Beginn Inhaltsbereich
Schon bisher hat die Stiftung 4,5 Milliarden US-Dollar (etwa 3,2 Mrd. Euro) für Impfstoffe für Entwicklungsländer gespendet. „Impfstoffe sind ein Wunder - mit nur wenigen Dosen schützen sie ein Leben lang vor tödlichen Krankheiten", betonte Melinda Gates. „Wir haben Impfstoffe zur höchsten Priorität der Gates Foundation gemacht."
Zusammen mit der Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI Alliance) wird eine signifikante Aufstockung lebensrettender Impfstoffe in Entwicklungsländern angestrebt. Durch eine Abdeckung von 90 Prozent - neue Impfstoffe gegen schweren Durchfall (Diarrhö) und Lungenentzündung (Erreger Pneumokokken) inbegriffen - könnte nach einer US-Modellrechnung in den nächsten zehn Jahren das Überleben von etwa 7,6 Millionen Kindern unter fünf Jahren gesichert werden. Darüber hinaus könnten nach Einschätzung der Stiftung weitere 1,1 Millionen Kinder vor dem Tod bewahrt werden, wenn ein Malaria-Impfstoff ab 2014 schnell eingeführt wird. Potenziell ließen sich also bis zu 8,7 Millionen Leben im nächsten Jahrzehnt retten.
Die Stiftung weist auf die Fortschritte von Impfprogrammen in Entwicklungsländern in den vergangenen Jahren hin:
Viele Fortschritte in der Impfstoffentwicklung der vergangenen Jahre wurden durch öffentlich-private Partnerschaften wie der GAVI Alliance vorangetrieben. Diese koordinieren die Ressourcen und Kompetenzen von Impfstoffunternehmen, Spendern, UNICEF, WHO, Weltbank und den Entwicklungsländern.
Die GAVI Alliance wurde auf dem Weltwirtschaftsforum vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Die Organisation hat 257 Millionen Kinder zusätzlich mit Impfstoffen erreicht und damit schätzungsweise fünf Millionen Menschen vor dem Tod bewahrt. In den kommenden Jahren will sich GAVI auf die schnelle Einführung von Impfstoffen gegen Durchfall und Lungenentzündung konzentrieren.
Weitere Milliardensummen sind jedoch nötig, um das Ziel einer 90-prozentigen Abdeckung im Impfschutz von Kindern zu erreichen. Kritische Finanzierungslücken belasten die GAVI und die weltweiten Programme zur Bekämpfung von Kinderlähmung und Masern. Bill und Melinda Gates riefen daher Regierungen und Privatpersonen dazu auf, kritische Finanzierungslücken für Impfprogramme zu schließen.
In einem Kommentar zur Ankündigung der Gates-Stiftung sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan: „Das große Engagement der Gates-Stiftung für Impfstoffe ist beispiellos, jedoch nur ein Bruchteil dessen, was nötig ist. Es ist absolut entscheidend, dass sich Politik und Wirtschaft mehr dafür einsetzen, besonders bedürftige Kinder mit lebensrettenden Impfstoffen zu versorgen."
Quelle: Ärzte Zeitung, Januar 2010
Ende Inhaltsbereich