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Humane Papillomviren (HPV): Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen werden durch verschiedene Typen des Humanen Papillomvirus (HPV) verursacht. Für die Mehrzahl der Krebsfälle ist einer der beiden Hochrisiko-Typen HPV 16 oder HPV 18 verantwortlich.

Human Papillomviren können Gebärmutterhalskrebs erzeugen – die HPV-Impfung schützt

Eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen ist die Impfung. Es stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung. Diese enthalten keine krebserregenden Bestandteile; so ist sichergestellt, dass die Impfung keinen Gebärmutterhalskrebs auslösen kann.

Bei den Impfstoffen sind in den Zulassungs-Studien bislang folgende Nebenwirkungen aufgetreten: Schmerz an der Einstichstelle, Schwellung und Rötung, Müdigkeit, Fieber (≥1/10), Juckreiz (≥1/100 – < 1/10) und zusätzlich werden beim adjuvantierten Impfstoff Kopf- und Magenschmerzen (≥1/100 – < 1/10) angegeben. Schwerwiegende Nebenwirkungen treten nur selten auf.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Mädchen ab dem 9. Lebensjahr. Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. Die vollständige Impfserie sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Frauen, die älter als 17 Jahre sind und keine Impfung gegen HPV erhalten haben, können ebenfalls von einer Impfung gegen HPV profitieren. Es liegt in der Verantwortung des Arztes, nach individueller Prüfung von Nutzen und Risiko der Impfung seine Patientinnen auf der Basis der Impfstoffzulassung darauf hinzuweisen.

Ab dem vollendeten 20. Lebensjahr sollte jede Frau jährlich an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilnehmen.


Verbreitung und Übertragung: Humane Papillomviren werden durch sexuelle Aktivität übertragen

Humane Papillomviren gibt es überall auf der Welt. Etwa 80 % aller Frauen infizieren sich im Laufe des Lebens mit HPV. In den meisten Fällen wird die Infektion vom Körper erfolgreich bekämpft. Dennoch erkranken jährlich in Deutschland zwischen 5.000–7.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs und 1.700–2.000 Frauen sterben jedes Jahr in Deutschland an dieser Erkrankung. Gebärmutterhalskrebs steht in Deutschland an dritter Stelle aller Krebserkrankungen bei Frauen unter 60 Jahren. Bei ca. 70 % aller Gebärmutterhalskrebsfälle konnten die HPVTypen 16 oder 18 gefunden werden.

Humane Papillomviren werden durch sexuelle Kontakte übertragen. Solange Menschen sexuell aktiv sind, können sie sich mit HPV infizieren.


Symptome und Krankheitsverlauf: Symptome der HPV-Infektion erst in späten Stadien

Eine lang anhaltende HPV-Infektion über mindestens 6 Monate ist eine notwendige Voraussetzung für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen. Bisher sind über 100 verschiedene Typen des Humanen Papillomvirus bekannt, die in zwei Gruppen eingeteilt werden: Niedrigrisiko-HPV-Typen verursachen in der Regel keinen oder selten Krebs, sondern in der Regel Genitalwarzen, z. B. HPV 6, 11.

Hochrisiko-HPV-Typen können Veränderungen am Gebärmutterhals hervorrufen, die sich über Vorstufen zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln können. Häufige krebserregende HPV-Typen sind HPV 16 und 18 sowie HPV 31, 33, 45.

Die Infektion ist in der Regel symptomlos. Schmerzen im Bereich des Unterleibs treten meist erst dann auf, wenn bereits Gebärmutterhalskrebs entstanden ist. Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs können im Rahmen von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen entdeckt werden. Werden fortgeschrittene Krebsvorstufen oder Krebs erkannt, kann eine Operation nötig werden, bei der ent weder Teile des Gebärmutterhalses (Konisation) oder die gesamte Gebärmutter (Hysterektomie) entfernt werden müssen.

Eine natürliche Infektion mit HPV schützt in der Regel nicht vor erneuten Infektionen.


DE/VAC/0650/17, Dez17