Wer sich vor Erkrankungen schützt, zeigt Verantwortung. Denn jeder Ungeschützte kann sich anstecken, erkranken und wieder andere anstecken. Er kann aber auch Träger des Erregers sein und diesen – ohne selbst zu erkranken – auf andere Menschen übertragen.

 

 

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Neben den Standardimpfungen können weitere Impfungen sinnvoll sein, zum Beispiel gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Hepatitis B, Hepa­titis A, Influenza, Pneumokokken oder Meningokokken. Solche Impfungen werden vor allem Menschen mit einem Immundefekt oder einer chronischen Krankheit empfohlen sowie bei Fernreisen. Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.

Erwachsene

Für Erwachsene gibt es folgende Impfungen:

Erreger: Cholera-Bakterien (Vibrio cholerae der Serogruppen O1 und O139)

Übertragungsweg: Fäkal-oral, häufig über kontaminierte Lebensmittel und Trinkwasser.

Inkubationszeit: Wenige Stunden bis 3 Tage (abhängig von der Anzahl aufgenommener Bakterien).

Krankheitsverlauf: Die Erkrankung beginnt plötzlich mit Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Oft starke Durchfälle, die zunehmend wässrig werden (Reiswasserstühle). Bei schwerem Verlauf kann es zu starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten und als Folge zu Nierenversagen und Kreislaufschock kommen. Unbehandelt kann die Erkrankung bis zu 60 % tödlich verlaufen. Frühzeitig behandelt verstirbt ca. 1 % der Erkrankten.

Häufigkeit und Verbreitung: Ursprünglich im Gangesdelta endemisch. Mittlerweile hat sich die Erkrankung auf mehrere Kontinente verbreitet. In Ländern mit einem niedrigen Hygienestandard treten Fälle vermehrt auf und können lokale Epidemien verursachen.

Impfung empfohlen für: Aufenthalte in Infektionsgebieten, speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen, z. B. in Flüchtlingslagern oder bei Naturkatastrophen.

Grundimmunisierung: Orale Impfung bei Erwachsenen und Kindern möglich. Die Impfung besteht aus 2-3 Impfungen im entsprechenden Abstand, je nach Alter. Die Immunisierung sollte mindestens 1 Woche vor einem möglichen Kontakt abgeschlossen sein. 

Auffrischung: Schluckimpfung für Kinder und Erwachsene. Für Personen ab 6 Jahren eine Dosis innerhalb von 2 Jahren. Für Kinder von 2 bis 6 Jahren eine Auffrischung innerhalb von 6 Monaten empfohlen.

  Wann ist eine Cholera-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190004, Nov19

Erreger: Diphtherie-Bakterium (Corynebacterium diphtheriae).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion. Auch gesunde Keimträger können die Diphtherie übertragen.

Inkubationszeit: Meist zwei bis fünf Tage, selten länger.

Krankheitsverlauf: Beginnt mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber, Schluckbeschwerden, entzündlichen Belägen im Nasen-Rachen-Raum, Heiserkeit, Husten. Der Erreger hat die Fähigkeit, ein Gift zu bilden, welches zu Herzmuskelschäden und Nervenlähmungen führen kann. Bei nicht ausreichender und vor allem zu später Behandlung verläuft sie oft tödlich.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nicht lebenslänglich.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle, ab dem 2. Lebensmonat.

Grundimmunisierung: Vier Impfungen, 3 im Abstand von einem Monat, die vierte 9-12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung: Auffrischimpfungen mit 5-6 Jahren und 9-16 Jahren, ab 18 Jahren alle 10 Jahre.

  Wann ist eine Diphtherie-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190005, Nov19

Erreger:  FSME-Virus

Übertragungsweg: Durch den Stich einer infizierten Zecke oder in seltenen Fällen durch den Verzehr von Rohmilch und Rohmilchprodukte von infizierten Schafen oder Ziegen.

Inkubationszeit: 7 bis 14 Tage (maximal 30 Tage).

Krankheitsverlauf: Krankheitssymptome bei 10 bis 30 % der Infizierten. Die Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Beschwerden, nach einer beschwerdefreien Zeit von 1 bis 3 Wochen kann es bei einem Teil der Erkrankten zu hohem Fieber mit zentralnervösen Symptomen (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen bis zum Koma oder Krampfanfall) kommen.
Im Kindesalter kann es vorwiegend zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung), im höheren Lebensalter außerdem zu einer schweren Enzephalitis, zum Teil mit neurologischen Ausfällen, Defektheilung (bleibende Schäden) oder Todesfolge kommen.

Häufigkeit und Verbreitung: In Deutschland sind die Risikogebiete vorwiegend in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen (verschiedene Landkreise), Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld), südliches und östliches Thüringen, Saarland (LK Saar-Pfalz-Kreis), Sachsen (LK Vogtlandkreis) und und Niedersachsen (LK Emsland). Einzelfälle wurden auch in anderen Bundesländern gemeldet. Eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland finden Sie hier: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_FSME.pdf?__blob=publicationFile, Quelle: RKI. In vielen europäischen Ländern (z. B. Österreich, Schweiz, Tschechien, Slowakei, Polen), aber auch aus Teilen Asiens wie Sibirien, der Mongolei und China werden Infektionen beim Menschen gemeldet.

Impfung empfohlen für: Personen, die sich in Deutschland in den FSME-Risikogebieten aufhalten; beruflich Gefährdete, wie z. B. Laborpersonal, Forstarbeiter und Personen die außerhalb Deutschlands in FSME-Gebiete reisen.

Grundimmunisierung: Drei Impfungen mit einem für die entsprechende Altersklasse zugelassenen Impfstoff nach Angaben des Herstellers. 1. und 2. Impfung im Abstand von zwei Wochen bis drei Monaten und die 3. Impfung 5- bis 12 Monate nach der 2. Impfung, je nach Herstellerangaben. Es gibt auch verschiedene Schnellimpfschemata.

Auffrischimpfung: Nach 3 bis 5 Jahren mit einem für die entsprechende Altersklasse zugelassenen Impfstoff nach Angaben des Herstellers.

  Wann ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190006, Nov19

Erreger: Influenzaviren A und B.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Wenige Stunden bis drei Tage.

Krankheitsverlauf: Plötzlich einsetzende Symptomatik mit hohem Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl, Kopf-, Muskel-, Gliederschmerzen, Husten. Dauer der Symptomatik etwa eine Woche. Komplikationen: Mittelohrentzündung, schwerer Verlauf mit akutem Herz-Kreislauf-Versagen oder schwer und heftig verlaufende Lungenentzündung mit Todesfolge.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nur hinsichtlich des Virusstammes, der die Erkrankung verursacht hat.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung. Vorkommen hauptsächlich im Winter (auf der südlichen Hemisphäre ist der Winter um sechs Monate verschoben).

Impfung empfohlen für:Personen ab 60 Jahren; Schwangere ab dem 2. Trimenon (bei erhöhter Gefährdung ab 1. Trimenon); Personen ab 6 Monate mit einem Grundleiden, wie z. B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten, Immundefizienz bzw. Immunsuppression oder HIV-Infektion; Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen und Personen, die mit Risikopersonen leben oder diese betreuen; medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr oder Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und für Reisende über 60 Jahren oder mit Indikationen (für andere Reisende nach Risikoabwägung).

Grundimmunisierung: Impfung mit dem aktuellen, für die Saison empfohlenen Impfstoff. Je nach Impfstoff sollten Kinder bis zum vollendeten 9. Lebensjahr, die noch nie gegen Grippe geimpft wurden, nach einem Zeitraum von mindestens 4 Wochen eine zweite Dosis bekommen.

Auffrischimpfung: Jährlich (mit dem jeweils aktuellen Impfstoff).

  Wann ist eine Grippe (Influenza)-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190011, Nov19

Erreger: Varizella-Zoster-Virus (VZV bzw. Windpocken-Virus)

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion durch Kontakt mit dem Bläscheninhalt (siehe auch Windpocken). Die Erkrankung Gürtelrose wird nicht übertragen.

Inkubationszeit: Wenige Stunden bis 3 Tage (abhängig von der Anzahl aufgenommener Bakterien).

Krankheitsausbruch: An einer Gürtelrose kann man sich nicht anstecken. Es handelt sich vielmehr um eine Reaktivierung der Windpockenviren, die nach einer Windpockenerkrankung im Körper schlummern. Ein nachlassendes Immunsystem erlaubt diese Wiederbelebung inform einer Gürtelrose anstecken. Wird das VZV an einen Menschen übertragen, der noch nicht mit VZV infiziert ist, erkrankt dieser an Windpocken.

Krankheitsverlauf: Bevor sich der Hautausschlag bildet fühlt man sich meist abgeschlagen und müde. Es kann zu leichtem Fieber und einem Kribbeln unter der Haut kommen. Nach 2 bis 3 Tagen zeigt sich ein juckender, stechender und brennender Bläschenausschlag auf einer Körperseite. Dieser hält bis zu fünf Tage an, danach trocknet er über sieben bis zwölf Tage aus.

Komplikationen: Häufig treten Komplikationen am zentralen Nervensystem, Haut, Ohr oder Auge auf. Die häufigste Komplikation ist die Post Zoster Neuralgie (PZN), definiert als ein vorhandener Schmerz oder ein wiederkehrender stechender Schmerz spätestens 3 Monate nach dem Krankheitsbeginn. Dieser kann, im ungünstigen Fall, über Monate oder sogar Jahre anhalten. Weitere Komplikationen bei einer Gürtelrose im Kopfbereich (sogenannter Zoster Ophthalmicus oder Zoster Oticus) sind Sehstörungen, Sehverlust oder Gesichtslähmung.

Immunität nach Erkrankung: Durch eine Gürtelrose wird eine Immunantwort hervorgerufen, die das Windpockenvirus in der Regel in Schach hält. Die Wahrscheinlichkeit an einer 2. Gürtelrose zu erkranken liegt bei gesunden Erwachsenen bei 1-3 %.

Häufigkeit und Verbreitung: Deutschlandweit erkranken jährlich ca. 400.000 Menschen an Gürtelrose. Jeder Dritte erkrankt ein Mal im Laufe des Lebens an Gürtelrose.

Impfung für: Erwachsene im Alter von 50 Jahren und älter.

Grundimmunisierung: Das Grundimmunisierungsschema besteht je nach Impfstoff aus ein oder zwei Dosen.

Auffrischimpfung: Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht beantwortet werden. Weitere Studien hierzu laufen.

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DE/ZOS/0076/18, Sep18

Erreger: Hepatitis-A-Virus.

Übertragungsweg: Hauptsächlich durch Schmierinfektionen (fäkal-oral) bei mangelnder Hygiene nach dem Toilettengang, schlechte hygienische Verhältnisse sowie auch über verunreinigte rohe Lebensmittel (Muscheln, Salate, Obst, Gemüse) oder Trinkwasser, direkten Kontakt mit Stuhl von Erkrankten.

Inkubationszeit: Zwei bis sechs Wochen.

Krankheitsverlauf: Variabel, altersabhängig. Man unterscheidet einen Verlauf ohne Symptome (bei Kindern häufig) und einen akuten Verlauf (6 Wochen bis 6 Monate). Symptome sind uncharakteristisch mit Fieber, Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Appetitlosigkeit, Gelbsucht. Die Symptome sind bei Erwachsenen oft schwerer als bei Kindern oder Jugendlichen. Die Sterblichkeit liegt bei bis zu 3 % bei Personen ab dem 49. Lebensjahr. Keine chronischen Verläufe.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen, besonders in allen Ländern mit niedrigem Hygienestandard. Hepatitis A ist nach Grippe die häufigste Reisekrankheit, die durch Impfung vermeidbar ist. Die Verbreitungsgebiete decken sich mit zahlreichen beliebten Reiseländern am Mittelmeer oder in Asien, Afrika, Osteuropa und Südamerika.

Impfung empfohlen für: Reisende in Gebiete mit hohem Hepatitis-A-Infektionsrisiko, Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen (z. B. Hämophile) oder mit Krankheiten der Leber/mit Leberbeteiligung, Personen mit einem Sexualverhalten mit erhöhtem Expositionsrisiko, Personal im Gesundheitsdienst, Kanalisations- und Klärwerksarbeiter, Tätigkeit in Kindertagesstätten und Kinderheimen u. ä., Kontaktpersonen zu Erkrankten.

Grundimmunisierung: Zwei Injektionen mit Hepatitis-A-Impfstoff im Abstand von 6 bis 12 Monaten.

Auffrischimpfung: Schutzdauer voraussichtlich mindestens 30 Jahre.

 

  Wann ist eine Hepatitis A-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190009, Nov19

Erreger: Hepatitis-B-Virus.

Übertragungsweg: Durch Körperflüssigkeiten (z. B. Blut), Sexualkontakte (Vaginalsekret, Sperma), während der Geburt von der Mutter auf das Kind.

Inkubationszeit: Ein bis sechs Monate.

Krankheitsverlauf: Variabel, altersabhängig. Es gibt den Verlauf ohne Symptome, den akuten Verlauf und den chronischen Verlauf. Beschwerden sind Müdigkeit, Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Lebervergrößerung, Gelbsucht. Die chronische Erkrankung kann zu Leberzirrhose (Schrumpfleber) sowie Leberkrebs führen und tödlich enden. Das Hepatitis-B-Virus ist 100-mal infektiöser als das Aids-Virus.

Immunität nach überstandener Erkrankung: Lebenslang. Allerdings bleiben 10 % der infizierten Erwachsenen chronische Virusträger. Sie bilden eine Ansteckungsquelle für andere (in Deutschland gibt es derzeit ca. 500.000 chronische Virusträger).

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Ein hoher Anteil an Virusträgern (bis zu 30-mal höher als in Mitteleuropa) findet sich vor allem in Afrika, Mittel- und Südamerika, Südostasien und Ozeanien.

Impfung empfohlen für:1. Personen, bei denen wegen einer vorbestehenden oder zu erwartenden Immundefizienz bzw. -suppression oder wegen einer vorbestehenden Erkrankung ein schwerer Verlauf einer Hepatitis-B-Erkrankung zu erwarten ist

2. Personen mit einem erhöhten nichtberuflichen Expositionsrisiko, z. B. Kontakt zu HBsAg-Trägern in Familie/Wohngemeinschaft, Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko, i. v. Drogenkonsumenten, Gefängnisinsassen, ggf. Patienten psychiatrischer Einrichtungen

3. Personen mit einem erhöhten beruflichen Expositionsrisiko, z. B. expositionsgefährdetes Personal in medizinischen Einrichtungen (einschließlich Auszubildender, Labor- und Reinigungspersonal), Ersthelfer, Polizisten, Personal von Einrichtungen, in denen eine erhöhte Prävalenz von Hepatitis-B-Infizierten zu erwarten ist (z. B. Gefängnisse, Asylbewerberheime, Behinderteneinrichtungen)

4. Reisende, individuelle Gefährdungsbeurteilung erforderlich

Grundimmunisierung: Drei Impfungen (zwei im Abstand von einem Monat, die dritte 6 Monate nach der ersten) mit Hepatitis-B-Impfstoff.

Auffrischimpfung: Nach 10 Jahren bei Personen mit besonders hohem individuellem Expositionsrisiko. Immundefiziente häufiger. Siehe Empfehlung der STIKO (www.rki.de).

  Wann ist eine Hepatitis B-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190010, Nov19

Erreger: Humane Papillomviren (HPV). Mehr als 200 Typen sind bekannt

Grundvoraussetzung für die Entstehung von Krebs durch HPV: Eine andauernde (persistierende) Infektion mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) ist Voraussetzung für die Entstehung von HPV-bedingten Krebsarten. Dazu gehören Gebärmutterhalskrebs sowie Scheiden-, Vulvakrebs, Penis- und Analkarzinome. Eine Übertragung der Viren in den Mundraum kann zudem zur Entstehung von Mund-, Hals- und Rachentumoren führen. Aktuelle Daten weisen auch auf eine mögliche Beteiligung von HPV-Viren an Kolorektalkarzinomen hin. Neben bösartigen Tumoren können HP-Viren auch Warzen an Haut und Schleimhäuten im Genitalbereich oder im Mund und am Kehlkopf hervorrufen.

Übertragungsweg: Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, sehr häufig durch sexuelle Kontakte. Aber auch durch Haut-zu-Haut-Kontakt ist eine Übertragung im Genitalbereich möglich. Durch Oralverkehr kann eine Übertragung vom Genitalbereich auf den Mund- und Rachenraum erfolgen. Die Ansteckungsgefahr besteht bei sexueller Aktivität ein Leben lang

Inkubationszeit: Von der Infektion bis zur Krebsentstehung am Gebärmutterhals vergehen meist ca. 10 bis 30 Jahre. Bereits die Behandlung der Krebsvorstufen kann vielfältige Komplikationen verursachen (z. B. höhere Früh- und Fehlgeburtenrate durch operative Eingriffe am Gebärmutterhals). Die Dauer bis zur Entstehung von anderen durch HPV bedingten Krebsarten ist weniger gut untersucht.

Krankheitsverlauf: Die Infektion mit HPV verursacht selten Symptome. Bei Frauen treten Schmerzen im Bereich des Unterleibs meist erst dann auf, wenn bereits Gebärmutterhalskrebs entstanden ist. Im Rahmen der jährlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung können Zellveränderung und Krebsvorstufen festgestellt werden. Für andere Krebsarten existieren keine speziellen Vorsorgeuntersuchungen. Gewebsveränderungen, Krebsvorstufen und Tumore können bei einer körperlichen Untersuchung entdeckt werden.

Immunität nach Erkrankung: In der Regel keine. Das bedeutet, eine erneute Ansteckung ist möglich. Grundsätzlich kann man gleichzeitig mit unterschiedlichen HPV-Typen infiziert sein, z.B. mit Viren, die Warzen auf der Haut verursachen und solchen, die Schleimhäute, z.B. in der Scheide oder im Mund befallen.

Häufigkeit und Verbreitung: Humane Papillomviren kommen weltweit vor und sind weit verbreitet. Bei den unter 30-jährigen Frauen liegt die Infektionsrate bei 25%. Für Männer liegen keine verlässlichen Zahlen vor, da sie aber Geschlechtspartner von infizierten Frauen sein können, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Infektionsrate mindestens in der gleichen Größenordnung liegt.

Impfung empfohlen für: Für alle Kinder und Jugendlichen (Jungen und Mädchen) im Alter von 9 bis 14 Jahren. Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden.

Grundimmunisierung: Im Alter von 9 bis 14 Jahren ist ein 2-Dosen-Impfschema mit einem Impfabstand von mindestens 5 bis höchstens 13 Monaten zugelassen. Bei Nachholimpfungen oder der Vervollständigung einer Impfserie im Alter von > 14 Jahren, oder bei einem Impfabstand von < 5 Monaten zwischen der 1. und 2. Dosis ist eine 3. Impfstoffdosis erforderlich.

Auffrischimpfung: Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht beantwortet werden. Weitere Studien hierzu laufen.

  Wann ist eine Humane Papillomvirus (HPV)-Impfung sinnvoll?

NP-DE-CER-WCNT-190001, Apr19

Erreger: Keuchhusten-Bakterium (Bordetella pertussis).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, bei direktem Kontakt mit Kranken.

Inkubationszeit: Meist 9-10 Tage, kann auch bis zu 20 Tage dauern.

Krankheitsverlauf: In drei verschiedenen Stadien über Wochen und Monate andauernde, schwerste Hustenanfälle, diese evtl. krampfartig und mit Atemnot. Folgeerkrankungen wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Erkrankungen des Gehirns können auftreten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann Keuchhusten untypisch verlaufen und wird vielfach spät oder gar nicht erkannt. Komplikationen: Hirnblutungen Rippenbrüche, Hernien.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nicht lebenslänglich.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle Personen ab dem 2. Lebensmonat.

Grundimmunisierung: Vier Impfungen, 3 im Abstand von einem Monat, die dritte 9-12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung: 1. und 2. Auffrischimpfung 5-6 Jahre und 9-17 Jahre; alle Erwachsenen sollen die nächste fällige Tetanus- und Diphtherie-Impfung einmalig als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfung erhalten. Frauen im gebärfähigen Alter; enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (Großeltern), Personal im Gesundheitsdienst und Gemeinschaftseinrichtungen alle 10 Jahre.

  Wann ist eine Keuchhusten-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190013, Nov19

Erreger: Poliomyelitis-Viren (drei Typen: Typ I, Typ II, Typ III).

Übertragungsweg: Hauptsächlich durch Schmierinfektionen (fäkal-oral) sowie auch über verunreinigte rohe Lebensmittel (Muscheln, Salate, Obst, Gemüse) oder Trinkwasser, direkter Kontakt mit Stuhl von Erkrankten.

Inkubationszeit: 3 bis 35 Tage.

Krankheitsverlauf: Variabel, 90 % der Infizierten haben keine Symptome, 4 bis 5 % haben ein grippeähnliches Krankheitsbild mit Durchfall und Erbrechen. Bei weniger als 5 % kommt es zu einer Hirnhautentzündung, bei 1 % tritt eine bleibende Lähmung auf.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang, aber nur gegen den betreffenden Virustyp (Typ I, Typ II oder Typ III).

Häufigkeit und Verbreitung: Europa, Amerika und Australien gelten als frei von Kinderlähmung. Erkrankungen treten u. a. in Nigeria, Afghanistan und Pakistan auf.

Impfung empfohlen für: Alle Säuglinge; Jugendliche von 9–17 Jahren; alle Personen bei fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung, alle Personen ohne einmalige Auffrischung; Reisende in Endemiegebiete; Personal in Gemeinschaftsunterkünften für Aussiedler, Flüchtlinge und Asylbewerber bei der Einreise aus Gebieten mit Kinderlähmungsrisiko; medizinisches Personal.

Grundimmunisierung: für Säuglinge: 4 Impfungen 
für Jugendliche und Erwachsene: 2 oder 3 Impfungen, je nach Herstellerangaben

Auffrischimpfung: Vom 9. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr einmalige Auffrischung für alle Personen, danach nur noch für Reisende in Risikogebiete und andere Risikogruppen (siehe oben), z. B. als Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung.

  Wann ist eine Kinderlähmung (Polio)-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-200019, Apr20

Erreger: Masern-Virus.

Übertragungsweg: Direktkontakt oder als Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Meist 8 bis 12 Tage bis zum Auftreten der ersten erkältungsähnlichen Symptome; 12 bis 15 Tage bis zum Beginn des typischen Hautausschlags.

Krankheitsverlauf: Zweiphasiger Verlauf. Beginn mit Fieber und Erkältungserscheinungen, später folgt hohes Fieber und der typische Hautausschlag. Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung sind häufige Komplikationen. Noch gefährlicher ist die Gehirnentzündung (Enzephalitis), da 30 % der Betroffenen daran sterben, bei weiteren 25 % bleiben geistige und körperliche Dauerschäden zurück.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung. In wenigen Ländern mit konsequenter Impfpolitik (wie USA, Skandinavien mit zweimaliger Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln) erfolgreich eliminiert. Die Ausrottung der Masern ist ein erklärtes Ziel der deutschen Gesundheitspolitik.

Impfung empfohlen für: Seit dem 1.März 2020 ist diese Impfung eine Pflichtimpfung. Alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr müssen beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen. Gleiches gilt für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind wie z.B. Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal (soweit diese Personen nach 1970 geboren sind). Eine komplette Auflistung derer, die von dieser Pflicht betroffen sind, sowie weitere Informationen zum Masernschutzgesetz finden Sie hier. Nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.

Grundimmunisierung: Die Impfung gegen Masern sollte mit einem Kombinationsimpfstoff (Masern-Mumps-Röteln oder Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Impfstoff) durchgeführt werden, in der Regel im Alter von 11 – 14 Monaten. Eine zweite Impfung sollte mit einem Abstand von ≥ 4 Wochen erfolgen, spätestens jedoch bis zum 2. Geburtstag, um den frühestmöglichen Impfschutz zu erreichen. Personen, die nach 1970 geboren wurden und nicht geimpft sind, erhalten eine einmalige Impfung, vorzugsweise mit einem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff. Dies gilt auch für Personen ab 18 Jahren, die in der Kindheit nur einmal geimpft wurden. Personen deren Impfstatus unklar ist (z.B. kein Impfpass vorhanden), erhalten ebenfalls eine einmalige Impfung.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Masern-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-200018, Apr20

Erreger: Meningokokken (Neisseria meningitidis), verschiedene Serogruppen: in Deutschland vor allem A, B, C, W und Y.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion (z. B. durch Niesen, Husten, Sprechen oder Küssen).

Inkubationszeit: Unterschiedlich, 2 bis 10 Tage, meist 3-4 Tage.

Krankheitsverlauf: Zu Beginn unspezifische Symptome die einem grippalen Infekt ähneln mit hohem Fieber, Erbrechen, starken Kopfschmerzen; hinzukommen können Nackensteifigkeit, Blutdruckabfall und Organversagen. Die Erkrankung kann zu Spätfolgen führen und tödlich verlaufen.

Immunität nach Erkrankung: Es entsteht kein genereller Schutz gegen Meningokokken-Erkrankungen.

Häufigkeit und Verbreitung: Einziges Reservoir ist der Mensch; bis zu 10 % der Erwachsenen tragen die Erreger im Nasen-Rachenraum ohne selbst zu erkranken. Erkrankungen sind selten – etwa 300 Fälle pro Jahr in Deutschland – können jedoch innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.

Impfung empfohlen für: Alle Kinder möglichst früh im 2. Lebensjahr (Serogruppe C); U.a. gesundheitlich gefährdete Personen oder Reisende (Serogruppe B / Serogruppen ACWY).

Grundimmunisierung: Die Anzahl der benötigten Impfdosen hängt davon ab, in welchem Alter und gegen welche Serogruppe(n) geimpft werden soll.

Auffrischimpfung: Die Notwendigkeit hängt davon ab, in welchem Alter und gegen welche Serogruppe(n) geimpft wird.

Besonderheiten: In Saudi-Arabien besteht Impfpflicht für alle Personen, die die heiligen Stätten zu Zeiten der Hadj besuchen (Pilgerreise nach Mekka).

  Wann ist eine Meningokokken-Meningitis-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190017, Nov19

Erreger: Mumps-Virus.

Übertragungsweg: Durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt, selten durch Speichel, kontaminierte Gegenstände. Virusausscheidung auch in Urin und Muttermilch.

Inkubationszeit: 12 bis 25 Tage, im Mittel 16 bis 18 Tage. 30 bis 40 % der Infektionen verlaufen ganz ohne Krankheitszeichen.

Krankheitsverlauf: Sehr unterschiedliche Symptome: Abgeschlagenheit, erhöhte Temperatur, Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen. Danach kommt es zum Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen (dicke Wangen und Schmerzen beim Kauen). Das Tückische an einer Mumpserkrankung sind die möglichen Komplikationen: bleibende Hörschäden, Eierstockentzündungen (selten), Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Hodenentzündung (bei 25 bis 30 % der infizierten Jugendlichen und Erwachsenen; kann zur Zeugungsunfähigkeit führen) sowie Gehirn- und Hirnhautentzündung.

Immunität nach Erkrankung: Vermutlich lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Ungeimpfte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Nach 1970 Geborene mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit, die in Gesundheitsdienstberufen in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene tätig sind.

Grundimmunisierung: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln oder zwei Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen als Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr). Bei entsprechender Notwendigkeit werden Erwachsene einmal geimpft.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Mumps-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190018, Dez19

Erreger: Von Streptococcus pneumoniae sind mehr als 90 verschiedene Serotypen bekannt, von denen ca. 10 für über 80 % der Erkrankungen bei Kindern und 2/3 der schweren Verläufe bei Erwachsenen verantwortlich sind.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Diese ist sehr variabel, da bis zu 50 % der gesunden Kleinkinder und 10 % der Erwachsenen asymptomatische Träger der Keime im Nasen-Rachen-Raum sind. Erst wenn eine Schwächung des Immunsystems auftritt, kann sich der Erreger ausbreiten und es kommt zur Erkrankung.

Krankheitsverlauf: Die Krankheit beginnt akut mit hohem Fieber, Schüttelfrost sowie gegebenenfalls Nackensteifigkeit, Berührungsempfindlichkeit oder Atembeschwerden.

Immunität nach Erkrankung: Nur gegen den jeweiligen Serotyp.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung.

Impfung empfohlen für: alle Kinder bis 2 Jahre und Personen ≥ 60 Jahre; Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens.

Grundimmunisierung: Für alle Kinder bis 2 Jahre ist die Impfung mit 3 Dosen eines Konjugatimpfstoffs empfohlen.

Auffrischimpfung: Nur bei entsprechenden Grunderkrankungen in Erwägung ziehen.

  Wann ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190019, Dez19

Erreger: Röteln-Virus.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, direkter Kontakt mit dem Erkrankten und über Gegenstände.

Inkubationszeit: 14 bis 21 Tage.

Krankheitsverlauf: Evtl. leichte Anzeichen einer Atemwegsentzündung. Danach tritt, oft nach auffälliger Gesichtsrötung, ein Hautausschlag auf, der ungefähr zwei bis drei Tage andauert.
Gefahr in der Schwangerschaft: Größtes Risiko besteht in der 1. bis 11. Schwangerschaftswoche! Infiziert sich eine gegen Röteln ungeschützte Schwangere bis zur 18. Schwangerschaftswoche, führt dies je nach Schwangerschaftswoche bei bis 85 % der Fälle zu schweren Missbildungen des Kindes (Augenschäden, Taubheit, Herzfehler, neurologische Schäden sowie Wachstumsrückstand), Frühgeburtlichkeit oder Fehlgeburt. Auch nach dieser Zeit können Schäden beim Kind in Form von Schwerhörigkeit oder Mikrozephalie (vermindertes Kopfwachstum) auftreten.

Immunität nach Erkrankung: Vermutlich lebenslang, nur selten kommt es zu einer zweiten Infektion.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Trotz Impfempfehlung sind heute noch 1 bis 6 % der gebärfähigen Frauen ungeschützt. Es werden in Deutschland Kinder geboren, die aufgrund einer Rötelninfektion der Mutter während der Schwangerschaft mittelschwere bis schwere Schädigungen aufweisen. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche wegen Rötelninfektion ist unbekannt.

Impfung empfohlen für: Ungeimpfte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr; ungeimpfte Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus in Einrichtungen der Pädiatrie, der Geburtshilfe, der Schwangerenbetreuung sowie in Gemeinschaftseinrichtungen; ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter; einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter.

Grundimmunisierung: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln oder 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr). Ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter erhalten bei entsprechender Indikation eine zweimalige Impfung, einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter erhalten eine Impfung.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Röteln-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190021, Dez19

Erreger: Tetanus-Bakterium (Clostridium tetani).

Übertragungsweg: Einbringen von Bakterien in eine Wunde (z. B. durch Verletzung mit Holzsplitter, Nägel, Rosenstachel), nie von Mensch zu Mensch. Tetanus kann auch durch ein Tierbiss übertragen werden.

Inkubationszeit: Drei Tage bis drei Wochen (und länger).

Krankheitsverlauf: Das Tetanus-Bakterium bildet ein starkes Nervengift, das zu Krämpfen der Muskulatur führt. Zuerst ist die Skelettmuskulatur betroffen. Es folgen Kieferklemme und Krämpfe der Rachenmuskulatur. Im Endstadium treten Krämpfe des Zwerchfells und der Atemmuskulatur auf, die zum Tod durch Ersticken führen. Selbst bei sofort eingeleiteter Behandlung unter modernen, intensivmedizinischen Bedingungen sterben 10 bis 20 % der Patienten, ohne Behandlung führt die Krankheit in 90 % der Fälle zum Tod.

Immunität nach Erkrankung: Keine.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Übertragung oft bei Gartenarbeit z. B. durch Verletzung mit einem Rosenstachel; Kot von Tieren und Straßenstaub.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle Personen, ab dem 2. Lebensmonat

Grundimmunisierung: Vier Impfungen, 3 im Abstand von einem Monat, die dritte 9-12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung:
Auffrischimpfungen mit 5-6 Jahren und 9-16 Jahren, ab 18 Jahren alle 10 Jahre.
Erwachsene sollen die nächste fällige Tetanus-Impfung einmalig als Kombinationsimpfung (Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis)) erhalten.

  Wann ist eine Tetanus-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190022, Nov19

Erreger: Tollwut-Virus.

Übertragungsweg: Durch den Speichel eines tollwutkranken Tieres bei Bissverletzung oder Belecken vorgeschädigter Haut (vorbestehende Wunden, z. B. kleine Kratzer). Der Erreger kann auch durch die intakte Schleimhaut eindringen. Überträger können Hunde, Katzen, Fledermäuse und wildlebende Fleischfresser sein.

Inkubationszeit: Typischerweise 21 bis 90 Tage (auch kürzere und längere Inkubationszeiten sind möglich), u. a. abhängig von der Lokalisation der Eintrittspforte und der Virusmenge.

Krankheitsverlauf: Die ersten Zeichen der Erkrankung sind Brennen und Rötungen an der Bissstelle, später Kopfschmerzen, Fieber, Durchfall und andere unspezifische Beschwerden. Typisch im weiteren Krankheitsverlauf ist eine gesteigerte Reizbarkeit und Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Wasser. Im weiteren Verlauf kommt es zu schmerzhaften Krämpfen und starken Schluckbeschwerden (durch Krämpfe der Rachenmuskulatur), Muskelkrämpfen bis zur Lähmung der Atemmuskulatur. Tollwut verläuft nach Ausbruch der Symptome tödlich.

Immunität nach Erkrankung: Nach Einsetzen der Symptome liegt die Sterberate bei nahezu 100 %.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen, jährlich werden ca. 55.000 Erkrankungen registriert – meist in Afrika und Asien. In Deutschland konnte die Tollwut durch das regelmäßige und konsequente Ausbringen von Impfködern für Wildtiere fast ausgerottet werden, in Fledermäusen kann das Virus noch vorkommen.

Impfung empfohlen für: Reisende in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung (z. B. durch streunende Hunde); Tierärzte, Jäger, Forstpersonal u. a. Personen mit Umgang mit Tieren in Gebieten mit neu aufgetretener Wildtiertollwut; Personen, die engen Kontakt zu Fledermäusen haben; Laborpersonal mit Exposition gegenüber Tollwutviren.

Grundimmunisierung: Impfung vor Reise: Insgesamt 3 Impfungen, je eine am Tag 0, 7 und 21 oder 28. Nach möglichem Kontakt mit dem Erreger: Für einen Ungeschützen z. B. 1. Impfung sofort und zusätzlich Immunglobulin. Weitere Impfungen am Tag 3, 7, 14 und 28.

Auffrischimpfung: Bei Reisenden alle 2 bis 5 Jahre 1 Impfdosis bei weiter bestehendem Risiko. Bei beruflicher Gefährdung je nach Risikograd auch schon früher.

  Wann ist eine Tollwut-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190023, Nov19

Erreger: Typhus-Bakterien (Salmonella enterica Serotyp Typhi).

Übertragungsweg: Fäkal-oral (direkt über Stuhl oder kontaminierte Lebensmittel, Trinkwasser).

Inkubationszeit: 3 bis 60 Tage.

Krankheitsverlauf: In der ersten Woche stufenartig ansteigende Temperatur, Kopfschmerzen, Durstgefühl, Bauchschmerzen, häufig Verstopfung, danach eine bis zwei Wochen Fieber um 40°C mit zentralnervösen Symptomen, ab der dritten Woche erbsbreiartiger Durchfall, Übelkeit. Mögliche Komplikationen: Kreislaufversagen, Darmblutung, Darmdurchbruch, Lungenentzündung, Thrombose, Hirnhautentzündung. Nach überstandener Erkrankung scheiden ein bis fünf Prozent der Infizierten dauerhaft Erreger aus. Sie können lebenslang Keimträger bleiben.

Immunität nach Erkrankung: Wiederholte Erkrankung möglich.

Häufigkeit und Verbreitung: Überall vorkommend, abhängig von den hygienischen Verhältnissen. Das höchste Risiko besteht bei Reisen nach Asien.

Impfung empfohlen für: Reisende in Endemiegebiete (Asien, Afrika, Südamerika).

Grundimmunisierung: Polysaccharidimpfstoff: 1 Injektion. Oraler Impfstoff: je eine Kapsel am Tag 1, 3, 5.

Auffrischimpfung: Nach spätestens drei Jahren beim Polysaccharidimpfstoff und bei weiter bestehendem Erkrankungsrisiko. Jährliche Auffrischung bei oralem Impfstoff und weiter bestehendem Risiko.

  Wann ist eine Typhus-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190024, Nov19

Erreger: Windpocken-Viren (Varizella-Zoster-Virus (VZV)).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion durch Kontakt mit dem Bläscheninhalt, auch von Gürtelrose (Herpes Zoster).

Inkubationszeit: 14 bis 16 Tage (10 bis 21 Tage).

Krankheitsverlauf: Fieber und juckender bläschenförmiger Ausschlag. Komplikationsrate vor dem 1. und nach dem 16. Lebensjahr am höchsten; bei Erwachsenen insbesondere Lungenentzündung.

Risiko beim Ungeborenen und Neugeborenen: Erkrankt die Schwangere bis zur 20. Schwangerschaftswoche, besteht eine 2 % ige Wahrscheinlichkeit einer schweren Schädigung des Ungeborenen (Hautveränderungen, neurologische Erkrankungen, Augenschäden, Skelettanomalien). Besonders gefährlich ist die Erkrankung der Schwangeren im Zeitraum fünf Tage vor bis zwei Tage nach der Entbindung. Dieses kann bei Neugeborenen zu einer schweren Windpocken-Erkrankung führen, die in bis zu 30 % der Fälle tödlich verläuft.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang. Bei nachlassender Immunität kann das Virus, das lebenslang im Nervensystem verbleibt, eine Gürtelrose (Herpes Zoster) verursachen.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Die meisten Windpocken-Erkrankungen treten bei Kindern zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr auf. In einigen Ländern wurde eine Verlagerung der Erkrankung ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter beobachtet.

Impfung empfohlen für: Ungeschützte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr; ungeschütztes Personal im Gesundheitsdienst, insbesondere in den Bereichen Onkologie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Intensivmedizin und im Bereich der Betreuung von Immundefizienten; ungeschützte Frauen mit Kinderwunsch; ungeschütztes Personal in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter; ungeschützte Personen mit schwerer Neurodermitis.

Grundimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen oder als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr).

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Windpocken-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190025, Dez19

Senioren

Die STIKO rät Menschen ab einem Alter von 60 Jahren zusätzlich zu folgenden Impfungen:

Erreger: Influenzaviren A und B.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Wenige Stunden bis drei Tage.

Krankheitsverlauf: Plötzlich einsetzende Symptomatik mit hohem Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl, Kopf-, Muskel-, Gliederschmerzen, Husten. Dauer der Symptomatik etwa eine Woche. Komplikationen: Mittelohrentzündung, schwerer Verlauf mit akutem Herz-Kreislauf-Versagen oder schwer und heftig verlaufende Lungenentzündung mit Todesfolge.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nur hinsichtlich des Virusstammes, der die Erkrankung verursacht hat.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung. Vorkommen hauptsächlich im Winter (auf der südlichen Hemisphäre ist der Winter um sechs Monate verschoben).

Impfung empfohlen für:Personen ab 60 Jahren; Schwangere ab dem 2. Trimenon (bei erhöhter Gefährdung ab 1. Trimenon); Personen ab 6 Monate mit einem Grundleiden, wie z. B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten, Immundefizienz bzw. Immunsuppression oder HIV-Infektion; Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen und Personen, die mit Risikopersonen leben oder diese betreuen; medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr oder Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und für Reisende über 60 Jahren oder mit Indikationen (für andere Reisende nach Risikoabwägung).

Grundimmunisierung: Impfung mit dem aktuellen, für die Saison empfohlenen Impfstoff. Je nach Impfstoff sollten Kinder bis zum vollendeten 9. Lebensjahr, die noch nie gegen Grippe geimpft wurden, nach einem Zeitraum von mindestens 4 Wochen eine zweite Dosis bekommen.

Auffrischimpfung: Jährlich (mit dem jeweils aktuellen Impfstoff).

  Wann ist eine Grippe (Influenza)-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190011, Nov19

Erreger: Varizella-Zoster-Virus (VZV bzw. Windpocken-Virus)

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion durch Kontakt mit dem Bläscheninhalt (siehe auch Windpocken). Die Erkrankung Gürtelrose wird nicht übertragen.

Inkubationszeit: Wenige Stunden bis 3 Tage (abhängig von der Anzahl aufgenommener Bakterien).

Krankheitsausbruch: An einer Gürtelrose kann man sich nicht anstecken. Es handelt sich vielmehr um eine Reaktivierung der Windpockenviren, die nach einer Windpockenerkrankung im Körper schlummern. Ein nachlassendes Immunsystem erlaubt diese Wiederbelebung inform einer Gürtelrose anstecken. Wird das VZV an einen Menschen übertragen, der noch nicht mit VZV infiziert ist, erkrankt dieser an Windpocken.

Krankheitsverlauf: Bevor sich der Hautausschlag bildet fühlt man sich meist abgeschlagen und müde. Es kann zu leichtem Fieber und einem Kribbeln unter der Haut kommen. Nach 2 bis 3 Tagen zeigt sich ein juckender, stechender und brennender Bläschenausschlag auf einer Körperseite. Dieser hält bis zu fünf Tage an, danach trocknet er über sieben bis zwölf Tage aus.

Komplikationen: Häufig treten Komplikationen am zentralen Nervensystem, Haut, Ohr oder Auge auf. Die häufigste Komplikation ist die Post Zoster Neuralgie (PZN), definiert als ein vorhandener Schmerz oder ein wiederkehrender stechender Schmerz spätestens 3 Monate nach dem Krankheitsbeginn. Dieser kann, im ungünstigen Fall, über Monate oder sogar Jahre anhalten. Weitere Komplikationen bei einer Gürtelrose im Kopfbereich (sogenannter Zoster Ophthalmicus oder Zoster Oticus) sind Sehstörungen, Sehverlust oder Gesichtslähmung.

Immunität nach Erkrankung: Durch eine Gürtelrose wird eine Immunantwort hervorgerufen, die das Windpockenvirus in der Regel in Schach hält. Die Wahrscheinlichkeit an einer 2. Gürtelrose zu erkranken liegt bei gesunden Erwachsenen bei 1-3 %.

Häufigkeit und Verbreitung: Deutschlandweit erkranken jährlich ca. 400.000 Menschen an Gürtelrose. Jeder Dritte erkrankt ein Mal im Laufe des Lebens an Gürtelrose.

Impfung für: Erwachsene im Alter von 50 Jahren und älter.

Grundimmunisierung: Das Grundimmunisierungsschema besteht je nach Impfstoff aus ein oder zwei Dosen.

Auffrischimpfung: Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht beantwortet werden. Weitere Studien hierzu laufen.

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DE/ZOS/0076/18, Sep18

Erreger: Von Streptococcus pneumoniae sind mehr als 90 verschiedene Serotypen bekannt, von denen ca. 10 für über 80 % der Erkrankungen bei Kindern und 2/3 der schweren Verläufe bei Erwachsenen verantwortlich sind.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Diese ist sehr variabel, da bis zu 50 % der gesunden Kleinkinder und 10 % der Erwachsenen asymptomatische Träger der Keime im Nasen-Rachen-Raum sind. Erst wenn eine Schwächung des Immunsystems auftritt, kann sich der Erreger ausbreiten und es kommt zur Erkrankung.

Krankheitsverlauf: Die Krankheit beginnt akut mit hohem Fieber, Schüttelfrost sowie gegebenenfalls Nackensteifigkeit, Berührungsempfindlichkeit oder Atembeschwerden.

Immunität nach Erkrankung: Nur gegen den jeweiligen Serotyp.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung.

Impfung empfohlen für: alle Kinder bis 2 Jahre und Personen ≥ 60 Jahre; Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens.

Grundimmunisierung: Für alle Kinder bis 2 Jahre ist die Impfung mit 3 Dosen eines Konjugatimpfstoffs empfohlen.

Auffrischimpfung: Nur bei entsprechenden Grunderkrankungen in Erwägung ziehen.

  Wann ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190019, Dez19
NP-DE-VX-WCNT-190030, Nov19