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Was bringen Kombinationsimpfstoffe?

6-fach, 4-fach und andere Kombinationsimpfstoffe machen es für jedermann deutlich einfacher, den Impfschutz gegen eine Reihe von Infektionskrankheiten auf dem optimalen Stand zu halten.

Erhält ein Baby alle von der Ständigen Impfkommission STIKO empfohlenen Impfungen, dann bekommt es bis zum zweiten Geburtstag zehn Injektionen und, je nach Impfstoff,  zwei –drei Schluckimpfungen. Mit dieser Ausstattung ist das Kind für mehrere Jahre bis Jahrzehnte gegen dreizehn unterschiedliche Erreger geschützt. Würden die Immunisierungen jeweils einzeln verabreicht, wären das 36 Injektionen und zwei – drei Schluckimpfungen!

Damit liegt der größte Vorteil von Kombinationsimpfstoffen auf der Hand: Sie enthalten eine Kombination mehrerer Antigene und bieten daher mit wenigen Injektionen Schutz gegen mehrere Krankheitserreger. Man stelle sich nur vor, man müsste selbst innerhalb von zwei Jahren 36 Impfungen bekommen… man bekäme wahrscheinlich irgendwann eine Spritzenphobie.

6-fach, 4-fach: Ist das nicht zu viel für ein Baby?

Das Immunsystem von Babys und Kleinkindern hat zu Beginn noch keine Erfahrung mit der Abwehr von Krankheitserregern. Ein Baby profitiert in den ersten Lebensmonaten vom so genannten Nestschutz. Damit ist gemeint, dass Antikörper, welche die Mutter im Laufe ihres Lebens gegen bestimmte Keime gebildet hat, während der Schwangerschaft über die Plazenta und beim Stillen über die Muttermilch auf das Baby übertragen werden und wie ein Schutzschild wirken.

Doch viele Infektionskrankheiten verlaufen in der frühen Kindheit besonders schwer. Darum ist es wichtig, dass das Kind so früh wie möglich gegen möglichst viele dieser Krankheiten geschützt ist. Wenn Kinder eine Kita oder einen Kindergarten besuchen, haben sie engen Kontakt zu anderen Kindern. Krankheitserreger können sich dann in Windeseile ausbreiten – außer, Kinder und Eltern sind geimpft. Kombinationsimpfstoffe sind dafür optimal.

Gegen sechs Erreger gleichzeitig impfen, das klingt erstmal nach einer großen Herausforderung für das Immunsystem. Es gibt jedoch in den über 50 Jahren, in denen Kombinationsimpfstoffe inzwischen verwendet werden, keine Hinweise darauf, dass das Immunsystem überlastet werden würde. Es ist auch vielmehr so, dass in den heutigen Impfstoffen von den einzelnen Komponenten z. T. nur ein Bruchteil der Erreger enthalten ist, der früher im Monoimpfstoff nötig war, um den gleichen Schutzeffekt zu erzielen. Das liegt einerseits daran, dass die Impfstoffe hochgereinigt sind, die Antigene teilweise verbessert wurden und die Zusatzstoffe die Immunantwort besser unterstützen.

So viele Impfungen – ist das denn nicht schädlich?

Wie oben gezeigt, kann mithilfe von Kombinationsimpfstoffen die Anzahl der Injektionen gering gehalten werden. Manchmal wird die Sorge geäußert, dass die in den Kombinationsimpfstoffen enthaltenen Zusatzstoffe, so genannte Adjuvantien, Nebenwirkungen hervorrufen würden. Das ist nicht der Fall – zumindest treten Nebenwirkungen bei Kombinationsimpfstoffen nicht häufiger auf, als bei Monoimpfstoffen. Vielmehr ist es so, dass die Menge an notwendigen Begleit- und Zusatzstoffen sogar deutlich geringer ist, wenn mit Kombinationsimpfstoffen geimpft wird, da viel weniger Injektionen notwendig sind.

Weniger Impftermine – besserer Schutz

Einer Impfung wird selten mit Begeisterung entgegengefiebert. Daher ist auch verständlich, dass sich der ein oder andere gerne davor drücken möchte oder Impftermine einfach vergisst. Oder wissen Sie gerade, wann die nächste Auffrischung für Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten fällig ist? Doch je weniger Termine notwendig sind, um optimal geschützt zu sein, desto weniger Termine können auch vergessen werden!

Es hat sich auch gezeigt, dass Babys und Kinder die jeweils für die Altersgruppe empfohlenen Impfungen am besten möglichst früh bekommen sollten, weil bei späterem Beginn öfter mal eine Injektion vergessen wird und der Impfschutz damit unvollständig ist.

Sonderfall Keuchhusten

Viele Erwachsene haben Keuchhusten (Pertussis) nicht als schwere Krankheit auf dem Radar. Im Erwachsenenalter verläuft die Erkrankung häufig auch relativ unauffällig – oft wird der Husten gar nicht als Keuchhusten erkannt. Doch für Babys kann eine Infektion mit dem Erreger lebensbedrohlich werden und sogar zum Tod führen. Ab einem Alter von zwei Monaten können die Kleinsten geimpft werden. In der 6-fach-Impfung sind auch Antigene gegen Bordetella pertussis, den Erreger, enthalten. Doch noch besser sind Kinder geschützt, wenn sie durch die Erwachsenen in der Umgebung nicht angesteckt werden können. Daher sollten sich auch alle Erwachsenen gegen Pertussis impfen lassen. Früher gab es hierfür einen Monoimpfstoff, der nur gegen Keuchhusten-Bakterien gerichtet war. Heute gibt es die Impfung gibt nur noch in Kombination mit Tetanus und Diphtherie, so dass Sie bei der nächsten Tetanus-Auffrischimpfung am besten gleichzeitig gegen Keuchhusten geimpft werden sollten. Das Gute auch an dieser Impfung ist: Sie schlagen drei Fliegen mit einer Klappe!


DE/VAC/0472/15z, Nov16


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