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Meningokokken-Erkrankungen: Symptome, Krankheitsverlauf und Impfungen

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis) auslösen können.

Verschiedene Impfungen gegen unterschiedliche Meningokokken-Gruppen

Aufgrund der Komplexität des Bakteriums sind verschiedene Serogruppen zu unterscheiden, gegen fünf der häufigsten Serogruppen in Deutschland sind Impfungen für einen bestmöglichen Schutz verfügbar: A, B, C, W und Y.

Bei Meningokokken werden weltweit 12 verschiedene Serogruppen unterschieden. Die überwiegende Mehrzahl der Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland ist auf Meningokokken der Serogruppe B, gefolgt von Y und C zurückzuführen. Derzeit stehen in Deutschland Impfungen gegen fünf der häufigsten Serogruppen A, B, C, Y und W zur Verfügung. Seit 2006 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Impfung gegen Meningokokken C in Deutschland als Standardimpfung für alle Kinder möglichst früh im 2. Lebensjahr. Es stehen zusätzlich eine Kombinations-Impfung gegen die Serogruppen A, C, W, Y sowie eine Impfung gegen Serogruppe B zur Verfügung.


Verbreitung: Meningokokken kommen in Deutschland und weltweit vor

Erkrankungen durch Meningokokken treten weltweit auf. In Deutschland sind es etwa 300 Fälle pro Jahr. Damit ist die Erkrankung zwar selten, sie kann jedoch plötzlich auftreten und in wenigen Stunden lebensbedrohlich verlaufen. Auf dem afrikanischen Kontinent im sogenannten „Meningitis-Gürtel“ Afrikas (südlich der Sahara und nördlich des Äquators) kommt es immer wieder zu größeren Epidemien. 


Übertragung: Säuglinge und Kleinkinder erkranken am häufigsten

Meningokokken werden von Mensch zu Mensch durch eine sogenannte "Tröpfchen-Infektion" bei engem Kontakt übertragen. Personen, die diese Bakterien auf ihren Schleimhäuten in Nase und Rachen tragen, können also andere Personen zum Beispiel durch Husten und Niesen anstecken. Da nicht jeder Träger der Bakterien auch erkrankt, können diese, auch ohne es zu ahnen, andere Menschen infizieren. Die Trägerrate in Deutschland beträgt bei Erwachsenen etwa 10 %.

Es kommt zu etwa 300 Erkrankungen im Jahr in Deutschland. Das höchste Risiko für eine Erkrankung haben Säuglinge und Kleinkinder. Aber auch für Jugendliche besteht ein leicht erhöhtes Erkrankungsrisiko.


Symptome und Krankheitsverlauf: innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich

Die Inkubationszeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome beträgt in der Regel 3 bis 4 Tage – jedoch mindestens 2 und höchstens 10 Tage. In Folge einer Meningokokken-Infektion kann es sowohl zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) als auch zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. 

Zu Beginn einer Meningokokken-Erkrankung können unspezifische, grippeähnliche Symptome, wie hohes Fieber, Erbrechen oder starke Kopfschmerzen auftreten. Im weiteren Verlauf können Nackensteifigkeit, Lichtscheue und Gelenkschmerzen hinzukommen oder Hauteinblutungen als Zeichen einer Blutvergiftung. Die Symptome bei Säuglingen sind u. a. Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit und Berührungsempfindlichkeit sowie eine gespannte Fontanelle. 

Es kann zu Spätfolgen wie Hirnschäden, Hörverlust oder Lernschwäche kommen. In Folge einer Blutvergiftung können Amputationen nötig sein. Die Erkrankung kann tödlich verlaufen.


NP-DE-VX-WCNT-190017, Nov19