Keuchhusten (Pertussis): Übertragung, Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Keuchhusten-Impfschutz muss aufgefrischt werden

Nur die rechtzeitige Impfung kann wirksam vor einer Keuchhusten-Erkrankung schützen. Da weder eine durchgemachte Keuchhusten-Erkrankung noch die Impfung lebenslange Immunität gewährleisten, muss der Impfschutz regelmäßig aufgefrischt werden. Damit junge, noch nicht oder nur unzureichend geimpfte Kinder nicht von Ihren Verwandten angesteckt werden, sollte auch bei Erwachsenen ein Impfschutz bestehen. Deshalb empfiehlt die STIKO – nach abgeschlossener Grundimmunisierung im Säuglingsalter – eine Auffrischimpfung im Alter von 5–6 und 9–16 Jahren. Im Erwachsenenalter sollte die Impfung einmalig mit der nächsten fälligen Tetanus- Diphtherie-Impfung aufgefrischt werden. Bei bestehender Indikation zur Keuchhusten-Impfung kann auch kurz nach einer erfolgten Tetanus-Diphtherie-Impfung eine Impfung mit einem Tetanus--Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfstoff durchgeführt werden.

Weiterhin sollten alle Frauen im gebärfähigen Alter und Haushaltskontaktpersonen zu Säuglingen eine Impfung gegen Pertussis erhalten, sofern in den letzten 10 Jahren keine Impfung gegen Pertussis stattgefunden hat. Zudem sollen Personal im Gesundheitsdienst (hier auch insbesondere Hebammen, da sie direkt nach der Geburt mit Mutter und Neugeborenen in Kontakt sind) sowie in Gemeinschaftseinrichtungen alle 10 Jahre eine Pertussis-Auffrischung bekommen.

Seit März 2020 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) auch die Impfung gegen Keuchhusten für schwangere Frauen zu Beginn des 3. Trimenons (am besten in der 28. – 32. Schwangerschaftswoche), bei einer sich abzeichnenden Frühgeburt schon im 2. Trimenon - unabhängig vom Abstand einer zuvor verabreichten Impfung gegen Keuchhusten und in jeder Schwangerschaft. Ziel der Impfung ist es, die Zahl der Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch Keuchhusten bei Neugeborenen und jungen Säuglingen zu reduzieren. 

Die Grundimmunisierung nach STIKO-Empfehlung umfasst 3 Impfungen innerhalb der ersten 6 Lebensmonate (ab vollendetem 2. Lebensmonat). Zwischen den Impfungen sollen mindestens 4 Wochen Abstand liegen. Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, sollten Kombinationsimpfstoffe verwendet werden, die auch gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, invasive Hib-Infektionen und Hepatitis B schützen. Die Ständige Impfkommission betont in ihren aktuellen Empfehlungen erneut die Bedeutung einer frühzeitigen Impfung.


Verbreitung: weltweit und weitgehend saisonunabhängig

Nach Angaben der WHO sterben weltweit jedes Jahr noch rund 200.000 bis 300.000 Menschen – überwiegend Kinder – an Keuchhusten. In Deutschland muss etwa jeder 2. Säugling in ein Krankenhaus eingewiesen werden. In Ländern, in denen konsequent gegen Keuchhusten geimpft wird, ist die Krankheit bei Kindern seltener geworden. Allerdings hat sich die Krankheitslast in den letzten Jahren immer mehr ins Erwachsenenalter verschoben, da trotz STIKO-Empfehlung seit 2009 etwa zwei von drei Erwachsenen keine Auffrischimpfung im Erwachsenenalter erhalten haben. Das ist insbesondere auch für die Säuglinge in den ersten Lebensmonaten kritisch, die noch nicht geimpft werden können, da infizierte Eltern die Hauptinfektionsquelle für Neugeborene und Säuglinge sind.


Übertragung, Symptome und Krankheitsverlauf: schwere Hustenanfälle als Leitsymptom des Keuchhustens

Die Erkrankung verläuft in verschiedenen Stadien: Das Anfangsstadium (Dauer 1–2 Wochen) ist durch grippeähnliche Symptome wie Schnupfen, leichten Husten und Schwäche gekennzeichnet. Das nachfolgende Stadium (Dauer 4–6 Wochen) ist geprägt von anfallsweise auftretenden, schweren, krampfartigen Hustenattacken mit Erbrechen und Atemnot. Das typische Keuchen tritt bei der Hälfte der Kinder auf. Im letzten Stadium (Dauer 6–10 Wochen) klingen die Hustenanfälle langsam ab. Weil es gegen Pertussis keinen Nestschutz gibt, sind Neugeborene und Säuglinge besonders gefährdet. Je jünger das Kind ist, desto gefährlicher ist die Erkrankung, da es anstelle der typischen Hustenanfälle zum Atemstillstand mit Todesfolge kommen kann.

Häufig treten Lungen- und Mittelohrentzündungen durch zusätzliche Infektionen mit anderen Erregern auf (Lungenentzündungen treten bei etwa 10 % der Säuglinge und älteren Erwachsenen mit Keuchhusten auf). In Einzelfällen kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns (Pertussis-Enzephalopathie), die Dauerschäden hinterlassen kann. Der Einsatz von Antibiotika ist möglich, muss aber frühzeitig erfolgen. Werden Antibiotika erst ein bis zwei Wochen nach Beginn der stakkatoartigen Hustenattacken angewendet, lässt sich der Krankheitsverlauf der Betroffenen in der Regel meist nicht mehr positiv beeinflussen, sondern lediglich die Übertragung auf andere Personen verhindern.


NP-DE-VX-WCNT-200021, Apr20