Menu

Check-Up 35

Gesundheit ist das höchste Gut, sagt eine alte Volksweisheit. Wer einmal ernsthaft krank war, wird diesen Satz sofort unterschreiben. Solange jedoch alles in Ordnung scheint, wissen viele gar nicht zu schätzen, wie wertvoll es ist, gesund zu sein. Deshalb werden Angebote der Gesundheitsprävention wie Krebsvorsorge oder Impfprophylaxe zu wenig genutzt. Wie wichtig der „Check-Up 35“ für alle ab 35 ist, lesen Sie hier.



DE/PRI/0006/16, Apr18
Die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) bringt es auf den Punkt: Die meisten Deutschen fühlen sich gesund, obwohl dieselbe Studie bei vielen Menschen Anzeichen so genannter Zivilisationskrankheiten registriert. (1) Auch Infektionskrankheiten werden oftmals unterschätzt. Trotz der Möglichkeit, sich beispielsweise gegen Masern oder Keuchhusten impfen zu lassen, wird dies von Erwachsenen oft nicht genutzt.

Meister im Verdrängen

Mit ihren Kindern gehen Erwachsene zu allen U-Untersuchungen – hier wird Prävention für sehr wichtig gehalten. Im Erwachsenen-Alter hingegen werden Vorsorge-Untersuchungen nicht mehr so ernst genommen.

Impfprophylaxe vernachlässigt

Neben hausgemachten Risiken wie falsche Ernährung und Bewegungsmangel gibt es weitere vermeidbare Gesundheitsgefahren, die ebenfalls häufig unterschätzt werden. Stichwort Impfprophylaxe. In Deutschland bestehen große Impflücken, auch das hat die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland gezeigt. In der Altersgruppe der 30- bis 39jährigen besitzen beispielsweise nur knapp 50 Prozent einen wirksamen Schutz gegen Masern, und in punkto Mumps sieht es noch schlechter aus.

Impflücken führen dazu, dass zunehmend Erwachsene an ansteckenden, so genannten „Kinderkrankheiten“ wie Masern, Mumps und Röteln erkranken. Was fast niemand weiß: Masernviren können das Gehirn befallen und dort eine lebensbedrohliche Entzündung hervorrufen. Mumpsviren können bei Männern zu einer Hodenentzündung mit dauerhafter Unfruchtbarkeit als möglicher Folge führen. Auch Röteln können mit schwerwiegenden Komplikationen einhergehen. Diese Erkrankung ist besonders für das ungeborene Kind gefährlich, wenn eine Schwangere daran erkrankt.

Kostenfreie Angebote nutzen

Früher wurde die Medizin als eine Art Reparaturbetrieb wahrgenommen. Jetzt findet ein Umdenken in der Gesellschaft statt. Immer mehr Mediziner sowie auch die politisch Verantwortlichen und die Kostenträger wollen der Prävention mehr Bedeutung geben. Der Check-up-35 beispielsweise ist ein Präventionsangebot der gesetzlichen Krankenkassen. Die Präventionsleistung ist kostenlos und steht Patienten ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre zu. Beim Check-up 35 geht es darum, häufig auftretende Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen bzw. deren Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Die Teilnahme an diesem kostenlosen Präventionsprogramm ist allerdings bislang sehr zurückhaltend und liegt nur bei etwas über 20 Prozent.

Impfpass-Check anlässlich des Check-up-35 möglich

Seit jeher unstrittig ist der große gesundheitspräventive Nutzen der Impfprophylaxe gegen häufige Infektionskrankheiten. Daher sollte auch ein Impfpass-Check anlässlich des Check-up-35 gemacht werden. Die Kosten für die Nachhol- oder Auffrisch-Impfungen werden in der Regel von den Kassen übernommen. Das gilt für alle Impfungen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt. Das ist zum Beispiel bei Masern der Fall. Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, mit fehlendem, unzureichendem oder ungewissem Schutz sollten sich laut STIKO unbedingt gegen Masern impfen lassen, wobei heute eine Dreifach-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgt. Daher sollte man unbedingt seinen Impfpass zum Check-up mitbringen.

„Gesundheits-Check-up: Ab 35 alle zwei Jahre kostenlos!“

Der Präventionsgedanke ist hierzulande noch nicht in allen Köpfen verankert. Dabei gibt es effektive Möglichkeiten Krankheiten vorzubeugen. Ab dem 35. Lebensjahr hat beispielsweise jeder gesetzlich Versicherte in Deutschland die Möglichkeit sich alle zwei Jahre einer kostenlosen Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen. Den „Check-up 35“ kann jeder Hausarzt vornehmen.

Die gründliche Untersuchung dient in erster Linie der Früherkennung bestimmter Krankheiten, wie z.B. Herz-Kreislauf-, Nieren- sowie Zuckerkrankheiten und Störungen des Bewegungsapparates.  Der Check-up 35 umfasst eine umfangreiche Anamnese durch den Arzt, sowie anschließende Untersuchungen, sowie Analyse des Bluts und Urins. Nur wer sein individuelles Risiko kennt, kann seine Lebensgewohnheiten gezielt darauf abstimmen und somit wichtige Präventivmaßnahmen treffen.

Wichtig ist es bei dieser Gelegenheit auch den Impfstatus überprüfen zu lassen, da dies häufig vernachlässigt wird. Daher sollte man unbedingt seinen Impfpass zum Check-up mitbringen. Denn gerade bei Erwachsenen gibt es große Impflücken. Auch bei unklarem Impfstatus kann der Arzt bestimmte Impfungen, z.B. die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln verabreichen.

Da man durch Prävention viel erreichen kann und viele Krankheiten ohne eine solch gründliche Untersuchung oft lange Zeit unerkannt bleiben, sollte jeder die Möglichkeit des Check-ups 35 unbedingt wahrnehmen.

 

(1) www.degs-studie.de/deutsch/ergebnisse/degs1/degs1-basispublikation.html


DE/VAC/0472/15g, Nov17