf die 20 häufigsten Einwände von Impfgegnern ein. In dieser Stelle wollen wir Ihnen die 20 Einwände und die entsprechenden Antworten der Experten vorstellen.

Einwand 1: "Die Wirksamkeit von Impfungen wurde niemals belegt."

Antwort der Experten:
Das Arzneimittelrecht schreibt vor, dass ein Medikament nur dann zugelassen werden darf, wenn der Hersteller in experimentellen und klinischen Studien die Wirksamkeit beweisen konnte. Die Ergebnisse der Zulassungsstudien werden der europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) bzw. dem Bundesamt für Sera und Impfstoffe vorgelegt, dem Paul-Ehrlich-Institut. Erst nach ausführlicher Prüfung und Nutzen-Risiko-Bewertung erhält ein neuer Impfstoff die Zulassung.

Neben diesem rein rechtlichen Argument lässt sich der Einwand aber auch durch Beispiele aus der Praxis widerlegen. So sank in der Bundesrepublik das Vorkommen der Kinderlähmung seit der Einführung der Schluckimpfung von 4.700 Fällen im Jahr 1961 auf weniger als 50 im Jahr 1965. Die Impfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b, das bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Hirnhautentzündungen verursachen kann, senkte die Erkrankungszahlen in den neuen Bundesländern von jährlich 100-200 auf weniger als 10.

Einwand 2: "Keiner der behaupteten krank machenden Erreger wurde bisher gesehen, isoliert und als existent bewiesen."

Antwort der Experten:
Die Herstellung von Impfstoffen erfolgt auf der Basis von abgeschwächten bzw. abgetöteten Krankheitserregern oder ihren Bestandteilen. Ohne eine genaue Kenntnis der Erreger wäre also die Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen gar nicht möglich.

Zu den Verdiensten von Robert Koch gehört die Entwicklung fester Nährböden zur Züchtung von Bakterien, auf denen sich die Mikroorganismen rasch soweit vermehren können, dass die Kolonie mit bloßem Auge erkennbar wird. Er entdeckte auch die Milzbrandsporen und wies so als erster den ursächlichen Zusammenhang zwischen einem Mikroorganismus und der entsprechenden Infektionskrankheit nach.

Von zahlreichen Bakterien und Viren liegen uns heute licht- oder elektronenmikroskopische Bilder vor. Außerdem sind sogar die genetischen Codes von zahlreichen Erregern bekannt.

Einwand 3: "Schutzimpfungen schützen nicht langfristig und müssen ständig wiederholt werden."

Antwort der Experten:
Dieser Einwand richtet sich gegen die Tatsache, dass die meisten Impfungen von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden müssen, um ihren Schutz nicht zu verlieren. Ob eine Impfung überhaupt aufgefrischt werden muss und wie häufig das geschehen sollte, ist jedoch von Erreger zu Erreger sehr unterschiedlich. Bei Masern, Mumps und Röteln reichen beispielsweise zwei Impfungen im Säuglingsalter für einen lebenslangen Schutz aus.

Bei anderen Krankheiten, wie z.B. Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten, hält der Impfschutz dagegen nur 5-10 Jahre an. Wenn man sie überlebt, kann man jedoch auch an den entsprechenden Krankheiten (Tetanus, Diphtherie oder Keuchhusten) theoretisch mehrmals im Leben erkranken. Auch der Immunschutz, den man durch die Krankheit erwirbt, hält nämlich nicht das ganze Leben lang an.

Einwand 4: "Man kann trotz Impfung erkranken."

Antwort der Experten:
Kein Medikament wirkt bei allen Menschen, die es anwenden, gleich gut. Ebenso wenig gibt es einen Impfstoff, der alle Geimpften zu 100% vor der Erkrankung schützt. Die Wahrscheinlichkeit, mit der man sich an einer Infektionskrankheit anstecken kann, lässt sich mit Impfungen jedoch deutlich reduzieren. So erkranken beispielsweise rein statistisch gesehen 97-98% der Ungeimpften an Masern, wenn sie in Kontakt mit dem Erreger kommen. Bei Geimpften sind es dagegen nur 2-3%.

Ist der Immunschutz noch nicht oder nicht mehr vollständig aufgebaut, etwa weil ein Säugling noch nicht alle erforderlichen Impfungen erhalten hat oder bei einem Erwachsenen die Auffrischimpfung vergessen wurde, kann auch nicht mit einer zuverlässigen Schutzwirkung gerechnet werden. Diese ist erst nach dem Erhalt aller erforderlichen Einzeldosen und auch nur bei regelmäßiger Auffrischung vollständig gegeben.

Einwand 5: "Das Durchmachen von Krankheiten ist für eine normale Entwicklung des Kindes wichtig und bewirkt einen besseren Schutz als eine Impfung."

Antwort der Experten:
Belege für diese Behauptung gibt es keine.
Schutzimpfungen gibt es nur gegen rund ein Dutzend Erreger von besonders gefährlichen Krankheiten. Das Immunsystem eines geimpften Kindes muss sich täglich jedoch mit sehr vielen anderen Keimen auseinandersetzen - ohne dass es dafür aufgrund der Impfungen weniger gut gerüstet wäre. Außerdem stellt auch die Impfung selbst ein "Training" für das Immunsystem dar.

Hinzu kommt, dass Kinder durch Infektionen in ihrer Entwicklung auch zurückgeworfen werden können. Schwere Komplikationen oder sogar Todesfälle lassen sich mit Impfungen vermeiden.

Einwand 6:  "Wir Eltern haben diese Infektionskrankheiten auch durchgemacht und gut überstanden"

Antwort der Experten:
Viele Kinderkrankheiten heilen in der Tat folgenlos aus. Gar nicht so selten kommt es jedoch zu schweren Komplikationen, deren Wahrscheinlichkeit sich durch die Impfung deutlich verringern lässt. Die gefürchtete Masern-Enzephalitis beispielsweise, eine Entzündung des Gehirns, die zu bleibenden Hirnschäden führen oder sogar tödlich verlaufen kann, kommt unter ungeimpften Kindern bei ca. 1 von 1.000 Masern-Erkrankungen vor. Unter Geimpften ist es nur 1 von 1 Million, die Wahrscheinlichkeit ist also 1.000 Mal geringer.

Weiter führen die Experten des Robert Koch-Instituts an, dass es früher die Möglichkeit für viele Impfungen noch gar nicht gab. Doch habe es früher auch keine Anschnallgurte im Auto, Motorrad- oder Fahrradhelme gegeben. Heute gäbe es all diese Schutzmöglichkeiten und sie würden gerne genutzt.

Einwand 7: "Ein Baby bekommt mit der Muttermilch auch Abwehrstoffe, dieser natürliche Schutz reicht doch aus."

Antwort der Experten: 
Richtig ist, dass bereits in der Schwangerschaft Antikörper von der Mutter auf das Ungeborene übertragen werden. Nach der Geburt erhält das gestillte Baby weiterhin den sogenannten Nestschutz. Diese mit der Muttermilch übertragenen Antikörper werden allerdings sehr schnell abgebaut, sodass dem Kind jeglicher Schutz fehlt, sobald es abgestillt wurde.

Die Mutter gibt über die Milch auch solche Antikörper an ihr Kind weiter, die sie selbst aufgrund von Impfungen erworben hat. Gegen manche Erreger werden allerdings weder bei einer durchlaufenen Erkrankung noch bei einer Impfung Abwehrstoffe gebildet, die in die Muttermilch übergehen. Das bedeutet, dass das Neugeborene gegen diese Krankheiten keinen Nestschutz erhält. Ein Beispiel hierfür ist der Keuchhusten.

Einwand 8: "Frauen, die eine Erkrankung selbst durchgemacht haben, geben ihren neugeborenen Kindern mehr Abwehrstoffe gegen Infektionen mit als geimpfte Mütter."

Antwort der Experten: 
Ob und wie viele Antikörper die Mutter über das Stillen an ihr Kind weitergibt, wie groß also der sogenannte Nestschutz ist, ist von Erreger zu Erreger unterschiedlich. Bei Masern, Mumps und Röteln stimmt es, dass geimpfte Mütter weniger Abwehrstoffe auf ihr neugeborenes Kind übertragen als Frauen, die Antikörper gegen diese Erreger aufgrund einer durchgemachten Erkrankung selbst gebildet haben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grundimmunisierung gegen diese drei Krankheiten bereits ab dem vollendeten 11. Lebensmonat.

Für andere Erreger trifft diese Behauptung hingegen nicht zu. So bildet die Mutter beispielsweise weder bei einer Impfung gegen Keuchhusten noch bei einer durchgemachten Keuchhusten-Erkrankung Antikörper, die auf das Kind übertragen werden. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt daher eine Immunisierung der Kontaktpersonen noch vor der Geburt des Kindes.

Bei Tetanus und Diphtherie besteht für Neugeborene geimpfter Mütter ein Nestschutz, der bei Neugeborenen von Müttern, die eine Infektion durchgemacht haben, nicht nachweisbar ist.

Einwand 9: "Zu frühe Impfungen setzen bereits Kinder vermeidbaren Risiken aus."

Antwort der Experten:
Bevor die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine Impfempfehlung aussprechen, erfolgt immer eine genaue Abwägung des Nutzens gegen die möglichen Risiken.

Es gibt keine Belege dafür, dass Säuglinge Impfungen generell schlechter vertragen würden als ältere Kinder. Da aber einige Infektionskrankheiten für Säuglinge gefährlicher sind als für ältere Kinder (Beispiele hierfür sind Infektionen mit dem Bakterium Haemophlius influenzae und der Keuchhusten), sollten die Impfungen gegen diese Erreger bereits nach dem vollendeten 2. Lebensmonat erfolgen.

Einwand 10: "Durch die vielen Impfungen und Mehrfachimpfstoffe wird das Immunsystem des kleinen Kindes überlastet."

Antwort der Experten:
Richtig ist, dass Kinder heutzutage gegen mehr Krankheiten geimpft werden als früher. Da die modernen Impfstoffe hoch gereinigt sind und in vielen Fällen nur noch Teile der Erreger enthalten, ist die Belastung durch beim Impfen übertragene Fremdmoleküle allerdings nicht gestiegen, sondern sogar gesunken. Allein der alte Keuchhusten-Impfstoff beinhaltete rund 3.000 molekulare Fremdstoffe. Dagegen sind es in allen derzeitigen Schutzimpfungen zusammen nur noch 150.

Hinweise darauf, dass Mehrfachimpfstoffe das Immunsystem überlasten würden, gibt es keine.

Einwand 11: "Impfungen verursachen die Erkrankungen, gegen die sie schützen sollen."

Antwort der Experten:
Wenn ein Impfstoff abgeschwächte, aber noch lebensfähige Erreger enthält, kann es tatsächlich in Folge einer Impfung zu krankheitsähnlichen Symptomen kommen. Ein von Impfgegnern gerne angeführtes Beispiel hierfür sind die sogenannten "Impfmasern", die bei ca. 5% der geimpften Kinder vorkommen. Allerdings verläuft dieser masernartige Hautausschlag weitaus ungefährlicher als die richtigen Masern und ohne Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen.

Seit in Deutschland die Schluckimpfung gegen die Kinderlähmung von einer Spritzimpfung abgelöst wurde, kann auch diese Erkrankung nicht mehr durch die Impfung ausgelöst werden.

Fieber, Übelkeit, Schläfrigkeit und Rötungen an der Einstichstelle sind harmlose und vorübergehende Impfreaktionen, die mit den Infektionskrankheiten, gegen die geimpft wurde, nichts zu tun haben.

Einwand 12: "Impfungen fördern Allergien."

Antwort der Experten:
Dieser Einwand hat seinen Ursprung in der Beobachtung, dass heutzutage nicht nur mehr geimpft wird, sondern auch die Zahl der Allergien zunimmt. Für einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Entwicklungen gibt es jedoch keinen wissenschaftlich haltbaren Beweis.

Dagegen sprechen nicht nur viele wissenschaftliche Studien, sondern auch eine Erfahrung aus der jüngsten deutschen Vergangenheit: In der ehemaligen DDR bestand allgemeine Impfpflicht und fast alle Kinder wurden geimpft. Dennoch gab es dort kaum Allergien. Die Zahl der Allergien stieg in Ostdeutschland erst nach der Wende an, als gleichzeitig die Impfraten sanken.

Einwand 13: "Die Nebenwirkungen und Risiken von Impfungen sind unkalkulierbar"

Antwort der Experten:
Ende der neunziger Jahre stellte eine Gruppe von britischen Forschern die These auf, die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln könne Autismus begünstigen. Inzwischen haben jedoch die Ergebnisse mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen diese Theorie widerlegt. Ebenso wenig konnten die vermuteten Zusammenhänge zwischen Impfungen und Diabetes bzw. Multipler Sklerose wissenschaftlich belegt werden.

Ein Problem bei der Erfassung und Beurteilung von impfbedingten Nebenwirkungen besteht darin, dass Impfungen so häufig durchgeführt werden, dass gesundheitliche Beschwerden oft rein zufällig im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung auftreten. In Deutschland werden alle Verdachtsfälle von Impfkomplikationen an eine zentrale Stelle am Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet. Im Jahr 2005 gab es 3 Verdachtsfälle pro 100.000 verabreichten Impfdosen, bei ca. einem Drittel der Fälle ergab die Prüfung durch die Experten des PEI keinen ursächlichen Zusammenhang.

Einwand 14: "Impfstoffe enthalten gefährliche Chemikalien, mit denen die Kinder wissentlich vergiftet werden."

Antwort der Experten:
Einige Impfstoffe enthalten Formaldehyd, Phenol, Aluminium- und Quecksilberverbindungen in äußerst geringen Konzentrationen unterhalb der offiziellen Grenzwerte. Die Substanzen erfüllen wichtige Aufgaben, indem sie Impfviren abtöten, die Immunantwort verstärken oder den Impfstoff haltbar machen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das amerikanische "Institute of Medicine" sowie die europäische Arzneimittelbehörde (EMEA) sind mittlerweile unabhängig voneinander zu der Einschätzung gekommen, dass die vor einigen Jahren geäußerte Vermutung, das quecksilberhaltige Konservierungsmittel Thiomersal könne die Entwicklung von Autismus begünstigen, nach heutigem Kenntnisstand nicht haltbar ist.

Einwand 15: "Bei der Impfstoffherstellung kann es zu Verunreinigungen kommen, die für Erkrankungen wie BSE und AIDS verantwortlich sind."

Antwort der Experten:
Ist die Verwendung von Blutprodukten bei der Impfstoffherstellung unumgänglich, sorgen strengste Kontrollen sowie spezielle Verfahren zur Reinigung während der Herstellung dafür, dass keine ungewollten Krankheitserreger in den Impfstoff gelangen.

Ist beispielsweise bei der Anzucht mancher Impfviren das Serum von Kälbern als Nährmedium notwendig, so dürfen dabei nur zertifizierte Produkte aus BSE-freien Ländern wie Neuseeland verwendet werden. Ist man auf das Blut von menschlichen Spendern angewiesen, wird dieses systematisch auf Erreger wie HIV und Hepatitisviren getestet. Eigene Verfahren im weiteren Verlauf der Herstellung sorgen dafür, dass eventuell unentdeckte Viren abgetötet werden.

Einwand 16: "Es gibt Ärzte, die vom Impfen abraten."

Antwort der Experten:
Ärzte, die alle Impfungen prinzipiell ablehnen, gibt es nur wenige. Einige Mediziner sind jedoch in der Tat gegenüber einzelnen Impfungen kritisch eingestellt. Für die Beurteilung von Impfungen spielen allerdings auch bei Ärzten nicht immer nur wissenschaftliche Gründe eine Rolle. Die persönliche Einschätzung wird vielmehr ebenso von religiösen und philosophischen Überzeugungen mitgeprägt.

Eine Befragung von 200 homöopathisch orientierten Ärzten vor einigen Jahren ergab, dass diese die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung fast ebenso häufig verabreichten wie ihre schulmedizinischen Kollegen. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte beurteilte die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) in einer Stellungsnahme aus dem Jahr 2002 als "sorgfältig erwogen".

Einwand 17: "Die meisten der Krankheiten, gegen die geimpft wird, treten in Deutschland gar nicht mehr auf."

Antwort der Experten:
Dass Krankheiten wie Kinderlähmung oder Diphtherie in Deutschland selten geworden sind, ist bereits der Erfolg von Impfprogrammen. Sinkende Impfraten können allerdings zu einer Renaissance dieser Erkrankungen führen. Beispiele hierfür sind Ausbrüche von Kinderlähmung in niederländischen Gemeinden, deren Bewohner Impfungen aus religiösen Gründen ablehnten, und Diphtherie-Wellen in den ehemaligen Sowjet-Staaten, wo nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Impfraten zurückgingen.

Auch in Deutschland ist man vor diesen Erkrankungen folglich nicht sicher: In Zeiten des globalen Tourismus gibt es auch für die Erreger von Infektionskrankheiten keine Landesgrenzen.

Einwand 18: "Impfungen sind überflüssig, da die Krankheiten zum Beispiel mit Antibiotika behandelt werden können."

Antwort der Experten:
Die Möglichkeiten der medikamentösen Therapie von Infektionskrankheiten sind in der Tat besser geworden, doch haben sie nach wie vor ihre Grenzen. Viren lassen sich mit Antibiotika überhaupt nicht bekämpfen und auch manche Bakterien sind nur äußerst schwer zu behandeln. Tetanus, Keuchhusten oder Meningokokken-Infektionen können auch bei moderner Therapie tödlich verlaufen.

Impfungen und andere Medikamente können sich auch ergänzen: So sorgen bestimmte Impfungen dafür, dass eine Infektionskrankheit einen milderen Verlauf nimmt, der dann mit Antibiotika therapierbar ist.

Einwand 19: "Der Rückgang von Erkrankungen ist eine Folge verbesserter Hygiene und Ernährung und hat nichts mit Impfungen zu tun."

Antwort der Experten:
Wohlstand und Hygiene können in der Tat zur Vermeidung von Infektionskrankheiten beitragen. Beispiele für Krankheiten, deren Erreger über unsauberes Trinkwasser verbreitet werden, sind Hepatitis A, Typhus und Cholera.

Dennoch gibt es keinen pauschalen Zusammenhang zwischen hygienischen Bedingungen und infektiösen Erkrankungen, da manche Erreger auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden, so z.B. Masern-, Hepatitis B und Polioviren.

Die Ansteckungswahrscheinlichkeit etwa bei Masern hängt direkt damit zusammen, wie viele Kinder gegen die Erkrankung geimpft sind. Beim Erreichen einer Impfquote von 95% ließe sich die Krankheit, die in vielen Ländern der dritten Welt immer noch viele Todesopfer fordert, sogar gänzlich ausrotten.

Einwand 20: "Mit Impfungen will die Pharmaindustrie nur Geschäfte machen."

Antwort der Experten:
Impfstoffe, die in der Regel nur einige Male verabreicht werden, dürften den Herstellern bei weitem nicht so viel einbringen wie z.B. Medikamente gegen chronische Krankheiten, die der Patient sein Leben lang einnehmen muss. Zudem lassen sich mithilfe von Impfungen oft die teuren Behandlungskosten von Infektionskrankheiten einsparen oder reduzieren.

Statistisch betrachtet senkt allein die Impfung gegen Keuchhusten die Behandlungskosten in Deutschland um 200 Millionen Euro jährlich.

(Quelle: RKI)


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