Interview: „Gesund & Fit im Alter – wie lassen sich Grippe, Gürtelrose, Keuchhusten und Co. vermeiden?“

Gesund & Fit im Alter

Interview zum Themenbeitrag von GSK beim 13. Deutschen Seniorentag der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) (24.-26.11.21 in Hannover).

  1. Seit Corona wissen wir alle wieder, wo unser Impfpass liegt. Welche Impfungen sind Ihrer Erfahrung nach gerade für Menschen ab 60 Jahren sinnvoll?
    Im Einzelfall sollte immer die Ärztin oder der Arzt entscheiden, welche Impfungen wichtig für ihre Patienten sind. Grundsätzlich kann man jedoch sagen: Mit einer Vorsorge gegen Grippe, Gürtelrose und Keuchhusten ist die Altersgruppe ab 60 Jahren gut beraten und auch Menschen mit Grunderkrankung profitieren hier. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Immunisierungen als Standardimpfung.

  2. Viele Experten gehen davon aus, dass dieser Winter wieder Infektionskrankheiten wie Grippe, RSV und Co. mit sich bringen wird. Was sagen Sie als Experte dazu?
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es so kommen wird. Wir alle waren im vergangenen Jahr viel zu Hause, haben unsere sozialen Kontakte eingeschränkt, haben weniger Länder bereist als sonst und oft eine Maske getragen. Somit waren wir weniger Viren und Bakterien als sonst üblich ausgesetzt. Die natürliche Immunisierung gegen Infektionskrankheiten wird also geringer sein als sonst um diese Jahreszeit üblich.

  3. Die meisten Menschen haben sich dieses Jahr gegen COVID-19 impfen lassen. Warum sollten sie nun auch noch weitere Impfungen vornehmen?
    Aus dem gleichen Grund, aus dem man sich auch gegen COVID-19 impfen lässt: Prävention ist der beste Schutz vor Erkrankung und immer besser als die Krankheit durchzumachen. Immunisierungen können vor einer Erkrankung schützen. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Grund: In Zeiten wie diesen, in denen unser Gesundheitssystem extrem belastet wird, sind Schutzimpfungen auch im Gesamtkontext betrachtet sinnvoll. Grippe, Gürtelrose und Keuchhusten haben nämlich eins gemeinsam: Sie sind in den allermeisten Fällen durch Impfung vermeidbar.

  4. Beispielsweise Gürtelrose wird oft als harmlos eingestuft. Was sagen Sie diesen Menschen?
    Eine Gürtelrose wird häufig unterschätzt. Viele sind der Ansicht, es handle sich dabei um einen einfachen Hautausschlag. Aber: Bis zu 30 % der Erkrankten erleiden teils schwere Komplikationen bis hin zu chronischen Nervenschmerzen. Auch Sehstörungen oder gar Schlaganfälle und Herzinfarkte können auftreten. Hinzu kommt:  Viele wissen gar nicht , dass sie gefährdet sind. Denn jede Person über 60 Jahren, die im Kindesalter eine Windpockenerkrankung hatte, trägt das Gürtelrose-Virus seitdem unbemerkt im Körper. Das bedeutet, dass mehr als 95 % der über 60-Jährigen zur Risikogruppe gehören und bei jeder/m Dritten bricht eine Gürtelrose im Laufe des Lebens aus. Eine Impfung kann vor all dem gut schützen.

  5. Bei Corona gelten ältere Menschen als besonders gefährdet für schwere Verläufe. Ist das bei einer Gürtelrose ähnlich?
    Bei Gürtelrose würde ich auf jeden Fall Ja sagen. Menschen ab 60 Jahren haben häufiger schwerere Verläufe und oft auch Komplikationen. Schuld daran ist unter anderem das menschliche Immunsystem, das mit zunehmendem Alter immer schwächer wird. Denn egal wie gesund der eigene Lebensstil auch ist, das Immunsystem wird altersbedingt zunehmend schwächer. Daneben können Grunderkrankungen, wie Diabetes mellitus oder rheumatoide Arthritis ebenfalls die Abwehrkräfte verringern und das Risiko für Menschen ab 50 Jahren erhöhen.

  6. Welche Vorsorgemöglichkeiten sollten jetzt besonders bei älteren Menschen auf der persönlichen Checkliste stehen?
    Für die eigene Vorsorge empfiehlt es sich, eine Hausärztin oder einen Hausarzt für ein Beratungsgespräch aufzusuchen und auf mögliche Impfungen anzusprechen. Dabei sollte man immer seinen Impfausweis in die Praxis mitbringen. Neben der Impfung gegen Grippe und Keuchhusten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) auch eine Gürtelrose-Impfung als Standard für alle Frauen und Männer ab 60 Jahren.

NP-DE-HZX-INTF-210002, Nov21