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Der Grippe-Erreger stellt sich vor

Grippe wird durch Viren ausgelöst, die Influenza-Viren. Influenza-Viren sind weltweit verbreitet und werden in die Typen A, B und C unterteilt. Diese drei Virustypen lösen unterschiedlich schwere Krankheitsbilder aus.

Während Influenza-A- und B-Viren große Grippe-Wellen verursachen, von Epidemien bis hin zu Kontinent übergreifenden Pandemien, und für leichte bis schwere oder sogar lebensbedrohliche Krankheitsverläufe verantwortlich sind, sind die Auswirkungen einer Infektion mit Influenza-C-Viren meist harmlos.

Das Virus-Reservoir ist meistens der Mensch selbst. Aber auch Tiere, vor allem Schweine und Vögel, können von Influenza-A-Viren befallen werden. Gerade in Regionen, in denen Menschen und Tiere auf sehr engem Raum miteinander leben, können sich Influenza-Viren, die hauptsächlich Tiere befallen und solche an denen überwiegend Menschen erkranken, "vermischen" und neue Subtypen bilden.

Aufbau des Virus

Vereinfacht gesagt sind Influenza-Viren winzige Kapseln, in denen sich die Erbinformation in Form der Ribonukleinsäure (RNS) befindet. Auf der Oberfläche der Virushülle sind die Eiweiße Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) verankert, die eine entscheidende Rolle bei der Vermehrung, d. h. bei der Produktion neuer Viren im Körper sowie der Ausbreitung von Mensch zu Mensch, spielen. Diese Oberflächenstoffe, so genannte Antigene, sind veränderlich. Es sind derzeit 18 Hämagglutinin- und 9 Neuraminidase-Typen bekannt.

Bezeichnung der Influenza-A- und -B-Viren

Die genaue Bezeichnung der Influenza-Viren, z. B. A/Michigan/45/2015 (H1N1), wird wie folgt vorgenommen:

  • A, B und C bezeichnen den Virus-Typ,
  • zur näheren Bezeichnung des Stammes wird abschließend die Variante, in Form des Ortsnamens der Entdeckung oder Isolierung zusammen mit einer laufenden Nummer und dem Isolierungsjahr vermerkt, z. B. Michigan/45/2015,
  • dahinter wird der jeweilige Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) - Subtyp angegeben, z. B. H1N1.

Bei Influenza-B-Viren gibt es nur einen Subtyp, daher wird dieser nicht mit angegeben. Allerdings zirkulieren zwei verschiedene Influenza-B Linien, die "Yamagata" bzw. "Victoria" genannt werden.


DE/VAC/0130/16, Feb16

Ihr persönliches Risiko

Babys

Kinder

Jugendliche

Erwachsene

Berufstätige

Senioren

Babys

Auch Babys können eine Grippe bekommen. Vor allem vorgeschädigte Schleimhäute, z. B. aufgrund von Allergien, und andere chronische Grunderkrankungen begünstigten die Ansteckung mit Influenza-Viren und die Entwicklung von Komplikationen. Babys können ab einem Alter von 6 Monaten gegen Grippe geimpft werden.

Kinder

Kinder sind häufig von Grippe-Infektionen betroffen. Gerade in Kindertagesstätten und Schulen, wo miteinander gespielt und getobt wird, verbreiten sich die Viren schnell. Klein- und Schulkinder stellen daher eine große potenzielle Ansteckungsquelle für Andere dar. Beispiele der Vergangenheit bekräftigen diese Aussagen – die Hongkong-Grippe Ende der 60er Jahre leerte die Klassenzimmer, während die Krankenhäuser sich füllten. Und auch die jüngste Epidemie 1995/96 in Deutschland zeigte, dass Kleinkinder häufig mit Komplikationen in die Klinik eingewiesen werden müssen. Daher ist eine jährliche Grippe-Schutzimpfung für alle Kinder sinnvoll, Kinder mit chronischen Grundleiden sollten in jedem Fall regelmäßig gegen Influenza geimpft werden.

Jugendliche

Auch gesunde Jugendliche werden keineswegs von der Grippe verschont. Bei der letzten großen Grippe-Epidemie in Deutschland 1995/96 erkrankten viele Jugendliche, einige starben an den Folgen. Daher ist eine jährliche Grippe-Schutzimpfung für alle Teenager ratsam, Jugendliche mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie z.B. chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus und anderen Stoffwechselkrankheiten, angeborene und erworbene Immundefekte, HIV-Infektionen und Krebsleiden sollten unbedingt jedes Jahr in Form einer Impfung gegen Influenza geschützt werden.

Erwachsene

Für Erwachsene mit geschwächter Immunabwehr und chronischen Krankheiten wie z.B. Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenproblemen, Diabetes, HIV-Infektionen sowie Krebsleiden empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut eine jährliche Grippe-Schutzimpfung. Auch schwangeren Frauen empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung. Darüber hinaus sind Eltern besonders gefährdet, sich mit Influenza anzustecken. Ihre Kinder bringen die Erreger aus Kindergärten und Schulen mit nach Hause. Fernreisende sollten sich mindestens 14 Tage vor Reiseantritt über eine notwendige Grippe-Vorsorge bei ihrem Arzt informieren. Immer wieder werden im europäischen Sommer Influenza-Viren von der Südhalbkugel eingeschleppt.
Ein trauriges Beispiel der Geschichte unterstreicht das Infektionsrisiko auch für gesunde Erwachsene – an der schweren „Spanischen Grippe“ von 1918/19 erkrankten und starben weltweit Millionen gesunde Menschen, mehr als Soldaten im 1. Weltkrieg.

Berufstätige

Für Personen mit erhöhter Gefährdung einer Ansteckung, z.B. medizinisches Personal und Personen mit umfangreichem Publikumsverkehr, empfiehlt sich eine jährliche Grippe-Schutzimpfung – zum eigenen Schutz und vor allem auch zum Schutz anderer, z. B. betreuter Risikopatienten. Zur letzten Gruppe zählen in erster Linie Lehrer, Erzieher, Einsatzkräfte, Personen in der Lebensmittelfertigung, bei der Müllentsorgung, Reinigungskräfte und allgemein Berufstätige im Verkauf. Aber auch für Selbstständige und Unternehmer können sich die hohen Ausfallzeiten in Folge der Grippe-Erkrankung in jeder Hinsicht teuer auswirken.

Senioren

Für Personen ab dem 60. Lebensjahr erhöht sich das Risiko eines komplikationsbehafteten Krankheitsverlaufs im Zuge einer Influenza. Das Abwehrsystem ist in dieser Altersgruppe allgemein geschwächt. Gerade auf engem Raum in Alters- und Pflegeheimen verbreiten sich die Viren schnell. Und auch die Enkelkinder übertragen die lebensgefährlichen Erreger auf die Großeltern. Daher empfiehlt sich für diese Personengruppe grundsätzlich eine jährliche Grippe-Schutzimpfung.

DE/FLU/0025/16, Mar18


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