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Keuchhusten (Pertussis): Übertragung, Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Keuchhusten ist eine schwere Infektionskrankheit, die oft sehr langwierig verläuft („100-Tage-Husten“). Sie tritt im Säuglingsalter und Kindesalter auf, kann aber auch Jugendliche und Erwachsene befallen. Auslöser ist das Bakterium Bordetella pertussis, das durch Tröpfcheninfektion übertragen wird.

Keuchhusten-Impfschutz muss aufgefrischt werden

Nur die rechtzeitige Impfung kann wirksam vor einer Keuchhusten-Erkrankung schützen. Da weder eine durchgemachte Keuchhusten-Erkrankung noch die Impfung lebenslange Immunität gewährleisten, muss der Impfschutz regelmäßig aufgefrischt werden. Damit junge, noch nicht oder nur unzureichend geimpfte Kinder nicht von Ihren Verwandten angesteckt werden, sollte auch bei Erwachsenen ein Impfschutz bestehen. Deshalb empfiehlt die STIKO – nach abgeschlossener Grundimmunisierung im Säuglingsalter – eine Auffrischimpfung im Alter von 5–6 und 9–17 Jahren. Im Erwachsenenalter sollte die Impfung einmalig mit der nächsten fälligen Tetanus- Diphtherie-Impfung aufgefrischt werden. Bei bestehender Indikation zur Keuchhusten-Impfung kann auch kurz nach einer erfolgten Tetanus-Diphtherie-Impfung eine Impfung mit einem Tetanus--Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfstoff durchgeführt werden.

Alle Frauen im gebärfähigen Alter und Haushaltskontaktpersonen zu Säuglingen sollten eine Impfung gegen Pertussis erhalten sofern in den letzten 10 Jahren keine Impfung gegen Pertussis stattgefunden hat. Zudem sollen Personal im Gesundheitsdienst sowie in Gemeinschaftseinrichtungen alle 10 Jahre eine Pertussis-Auffrischung bekommen.

Die Grundimmunisierung nach STIKO-Empfehlung umfasst 3 Impfungen innerhalb der ersten 6 Lebensmonate (ab vollendetem 2. Lebensmonat). Zwischen den Impfungen mindestens 4 Wochen Abstand liegen. Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, sollten Kombinationsimpfstoffe verwendet werden, die auch gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, invasive Hib-Infektionen und Hepatitis B schützen. Die Ständige Impfkommission betont in ihren aktuellen Empfehlungen erneut die Bedeutung einer frühzeitigen Impfung.


Verbreitung: In Impfländern ist Keuchhusten selten

Nach Angaben der WHO sterben weltweit jedes Jahr noch rund 200.000 bis 300.000 Menschen – überwiegend Kinder – an Keuchhusten. In Deutschland wird jeder 2. Säugling in ein Krankenhaus eingewiesen. In Ländern, in denen konsequent gegen Keuchhusten geimpft wird, ist die Krankheit bei Kindern seltener geworden. Allerdings verschob sich die Krankheitslast in den letzten Jahren immer mehr ins Erwachsenenalter, da hier die Impfquoten besonders schlecht sind. Das ist auch für die Neugeborenen, die noch nicht geimpft werden können, schlecht, da infizierte Eltern die Hauptinfektionsquelle für Neugeborene und Säuglinge sind.


Übertragung, Symptome und Krankheitsverlauf: schwere Hustenanfälle als Leitsymptom des Keuchhustens

Die Erkrankung verläuft in verschiedenen Stadien: Das Anfangsstadium (Dauer 1–2 Wochen) ist durch grippeähnliche Symptome wie Schnupfen, leichten Husten und Schwäche gekennzeichnet. Das nachfolgende Stadium (Dauer 4–6 Wochen) ist geprägt von anfallsweise auftretenden, schweren, krampfartigen Hustenattacken mit Erbrechen und Atemnot. Das typische Keuchen tritt bei der Hälfte der Kinder auf. Im letzten Stadium (Dauer 6–10 Wochen) klingen die Hustenanfälle langsam ab. Weil es gegen Pertussis keinen Nestschutz gibt, sind Neugeborene und Säuglinge besonders gefährdet. Je jünger das Kind ist, desto gefährlicher ist die Erkrankung, da es anstelle der typischen Hustenanfälle zum Atemstillstand mit Todesfolge kommen kann.

Häufig treten Lungen- und Mittelohrentzündungen durch zusätzliche Infektionen mit anderen Erregern auf (Lungenentzündung tritt bei bis zu 20 % der hospitalisierten Keuchhusten-Patienten auf). In Einzelfällen kommt es zur Sauerstoffunterversorgung des Gehirns (Pertussis-Enzephalopathie), die Dauerschäden hinterlassen kann. Plötzliche Todesfälle können insbesondere bei Säuglingen auftreten. Der Einsatz von Antibiotika ist möglich, muss aber früh erfolgen. Werden Antibiotika erst ein bis zwei Wochen nach Beginn der stakkatoartigen Hustenattacken angewendet, lässt sich der Krankheitsverlauf der Betroffenen in der Regel meist nicht mehr positiv beeinflussen.


NP-DE-VX-WCNT-190013, Nov19