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Für eine Impfung ist man nie zu alt



Es gibt viele Dinge im Leben, für die ist man erst zu jung und dann aber auch wieder zu alt. Für die Grundschule zum Beispiel, oder für das Kinderkriegen oder Nationaltorhüter sein. Auch die Scheibe Wurst beim Metzger bekommt man nur eine begrenzte Zeitspanne im Leben. Um für seine Gesundheit – und die von anderen Menschen – zu sorgen, ist man allerdings nie zu jung oder zu alt. Mit einer der effizientesten Arten der Gesundheitsvorsorge, Impfungen, kann man schon früh im Leben beginnen und sie bis ins höchste Alter fortführen. Babys, Kleinkinder und alte Menschen haben ein höheres Risiko, an Bakterien- oder Virusinfektionen schwer zu erkranken. Darum brauchen auch speziell diese beiden Altersgruppen teilweise besonderen Schutz vor Infektionskrankheiten.


1. Lebensjahr: Grundlegenden Infektionsschutz aufbauen

Durchfall kann für Säuglinge schnell lebensbedrohlich werden, weil der kleine Körper viel Wasser in kurzer Zeit verliert. Darum gibt es eine Schutzimpfung gegen Durchfall-auslösende Rotaviren. Nur sechs Wochen muss ein Baby alt sein, um dagegen geimpft werden zu können! Und schon ab einem Alter von zwei Monaten kann man den Grundstock für einen weitreichenden Infektionsschutz für das ganze Leben legen – mit der Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Haemophilus influenzae B (Hib), Hepatitis B und verschiedene Pneumokokkenstämme. Gegen Ende des ersten Lebensjahres kann man den Schutz des Kindes – und damit auch anderer Kinder – mit der Impfung gegen Masern, Mumps, RötelnWindpocken und Meningokokken weiter verbessern.


Das Impfportfolio abrunden

Für die sexuell übertragbaren Humanen Papilloma Viren (HPV), den Erregern des Gebärmutterhalskrebses, gibt es einen empfohlenen Zeitraum (neun bis 14, maximal 17 Jahre) in dem geimpft werden soll, hier gibt es aber kein „zu alt“ ist. Das liegt an der Zielsetzung der Impfung: Sie soll verhindern, beim Sex mit den häufigsten sexuell übertragbaren Viren weltweit angesteckt zu werden. Dazu wird die Impfung im besten Fall VOR dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht. Andere Impfungen, wie z.B. gegen FSME* (durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung) können je nach persönlicher Infektionsgefahr früher oder später im Leben sinnvoll sein.


Ferne Länder – fremde Erreger

Im so genannten „mittleren Alter“, also zwischen ungefähr 18 und 60 Jahren, sind der Körper und das Immunsystem der meisten Menschen sehr robust. Hier kommen meist keine Impfungen gegen neue Erreger hinzu, außer für Reisen in ferne Länder, wenn eine Impfung gegen dort vorkommende Erreger empfohlen ist. Dennoch sollt man regelmäßig den eigenen Impfstatus und den der Familie anzusehen, um die Standardimpfungen zu überprüfen.


Ab 60 Jahren: Den Körper vor unnötigen Erkrankungen schützen

Mit 60 Jahren ist man zwar heutzutage noch nicht alt und viele 60-Jährige sind noch sehr fit, agil und stehen mitten im Leben, doch trotz allem baut der Körper langsam ab. Infektionskrankheiten können mit zunehmendem Alter schwerwiegender ausfallen, als bei den meisten jüngeren Menschen. Darum wird gerade für Personen ab 60 Jahren empfohlen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen und das Angebot der jährlichen Impfung gegen Grippe (Influenza) zu nutzen.
Auch wenn man für die Wurstscheibe an der Theke schon zu alt ist; man ist nie zu alt, versäumte Impfungen nachzuholen oder nach einem angemessenen Zeitraum* auffrischen zu lassen.
*Welche Impfung wird wann empfohlen und soll wie häufig aufgefrischt werden? Die Übersicht zu den verschiedenen Impfungen oder der Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut gibt darüber Auskunft. Ihr Haus- oder Kinderarzt berät Sie ebenfalls zu Impfungen. Nehmen Sie doch zum nächsten Besuch einfach den Impfpass mit!


DE/VAC/0472/15q, Jul16


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