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An welchen Körperstellen kann Gürtelrose überall auftreten?

Während Windpocken von Kopf bis Fuß auftreten, ist die Gürtelrose in aller Regel auf eine Region der Haut begrenzt. Die Stelle, an der bei einer Gürtelrose der Hautausschlag auftritt, hängt davon ab, in welchen Nervenbahnen die Varizella-Zoster-Viren seit der Windpocken-Erkrankung in einem Ruhezustand ausgeharrt haben. In manchen Fällen sind es nur wenige winzige Bläschen, die fast übersehen werden könnten, wäre da nicht der Juckreiz und die Schmerzen. In anderen Fällen sind größere, flächige Bereiche betroffen. Meist tritt der Ausschlag aber nur auf einer Körperseite auf.
Welche Körperregionen betroffen sein können und wie die Gürtelrose jeweils aussieht, erfahren Sie im Folgenden.

Brustkorb

Der Brustkorb ist überdurchschnittlich häufig betroffen. In mehr als jedem zweiten Fall von Gürtelrose treten die virushaltigen Bläschen dort auf. Häufig zieht sich das Ausbreitungsgebiet um die Seite in Richtung Achseln.

Rücken

Auch am Rücken kann der Ausschlag auftreten. Typisch ist auch hier die Ausbreitung wie ein Band oder ein breiter Gürtel.

Arme und Beine

An den Armen und Beinen tritt der Herpes Zoster seltener zu Tage. Hier kann sich der Hautausschlag ringförmig um den Arm oder das Bein oder aber über die gesamte Länge erstrecken.

Kopf

Der Hals und Kopfbereich inklusive der behaarten Kopfhaut kann betroffen sein, wenn der Trigeminusnerv von den Viren befallen ist. Man spricht auch von Kopfrose.

Gesicht

Eine Gürtelrose im Gesicht wird auch Gesichtsrose genannt. Beim Hautausschlag im Gesicht ist, ebenso wie am Kopf, der Trigeminusnerv befallen. Bei einer Gesichtsrose treten besonders häufig Komplikationen auf, weil hierbei nicht nur die Gesichtshaut, sondern in vielen Fällen auch das Auge oder Ohr betroffen ist. Wenn der Nervus facialis, der für die Mimik von Bedeutung ist, in Mitleidenschaft gezogen ist, kann vorübergehend die Gesichtsmuskulatur gelähmt werden und der Geschmackssinn verloren gehen.

Auge

Vom Trigeminusnerv zweigt der Sehnerv (Nervus opticus) ab. Über diese Verbindung können die Viren die Augen und die Binde- und Hornhaut befallen. Ist auch der Sehnerv betroffen, können vorübergehende oder dauerhafte Sehstörungen, bis zur Erblindung, auftreten.

Ohr

Ist der Hörnerv, Nervus cochlearis, befallen, entstehen die Bläschen im Gehörgang und/oder an der Ohrmuschel. Die Folgen können neben starken Ohrenschmerzen auch Schwerhörigkeit und sogar Taubheit sein. Da das Innenohr für den Gleichgewichtssinn wichtig ist, kann es bei einem so genannten Zoster oticus auch zu Gleichgewichtsstörungen kommen.

Genitalbereich

Der Zoster genitalis betrifft den Genitalbereich und zieht über das Geschlechtsteil (Penis, Schamlippen) bis zur Innenseite der Oberschenkel. Ein sehr ähnliches klinisches Bild zeigt sich auch beim Herpes genitalis, der von anderen Vertretern der Herpesviren, Herpes simplex Typ 1 oder Typ 2, hervorgerufen wird.

Gesamtes Nervensystem

In Fällen, in denen das Immunsystem von Patienten stark geschwächt ist, beispielsweise bei AIDS-, Leukämie und Krebspatienten oder aufgrund von immunsupprimierenden Medikamenten, kann das Varizella-Zoster-Virus sich auf das ganze Nervensystem ausbreiten (Zoster generalisatus). Diese Fälle sind lebensbedrohlich.

Bei jedem Verdacht auf eine Gürtelrose sollte möglichst zügig ein Arzt aufgesucht werden. Besonders bei Befall des Kopfes, Gesichtes, der Augen und Ohren und des Genitalbereiches können schwere Verläufe beobachtet werden. Das Risiko für langfristige Schäden der Sehfähigkeit oder des Gehörs kann durch eine rechtzeitige Behandlung verringert werden.


DE/HRZ/0022/18, Jun18


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