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Wer sich vor Erkrankungen schützt, zeigt Verantwortung. Denn jeder Ungeschützte kann sich anstecken, erkranken und wieder andere anstecken. Er kann aber auch Träger des Erregers sein und diesen – ohne selbst zu erkranken – auf andere Menschen übertragen.

Neben den Standardimpfungen können weitere Impfungen sinnvoll sein, zum Beispiel gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Hepatitis B, Hepa­titis A, Influenza, Pneumokokken oder Meningokokken. Solche Impfungen werden vor allem Menschen mit einem Immundefekt oder einer chronischen Krankheit empfohlen sowie bei Fernreisen. Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind. 

 

 

Erwachsene

Für Erwachsene gibt es folgende Impfungen:

Erreger: Cholera-Bakterien (Vibrio cholerae der Serogruppen O1 und O139)

Übertragungsweg: Fäkal-oral, häufig über kontaminierte Lebensmittel und Trinkwasser.

Inkubationszeit: Wenige Stunden bis 3 Tage (abhängig von der Anzahl aufgenommener Bakterien).

Krankheitsverlauf: Die Erkrankung beginnt plötzlich mit Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Oft starke Durchfälle, die zunehmend wässrig werden (Reiswasserstühle). Bei schwerem Verlauf kann es zu starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten und als Folge zu Nierenversagen und Kreislaufschock kommen. Unbehandelt kann die Erkrankung bis zu 60 % tödlich verlaufen. Frühzeitig behandelt verstirbt ca. 1 % der Erkrankten.

Häufigkeit und Verbreitung: Ursprünglich im Gangesdelta endemisch. Mittlerweile hat sich die Erkrankung auf mehrere Kontinente verbreitet. In Ländern mit einem niedrigen Hygienestandard treten Fälle vermehrt auf und können lokale Epidemien verursachen.

Impfung empfohlen für: Aufenthalte in Infektionsgebieten, speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen, z. B. in Flüchtlingslagern oder bei Naturkatastrophen.

Grundimmunisierung: Bei Erwachsenen und Kindern. Die Immunisierung sollte mindestens 1 Woche vor einem möglichen Kontakt abgeschlossen sein. 

Auffrischung: Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren 1 Dosis innerhalb von 2 Jahren. Für Kinder von 2 bis 6 Jahren eine Auffrischung innerhalb von 6 Monaten empfohlen.

  Wann ist eine Cholera-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Diphtherie-Bakterium (Corynebacterium diphtheriae).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion. Auch gesunde Keimträger können die Diphtherie übertragen.

Inkubationszeit: Meist zwei bis fünf Tage, selten länger.

Krankheitsverlauf: Beginnt mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber, Schluckbeschwerden, entzündlichen Belägen im Nasen-Rachen-Raum, Heiserkeit, Husten. Der Erreger hat die Fähigkeit, ein Gift zu bilden, welches zu Herzmuskelschäden und Nervenlähmungen führen kann. Bei nicht ausreichender und vor allem zu später Behandlung verläuft sie oft tödlich.

Immunität nach Erkrankung: Keine sichere Immunität.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Nur noch 20 % der 40- bis 50-Jährigen in Deutschland besitzen eine ausreichende Immunität gegen Diphtherie.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle Personen, auch Jugendliche von 9–17 Jahre.

Grundimmunisierung: Drei Impfungen (zwei im Abstand von einem Monat, die dritte 6 bis 12 Monate nach der ersten).

Auffrischimpfung: Alle 10 Jahre. Alle Erwachsenen sollen die nächste fällige Diphtherie-Impfung einmalig als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfung erhalten, bei entsprechender Indikation als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kinderlähmung-Kombinationsimpfung.

  Wann ist eine Diphtherie-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: FSME-Virus

Übertragungsweg: Durch den Stich einer infizierten Zecke.

Inkubationszeit: 7 bis 14 Tage (maximal 30 Tage).

Krankheitsverlauf: Krankheitssymptome bei 10 bis 30 % der Infizierten. Die Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Beschwerden, nach einer beschwerdefreien Zeit von ca. 8 (bis 20) Tagen kommt es zu hohem Fieber mit zentralnervösen Symptomen (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen bis zum Koma oder Krampfanfall).
Im Kindesalter vorwiegend Meningitis (Hirnhautentzündung), im höheren Lebensalter eher schwere Enzephalitis (Gehirnentzündung), zum Teil mit massiven neurologischen Ausfällen, Defektheilung (bleibende Schäden) oder Todesfolge.

Häufigkeit und Verbreitung: In Deutschland sind die Risikogebiete vorwiegend in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen (verschiedene Landkreise), Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld), südliches und östliches Thüringen, Saarland (LK Saar-Pfalz-Kreis), Sachsen (LK Vogtlandkreis). Einzelfälle wurden auch in anderen Bundesländern gemeldet. Eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland finden Sie hier: www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/FSME/FSME.html Karte der FSME-Risikogebiete, Quelle: RKIIn vielen europäischen Ländern (z. B. Österreich, Schweiz, Tschechien, Slowakei, Polen), aber auch aus Teilen Asiens wie Sibirien, der Mongolei und China werden Infektionen beim Menschen gemeldet.

Impfung empfohlen für: Personen, die sich in Deutschland in den -Risikogebieten aufhalten; beruflich Gefährdete, wie z..Laborpersonal, Forstarbeiter und Personen die außerhalb Deutschlands in FSME-Gebiete reisen

Grundimmunisierung: Drei Impfungen mit einem für die entsprechende Altersklasse zugelassenen Impfstoff nach Angaben des Herstellers. 1. und 2. Impfung im Abstand von drei Wochen bis drei Monatenund die 3. Impfung 5- bis 12 Monate nach der 2. Impfung, je nach Herstellerangaben. Es gibt auch verschiedene Schnellimpfschemata.

Auffrischimpfung: Nach 3 bis 5 Jahren mit einem für die entsprechende Altersklasse zugelassenen Impfstoff nach Angaben des Herstellers.

  Wann ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Hepatitis-A-Virus.

Übertragungsweg: Hauptsächlich durch Schmierinfektionen (fäkal-oral) bei mangelnder Hygiene nach dem Toilettengang, schlechte hygienische Verhältnisse sowie auch über verunreinigte rohe Lebensmittel (Muscheln, Salate, Obst, Gemüse) oder Trinkwasser, direkten Kontakt mit Stuhl von Erkrankten.

Inkubationszeit: Zwei bis sechs Wochen.

Krankheitsverlauf: Variabel, altersabhängig. Man unterscheidet einen Verlauf ohne Symptome (bei Kindern häufig) und einen akuten Verlauf (6 Wochen bis 6 Monate). Symptome sind uncharakteristisch mit Fieber, Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Appetitlosigkeit, Gelbsucht. Die Symptome sind bei Erwachsenen oft schwerer als bei Kindern oder Jugendlichen. Die Sterblichkeit liegt bei bis zu 3 % bei Personen ab dem 49. Lebensjahr. Keine chronischen Verläufe.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen, besonders in allen Ländern mit niedrigem Hygienestandard. Hepatitis A ist die häufigste Reisekrankheit, die durch Impfung vermeidbar ist. Die Verbreitungsgebiete decken sich mit zahlreichen beliebten Reiseländern am Mittelmeer oder in Asien, Afrika, Osteuropa und Südamerika.

Impfung empfohlen für: Reisende in Gebiete mit hohem Hepatitis-A-Infektionsrisiko, Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen (z. B. Hämophile) oder mit Krankheiten der Leber/mit Leberbeteiligung, Personal im Gesundheitsdienst, Kanalisations- und Klärwerksarbeiter, Tätigkeit in Kindertagesstätten und Kinderheimen u. ä., Kontaktpersonen zu Erkrankten.

Grundimmunisierung: Zwei Injektionen mit Hepatitis-A-Impfstoff im Abstand von 6 bis 12 Monaten.

Auffrischimpfung: Schutzdauer voraussichtlich mindestens 30 Jahre.

 

  Wann ist eine Hepatitis A-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Hepatitis-B-Virus.

Übertragungsweg: Durch Körperflüssigkeiten (z. B. Blut), Sexualkontakte (Vaginalsekret, Sperma), während der Geburt von der Mutter auf das Kind.

Inkubationszeit: Ein bis sechs Monate.

Krankheitsverlauf: Variabel, altersabhängig. Es gibt den Verlauf ohne Symptome, den akuten Verlauf und den chronischen Verlauf. Beschwerden sind Müdigkeit, Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Lebervergrößerung, Gelbsucht. Die chronische Erkrankung kann zu Leberzirrhose (Schrumpfleber) sowie Leberkrebs führen und tödlich enden. Das Hepatitis-B-Virus ist 100-mal infektiöser als das Aids-Virus.

Immunität nach überstandener Erkrankung: Lebenslang. Allerdings bleiben 10 % der infizierten Erwachsenen chronische Virusträger. Sie bilden eine Ansteckungsquelle für andere (in Deutschland gibt es derzeit ca. 500.000 chronische Virusträger).

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Ein hoher Anteil an Virusträgern (bis zu 30-mal höher als in Mitteleuropa) findet sich vor allem in Afrika, Mittel- und Südamerika, Südostasien und Ozeanien.

Impfung empfohlen für:1. Personen, bei denen wegen einer vorbestehenden oder zu erwartenden Immundefizienz bzw. -suppression oder wegen einer vorbestehenden Erkrankung ein schwerer Verlauf einer Hepatitis-B-Erkrankung zu erwarten ist

2. Personen mit einem erhöhten nichtberuflichen Expositionsrisiko, z. B. Kontakt zu HBsAg-Trägern in Familie/Wohngemeinschaft, Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko, i. v. Drogenkonsumenten, Gefängnisinsassen, ggf. Patienten psychiatrischer Einrichtungen

3. Personen mit einem erhöhten beruflichen Expositionsrisiko, z. B. expositionsgefährdetes Personal in medizinischen Einrichtungen (einschließlich Auszubildender, Labor- und Reinigungspersonal), Ersthelfer, Polizisten, Personal von Einrichtungen, in denen eine erhöhte Prävalenz von Hepatitis-B-Infizierten zu erwarten ist (z. B. Gefängnisse, Asylbewerberheime, Behinderteneinrichtungen)

4. Reisende, individuelle Gefährdungsbeurteilung erforderlich

Grundimmunisierung: Drei Impfungen (zwei im Abstand von einem Monat, die dritte 6 Monate nach der ersten) mit Hepatitis-B-Impfstoff.

Auffrischimpfung: Nach 10 Jahren bei Personen mit besonders hohem individuellem Expositionsrisiko. Immundefiziente häufiger. Siehe Empfehlung der STIKO (www.rki.de).

  Wann ist eine Hepatitis B-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Humane Papillomviren (HPV). 

Grundvoraussetzung für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs: Andauernde (persistierende) Infektion mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV).

Übertragungsweg: Sexuelle Kontakte, z. B. auch durch Haut-zu-Haut-Kontakt im Genitalbereich. Die Ansteckungsgefahr besteht bei sexueller Aktivität ein Leben lang.

Inkubationszeit: Von der Infektion bis zum Gebärmutterhalskrebs meist ca. 10 bis 20 Jahre. Bereits die Behandlung der Krebsvorstufen kann vielfältige Komplikationen verursachen (z. B. höhere Früh- und Fehlgeburtenrate durch operative Eingriffe am Gebärmutterhals).

Krankheitsverlauf: Die Infektion verursacht selten Symptome. Schmerzen im Bereich des Unterleibs treten meist erst dann auf, wenn bereits Gebärmutterhalskrebs entstanden ist. Im Rahmen der jährlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung können Krebsvorstufen festgestellt werden.

Immunität nach Erkrankung: Keine.

Häufigkeit und Verbreitung: Humane Papillomviren kommen weltweit vor.

Impfung empfohlen für: Mädchen von 9 bis 14 Jahren (früher: 12–17 Jahre). Zur Reduktion der Krankheitslast durch Gebärmutterhalskrebs ist eine generelle Impfung gegen humane Papillomviren (Typen HPV 16, 18) für alle Mädchen im Alter von 9–14 Jahren empfohlen. Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. Die vollständige Impfserie sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.

Grundimmunisierung: Im Alter von 9 bis 13 bzw. 9 bis 14 Jahren (abhängig vom HPV Impfstoff) ist aktuell ein 2-Dosen-Impfschema mit einem Impfabstand von 6 Monaten zugelassen. Bei Nachholimpfungen oder der Vervollständigung einer Impfserie´im Alter von > 13 Jahren bzw. > 14 Jahren oder bei einem Impfabstand von < 6 Monaten zwischen der 1. und 2. Do sis ist eine 3. Impfstoffdosis erforderlich.

Auffrischimpfung: Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht beantwortet werden. Weitere Studien hierzu laufen.

  Wann ist eine Humanen Papillomvirus (HPV)-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Influenzaviren A und B.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Wenige Stunden bis drei Tage.

Krankheitsverlauf: Plötzlich einsetzende Symptomatik mit hohem Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl, Kopf-, Muskel-, Gliederschmerzen, Husten. Dauer der Symptomatik etwa eine Woche. Komplikationen: Mittelohrentzündung, schwerer Verlauf mit akutem Herz-Kreislauf-Versagen oder schwer und heftig verlaufende Lungenentzündung mit Todesfolge.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nur hinsichtlich des Virusstammes, der die Erkrankung verursacht hat.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung. Neue Varianten kommen meist aus dem asiatischen Raum, Vorkommen hauptsächlich im Winter (auf der südlichen Hemisphäre ist der Winter um sechs Monate verschoben).

Impfung empfohlen für: Personen über 60 Jahre; alle Schwangeren ab 2. Trimenon; bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon; Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie z. B. Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes; medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können; Reisende, die dem Risiko einer Infektion ausgesetzt sind.

Grundimmunisierung: Impfung mit dem aktuellen, für die Saison empfohlenen Impfstoff.

Auffrischimpfung: Jährlich (mit dem jeweils aktuellen Impfstoff).

  Wann ist eine Grippe (Influenza)-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Keuchhusten-Bakterium (Bordetella pertussis).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, bei direktem Kontakt mit Kranken.

Inkubationszeit: 7 bis 14 Tage, selten bis 21 Tage.

Krankheitsverlauf: In drei verschiedenen Stadien über Wochen und Monate andauernde, schwerste Hustenanfälle, diese evtl. krampfartig und mit Atemnot. Folgeerkrankungen wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Erkrankungen des Gehirns können auftreten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann Keuchhusten untypisch verlaufen und wird vielfach spät oder gar nicht erkannt. In 25 % aller Hustenfälle, die länger als 2 Wochen dauern, wird das Keuchhusten-Bakterium nachgewiesen.

Immunität nach Erkrankung: Ca. 10 Jahre; kein Nestschutz.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Alle Erwachsenen bei der nächstfälligen Tetanus-Diphtherieimpfung; Jugendliche von 9–17 Jahren; Frauen im gebärfähigen Alter; enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (Großeltern), Impfung möglichst 4 Wochen vor der Geburt des Kindes; Personal im Gesundheitsdienst und Gemeinschaftseinrichtungen.

Grundimmunisierung: Sollte bis zum 15. Lebensmonat abgeschlossen sein. Nachholung jederzeit möglich. Bei einer Grundimmunisierung ab 11 Jahren ist eine einmalige Impfung ausreichend. Erfolgt die Impfung nicht vor der Geburt, soll die Mutter in den ersten Tagen nach der Geburt geimpft werden.

Auffrischimpfung: Alle 10 Jahre. Alle Erwachsenen sollen die nächste fällige Tetanus- und Diphtherie-Impfung einmalig als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfung erhalten, bei entsprechender Indikation als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kinderlähmung-Kombinationsimpfung.

  Wann ist eine Keuchhusten-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Poliomyelitis-Viren (drei Typen: Typ I, Typ II, Typ III).

Übertragungsweg: Hauptsächlich durch Schmierinfektionen (fäkal-oral) sowie auch über verunreinigte rohe Lebensmittel (Muscheln, Salate, Obst, Gemüse) oder Trinkwasser, direkter Kontakt mit Stuhl von Erkrankten.

Inkubationszeit: 7 bis 14 Tage.

Krankheitsverlauf: Variabel, 90 % der Infizierten haben keine Symptome, 4 bis 5 % haben ein grippeähnliches Krankheitsbild mit Durchfall und Erbrechen. Bei weniger als 5 % kommt es zu einer Hirnhautentzündung, bei 1 % tritt eine bleibende Lähmung auf.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang, aber nur gegen den betreffenden Virustyp (Typ I, Typ II oder Typ III).

Häufigkeit und Verbreitung: Europa, Amerika und Australien gelten als frei von Kinderlähmung. Erkrankungen treten gegenwärtig nur in Nigeria, Afghanistan und Pakistan auf.

Impfung empfohlen für: Alle Säuglinge; Jugendliche von 9–17 Jahren; alle Personen bei fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung, alle Personen ohne einmalige Auffrischung; Reisende in Endemiegebiete; Personal in Gemeinschaftsunterkünften für Aussiedler, Flüchtlinge und Asylbewerber bei der Einreise aus Gebieten mit Kinderlähmungsrisiko; medizinisches Personal.

Grundimmunisierung: für Säuglinge: 4 Impfungen 
für Jugendliche und Erwachsene: 2 oder 3 Impfungen, je nach Herstellerangaben

Auffrischimpfung: Vom 9. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr einmalige Auffrischung für alle Personen, danach nur noch für Reisende in Risikogebiete und andere Risikogruppen (siehe oben), z. B. als Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung.

  Wann ist eine Kinderlähmung (Polio)-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Masern-Virus.

Übertragungsweg: Direktkontakt oder als Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Meist 8 bis 12 Tage bis zum Auftreten der ersten erkältungsähnlichen Symptome; 12 bis 15 Tage bis zum Beginn des typischen Hautausschlags.

Krankheitsverlauf: Zweiphasiger Verlauf. Beginn mit Fieber und Erkältungserscheinungen, später folgt hohes Fieber und der typische Hautausschlag. Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung sind häufige Komplikationen. Noch gefährlicher ist die Gehirnentzündung (Enzephalitis), da 30 % der Betroffenen daran sterben, bei weiteren 25 % bleiben geistige und körperliche Dauerschäden zurück.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung. In wenigen Ländern mit konsequenter Impfpolitik (wie USA, Skandinavien mit zweimaliger Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln) erfolgreich eliminiert. Die Ausrottung der Masern ist ein erklärtes Ziel der deutschen Gesundheitspolitik.

Impfung empfohlen für: Ungeimpfte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Nach 1970 geborene Ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen mit unklarem Impfstatus; Personen, die im Gesundheitsdienst und bei der Betreuung von Immundefizienten sowie in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sind.

Grundimmunisierung: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln oder 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr). Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder mit unklarem Impfstatus erhalten eine einmalige Impfung, vorzugsweise mit einem MMR-Impfstoff.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Masern-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Meningokokken (Neisseria meningitidis), verschiedene Serogruppen: z. B. A, B, C, W135, Y.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion (z. B. Gebrauchsgegenstände).

Inkubationszeit: Unterschiedlich, 1 bis 10 Tage, meist weniger als 4 Tage.

Krankheitsverlauf: Zu Beginn Infektion der oberen Luftwege mit hohem Fieber, Erbrechen, starken Kopfschmerzen, Symptome eines grippalen Infektes, schon nach wenigen Stunden deutliche Nackensteifigkeit, Zeichen des Schocks, wie Blutdruckabfall; in 70 % Hauterscheinungen, Gerinnungsstörungen, Multi-Organversagen, 1 von 10 Erkrankten stirbt.

Immunität nach Erkrankung: Keine.

Häufigkeit und Verbreitung: Einziges Reservoir ist der Mensch; in Europa bis zu 10 % im Nasen-Rachenraum Keimträger.

Impfung empfohlen für: Ungeimpfte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (Serogruppe C); gefährdetes Laborpersonal; Reisende in Länder mit epidemischem Vorkommen z. B. in Afrika der Meningitisgürtel (südlich der Sahara und nördlich des Äquators).

Grundimmunisierung: bis zu 4 Impfungen, je nachdem, gegen welche Serogruppe(n) geimpft werden soll.

Auffrischimpfung: Die Notwendigkeit einer Auffrischung wurde noch nicht nachgewiesen.

Besonderheiten: In Saudi-Arabien besteht Impfpflicht für alle Personen, die die heiligen Stätten zu Zeiten der Hadj besuchen.

  Wann ist eine Meningokokken-Meningitis-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Mumps-Virus.

Übertragungsweg: Durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt, selten durch Speichel, kontaminierte Gegenstände. Virusausscheidung auch in Urin und Muttermilch.

Inkubationszeit: 12 bis 25 Tage, im Mittel 16 bis 18 Tage. 30 bis 40 % der Infektionen verlaufen ganz ohne Krankheitszeichen.

Krankheitsverlauf: Sehr unterschiedliche Symptome: Abgeschlagenheit, erhöhte Temperatur, Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen. Danach kommt es zum Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen (dicke Wangen und Schmerzen beim Kauen). Das Tückische an einer Mumpserkrankung sind die möglichen Komplikationen: bleibende Hörschäden, Eierstockentzündungen (selten), Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Hodenentzündung (bei 25 bis 30 % der infizierten Jugendlichen und Erwachsenen; kann zur Zeugungsunfähigkeit führen) sowie Gehirn- und Hirnhautentzündung.

Immunität nach Erkrankung: Vermutlich lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Ungeimpfte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Nach 1970 Geborene mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit, die in Gesundheitsdienstberufen in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene tätig sind.

Grundimmunisierung: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln oder zwei Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen als Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr). Bei entsprechender Notwendigkeit werden Erwachsene einmal geimpft.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Mumps-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Von Streptococcus pneumoniae sind mehr als 90 verschiedene Serotypen bekannt, von denen ca. 10 für über 80 % der Erkrankungen bei Kindern und 2/3 der schweren Verläufe bei Erwachsenen verantwortlich sind.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Diese ist sehr variabel, da bis zu 50 % der gesunden Kleinkinder und 10 % der Erwachsenen asymptomatische Träger der Keime im Nasen-Rachen-Raum sind. Erst wenn eine Schwächung des Immunsystems auftritt, kann sich der Erreger ausbreiten und es kommt zur Erkrankung.

Krankheitsverlauf: Die Krankheit beginnt akut mit hohem Fieber, Schüttelfrost sowie gegebenenfalls Nackensteifigkeit, Berührungsempfindlichkeit oder Atembeschwerden.

Immunität nach Erkrankung: Nur gegen den jeweiligen Serotyp.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung.

Impfung empfohlen für: alle Kinder bis 2 Jahre und Personen ≥ 60 Jahre; Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens.

Grundimmunisierung: Für alle Kinder bis 2 Jahre ist die Impfung mit einem Konjugatimpfstoff empfohlen. Gefährdete Kleinkinder bis zum Alter von einschließlich 4 Jahren sollen auch mit Pneumokokken-Konjugatimpfstoff geimpft werden. Ab dem Alter von 5 Jahren kann die Impfung mit einem 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff oder dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff erfolgen.

Auffrischimpfung: Nur bei entsprechenden Grunderkrankungen in Erwägung ziehen.

  Wann ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Röteln-Virus.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, direkter Kontakt mit dem Erkrankten und über Gegenstände.

Inkubationszeit: 14 bis 21 Tage.

Krankheitsverlauf: Evtl. leichte Anzeichen einer Atemwegsentzündung. Danach tritt, oft nach auffälliger Gesichtsrötung, ein Hautausschlag auf, der ungefähr zwei bis drei Tage andauert.
Gefahr in der Schwangerschaft: Größtes Risiko besteht in der 1. bis 11. Schwangerschaftswoche! Infiziert sich eine gegen Röteln ungeschützte Schwangere bis zur 18. Schwangerschaftswoche, führt dies je nach Schwangerschaftswoche bei bis 85 % der Fälle zu schweren Missbildungen des Kindes (Augenschäden, Taubheit, Herzfehler, neurologische Schäden sowie Wachstumsrückstand), Frühgeburtlichkeit oder Fehlgeburt. Auch nach dieser Zeit können Schäden beim Kind in Form von Schwerhörigkeit oder Mikrozephalie (vermindertes Kopfwachstum) auftreten.

Immunität nach Erkrankung: Vermutlich lebenslang, nur selten kommt es zu einer zweiten Infektion.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Trotz Impfempfehlung sind heute noch 1 bis 6 % der gebärfähigen Frauen ungeschützt. Es werden in Deutschland Kinder geboren, die aufgrund einer Rötelninfektion der Mutter während der Schwangerschaft mittelschwere bis schwere Schädigungen aufweisen. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche wegen Rötelninfektion ist unbekannt.

Impfung empfohlen für: Ungeimpfte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr; ungeimpfte Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus in Einrichtungen der Pädiatrie, der Geburtshilfe, der Schwangerenbetreuung sowie in Gemeinschaftseinrichtungen; ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter; einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter.

Grundimmunisierung: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln oder 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr). Ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter erhalten bei entsprechender Indikation eine zweimalige Impfung, einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter erhalten eine Impfung.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Röteln-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Tetanus-Bakterium (Clostridium tetani).

Übertragungsweg: Einbringen von Bakterien in eine Wunde (z. B. durch Holzsplitter, Nägel, Rosenstachel), nie von Mensch zu Mensch.

Inkubationszeit: Drei Tage bis drei Wochen (und länger).

Krankheitsverlauf: Das Tetanus-Bakterium bildet ein starkes Nervengift, das zu Krämpfen der Muskulatur führt. Zuerst ist die Skelettmuskulatur betroffen. Es folgen Kieferklemme und Krämpfe der Rachenmuskulatur. Im Endstadium treten Krämpfe des Zwerchfells und der Atemmuskulatur auf, die zum Tod durch Ersticken führen. Selbst bei sofort eingeleiteter Behandlung unter modernen, intensivmedizinischen Bedingungen sterben 10 bis 20 % der Patienten, ohne Behandlung führt die Krankheit in 90 % der Fälle zum Tod.

Immunität nach Erkrankung: Keine.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Übertragung oft bei Gartenarbeit z. B. durch Stich mit einem Rosenstachel; Kot von Tieren und Straßenstaub.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle Personen, alle Jugendliche von 9–17 Jahren.

Grundimmunisierung: Drei Impfungen, zwei im Abstand von einem Monat, die dritte 6 bis 12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung: Alle 10 Jahre. Alle Erwachsenen sollen die nächste fällige Tetanus-Impfung einmalig als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfung erhalten, bei entsprechender Indikation als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kinderlähmung-Kombinationsimpfung.

  Wann ist eine Tetanus-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Tollwut-Virus.

Übertragungsweg: Durch den Speichel eines tollwutkranken Tieres bei Bissverletzung oder Belecken vorgeschädigter Haut (vorbestehende Wunden, z. B. kleine Kratzer). Der Erreger kann auch durch die intakte Schleimhaut eindringen. Überträger können Hunde, Katzen, Fledermäuse und wildlebende Fleischfresser, insbesondere der Fuchs sein.

Inkubationszeit: Typischerweise 21 bis 90 Tage (auch kürzere und längere Inkubationszeiten sind möglich), u. a. abhängig von der Lokalisation der Eintrittspforte und der Virusmenge.

Krankheitsverlauf: Die ersten Zeichen der Erkrankung sind Brennen und Rötungen an der Bissstelle, später Kopfschmerzen, Fieber, Durchfall und andere unspezifische Beschwerden. Typischim weiteren Krankheitsverlauf ist eine gesteigerte Reizbarkeit und Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Wasser. Im weiteren Verlauf kommt es zu schmerzhaften Krämpfen und starken Schluckbeschwerden (durch Krämpfe der Rachenmuskulatur), Muskelkrämpfen bis zur Lähmung der Atemmuskulatur. Tollwut verläuft nach Ausbruch der Symptome tödlich.

Immunität nach Erkrankung: Nach Einsetzen der Symptome liegt die Sterberate bei nahezu 100 %.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen, jährlich werden ca. 55.000 Erkrankungen registriert – meist in Afrika und Asien. In Deutschland konnte die Tollwut durch das regelmäßige und konsequente Ausbringen von Impfködern für Wildtiere fast ausgerottet werden, in Fledermäusen kann das Virus noch vorkommen.

Impfung empfohlen für: Reisende in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung (z. B. durch streunende Hunde); Tierärzte, Jäger, Forstpersonal u. a. Personen mit Umgang mit Tieren in Gebieten mit neu aufgetretener Wildtiertollwut; Personen, die engen Kontakt zu Fledermäusen haben; Laborpersonal mit Exposition gegenüber Tollwutviren.

Grundimmunisierung: Insgesamt 3 Impfungen, je eine am Tag 0, 7 und 21 oder 28. Nach möglichem Kontakt mit dem Erreger: Für einen Ungeschützen z.B. 1. Impfung sofort und zusätzlich Immunglobulin. Weitere Impfungen am Tag 3, 7, 14 und 28.

Auffrischimpfung: Bei Reisenden alle 2 bis 5 Jahre 1 Impfdosis bei weiter bestehendem Risiko. Bei beruflicher Gefährdung je nach Risikograd auch schon früher.

  Wann ist eine Tollwut-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Typhus-Bakterien (Salmonella enterica Serotyp Typhi).

Übertragungsweg: Fäkal-oral (direkt über Stuhl oder kontaminierte Lebensmittel, Trinkwasser).

Inkubationszeit: 30 bis 60 Tage.

Krankheitsverlauf: In der ersten Woche stufenartig ansteigende Temperatur, Kopfschmerzen, Durstgefühl, Bauchschmerzen, häufig Verstopfung, danach eine bis zwei Wochen Fieber um 40°C mit zentralnervösen Symptomen, ab der dritten Woche erbsbreiartiger Durchfall, Übelkeit. Mögliche Komplikationen: Kreislaufversagen, Darmblutung, Darmdurchbruch, Lungenentzündung, Thrombose, Hirnhautentzündung. Nach überstandener Erkrankung scheiden ein bis fünf Prozent der Infizierten dauerhaft Erreger aus. Sie können lebenslang Keimträger bleiben.

Immunität nach Erkrankung: Wiederholte Erkrankung möglich.

Häufigkeit und Verbreitung: Überall vorkommend, abhängig von den hygienischen Verhältnissen. Das höchste Risiko besteht bei Reisen nach Asien.

Impfung empfohlen für: Reisende in Endemiegebiete (Asien, Afrika, Südamerika).

Grundimmunisierung: Polysaccharidimpfstoff: 1 Injektion. Oraler Impfstoff: je eine Kapsel am Tag 1, 3, 5.

Auffrischimpfung: Nach spätestens drei Jahren beim Polysaccharidimpfstoff und bei weiter bestehendem Erkrankungsrisiko. Jährliche Auffrischung bei oralem Impfstoff und weiter bestehendem Risiko.

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DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Windpocken-Viren (Varizella-Zoster-Virus (VZV)).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion durch Kontakt mit dem Bläscheninhalt, auch von Gürtelrose (Herpes Zoster).

Inkubationszeit: 14 bis 16 Tage (10 bis 21 Tage).

Krankheitsverlauf: Fieber und juckender bläschenförmiger Ausschlag. Komplikationsrate vor dem 1. und nach dem 16. Lebensjahr am höchsten; bei Erwachsenen insbesondere Lungenentzündung.

Risiko beim Ungeborenen und Neugeborenen: Erkrankt die Schwangere bis zur 20. Schwangerschaftswoche, besteht eine 2 % ige Wahrscheinlichkeit einer schweren Schädigung des Ungeborenen (Hautveränderungen, neurologische Erkrankungen, Augenschäden, Skelettanomalien). Besonders gefährlich ist die Erkrankung der Schwangeren im Zeitraum fünf Tage vor bis zwei Tage nach der Entbindung. Dieses kann bei Neugeborenen zu einer schweren Windpocken-Erkrankung führen, die in bis zu 30 % der Fälle tödlich verläuft.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang. Bei nachlassender Immunität kann das Virus, das lebenslang im Nervensystem verbleibt, eine Gürtelrose (Herpes Zoster) verursachen.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Die meisten Windpocken-Erkrankungen treten bei Kindern zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr auf. In einigen Ländern wurde eine Verlagerung der Erkrankung ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter beobachtet.

Impfung empfohlen für: Ungeschützte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr; ungeschütztes Personal im Gesundheitsdienst, insbesondere in den Bereichen Onkologie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Intensivmedizin und im Bereich der Betreuung von Immundefizienten; ungeschützte Frauen mit Kinderwunsch; ungeschütztes Personal in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter; ungeschützte Personen mit schwerer Neurodermitis.

Grundimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen oder als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr).

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Windpocken-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Senioren

Die STIKO rät Menschen ab einem Alter von 60 Jahren zusätzlich zu folgenden Impfungen:

Erreger: Influenzaviren A und B.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Wenige Stunden bis drei Tage.

Krankheitsverlauf: Plötzlich einsetzende Symptomatik mit hohem Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl, Kopf-, Muskel-, Gliederschmerzen, Husten. Dauer der Symptomatik etwa eine Woche. Komplikationen: Mittelohrentzündung, schwerer Verlauf mit akutem Herz-Kreislauf-Versagen oder schwer und heftig verlaufende Lungenentzündung mit Todesfolge.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nur hinsichtlich des Virusstammes, der die Erkrankung verursacht hat.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung. Neue Varianten kommen meist aus dem asiatischen Raum, Vorkommen hauptsächlich im Winter (auf der südlichen Hemisphäre ist der Winter um sechs Monate verschoben).

Impfung empfohlen für: Personen über 60 Jahre; alle Schwangeren ab 2. Trimenon; bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon; Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie z. B. Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes; medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können; Reisende, die dem Risiko einer Infektion ausgesetzt sind.

Grundimmunisierung: Impfung mit dem aktuellen, für die Saison empfohlenen Impfstoff.

Auffrischimpfung: Jährlich (mit dem jeweils aktuellen Impfstoff).

  Wann ist eine Grippe (Influenza)-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0472/15c, Dez15

Erreger: Von Streptococcus pneumoniae sind mehr als 90 verschiedene Serotypen bekannt, von denen ca. 10 für über 80 % der Erkrankungen bei Kindern und 2/3 der schweren Verläufe bei Erwachsenen verantwortlich sind.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Diese ist sehr variabel, da bis zu 50 % der gesunden Kleinkinder und 10 % der Erwachsenen asymptomatische Träger der Keime im Nasen-Rachen-Raum sind. Erst wenn eine Schwächung des Immunsystems auftritt, kann sich der Erreger ausbreiten und es kommt zur Erkrankung.

Krankheitsverlauf: Die Krankheit beginnt akut mit hohem Fieber, Schüttelfrost sowie gegebenenfalls Nackensteifigkeit, Berührungsempfindlichkeit oder Atembeschwerden.

Immunität nach Erkrankung: Nur gegen den jeweiligen Serotyp.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung.

Impfung empfohlen für: alle Kinder bis 2 Jahre und Personen ≥ 60 Jahre; Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens.

Grundimmunisierung: Für alle Kinder bis 2 Jahre ist die Impfung mit einem Konjugatimpfstoff empfohlen. Gefährdete Kleinkinder bis zum Alter von einschließlich 4 Jahren sollen auch mit Pneumokokken-Konjugatimpfstoff geimpft werden. Ab dem Alter von 5 Jahren kann die Impfung mit einem 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff oder dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff erfolgen.

Auffrischimpfung: Nur bei entsprechenden Grunderkrankungen in Erwägung ziehen.

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DE/VAC/0472/15c, Dez15