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Für die Emanzipation bei der HPV-Impfung – auch Jungen profitieren!

Im Moment ist die HPV-Impfung nur für Mädchen von der STIKO empfohlen. Doch immer mehr Untersuchungen zeigen, dass auch Jungen und Männer davon profitieren würden. Warum eine Impfung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützt, auch für Jungen sinnvoll ist, können Sie im Folgenden erfahren.

Die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) ist für Mädchen  ab dem neunten Geburtstag von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. HPV werden in der Regel beim Geschlechtsverkehr und beim Oralsex übertragen. Die Impfung schützt vor den HP-Virustypen, die am häufigsten für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind (HPV 16 und HPV 18). Ein Impfstoff schützt auch vor ungefährlichen, aber unangenehmen Genitalwarzen. Fast jeder sexuell aktive Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens damit. An Gebärmutterhalskrebs  können nur Frauen erkranken. Doch natürlich gibt es auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Warum werden also nicht auch Jungen geimpft?

HPV verursacht auch Anal- und Peniskrebs

Inzwischen weiß man, dass HPV nicht nur Gebärmutterhalskrebs, sondern auch Vulvakrebs, Vaginalkrebs, Analkrebs, Peniskrebs sowie  Krebsformen im Mund-Rachen-Bereich verursachen kann. Das sind einige Krebsarten, die auch Männer betreffen; besonders, wenn Männer Sex mit Männern haben. Darum sprechen sich inzwischen auch Ärzte für die standardmäßige Impfung von Jungen aus.

Herdenimmunität: Wenn genügend Mädchen geimpft wären…

Wenn in einer Gruppe/Gemeinschaft/Bevölkerung genügend Menschen gegen eine Krankheit geimpft sind, so kann das Virus nicht mehr so leicht von Mensch zu Mensch springen und auch diejenigen werden geschützt, die nicht geimpft sind. Wie viel Prozent das jeweils sein müssen, hängt von der Infektiosität des Virus und anderen Faktoren ab.

Die Kiggs-Studie des Robert Koch-Instituts (2015) hat ergeben, dass insgesamt nur 52,6 Prozent der 14- bis 17-jährigen Mädchen in Deutschland nach eigenen Angaben jemals gegen HPV geimpft wurden und nur 39,5 Prozent erhielten einen vollständigen Schutz mit allen erforderlichen Injektionen. Das ist in jedem Fall zu wenig, als dass auch ungeimpfte Männer vor eine Ansteckung geschützt sind ; zumal homosexuelle Männer noch weniger Schutz genießen.

In Australien besteht seit 2007 ein Impfprogramm für Mädchen, das etwa 80 Prozent der Mädchen wahrnehmen. In den letzten Jahren konnte beobachtet werden, dass die Häufigkeit anormaler Zellveränderungen, welche sich zu Krebsvorstufen entwickeln können, sowie die Verbreitung von Genitalwarzen bei Frauen und Männern, stark zurückgegangen ist. Das ist ein sehr deutliches Zeichen, dass die Impfung wirksam ist und gefährliche Krebsvorstufen verhindert.

Jungen gegen HPV impfen wäre sinnvoll

Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Impfung von Jungen – ganz im Gegenteil. Die Impfstoffe sind auch für Jungen zugelassen und sind, das haben Studien gezeigt, auch sicher und wirksam. Doch bisher gibt es von der STIKO keine Empfehlung für die Impfung von Jungen. Deswegen übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten in Höhe von ca. 300 bis 500 Euro für Jungen nicht. Viele Ärzte hingegen halten die Impfung von Jungen für sehr sinnvoll, um von HPV ausgelöste Zellveränderungen zu verhindern. Sie fordern eine Impfempfehlung für Mädchen und Jungen, also eine Impfung  für alle Jugendlichen unabhängig vom Geschlecht.

Die Impfung ist am wirksamsten, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreichtwird. Weitere Informationen zur HPV-Impfung finden Sie hier.


DE/VAC/0472/15an, Mar17


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