Menu

Gleichberechtigung bei der Mumpsimpfung – auch für Mädchen ist sie wichtig!

Mumps – so heißt es immer – wäre für Jungen schlimmer als für Mädchen. Richtig ist, dass Jungen bzw. Männer häufig eine Entzündung der Hoden bekommen. Doch es gibt noch eine Reihe weiterer Komplikationen, die auch Mädchen und Frauen betreffen können. Warum also die zweimalige Impfung auch für Mädchen empfohlen ist, können Sie hier nachlesen.

Mumps, früher auch Ziegenpeter genannt, ist eine ansteckende Virusinfektion der Speicheldrüsen, vor allem der Ohrspeicheldrüse. Viele Menschen wissen, dass die Erkrankung besonders für Jungen und Männer bleibende Folgen haben kann, nämlich eine Entzündung der Hoden. Ein Gewebeschwund ist relativ häufig, Unfruchtbarkeit eine – zum Glück – nur seltene Folge. Darum ist es auch einleuchtend, dass besonders Jungen gegen Mumps geimpft werden sollen. Doch quasi standardmäßig bekommen auch die Mädchen die Impfung, denn es gibt sie nur in Kombination mit der Masern- und der Rötelnimpfung oder zusätzlich mit der Varizellenimpfung. Warum das sinnvoll ist, erklären wir hier.

Natürlich erkranken Mädchen und Frauen genauso an Mumps wie Jungen und Männer. Weniger bekannt ist, dass es neben der Hodenentzündung noch eine Reihe weiterer Komplikationen geben kann. Grundsätzlich nimmt die Wahrscheinlichkeit für schwere und Krankheitsverläufe mit Folgen mit steigendem Alter zu.

  • Hirnhautentzündung
    Die häufigste Begleiterscheinung bei beiden Geschlechtern ist eine Entzündung der Hirnhäute (Mumps-Meningitis). Meist heilt sie folgenlos aus, doch auch Spätfolgen sind möglich.
  • Entzündung der Brustdrüse und der Eierstöcke
    Bei erwachsenen Frauen tritt bei beinahe jeder dritten eine Entzündung der Brustdrüse auf, bei etwa jeder zwanzigsten Frau eine Entzündung der Eierstöcke.
  • Hörstörungen und Taubheit
    Bei vier Prozent der Erkrankten – egal ob weiblich oder männlich – tritt eine vorrübergehende Taubheit auf. In ganz seltenen Fällen kann die Taubheit auch dauerhaft sein.

All diese Komplikationen – und selbstverständlich auch die „normalen“ Auswirkungen einer Mumpserkrankung, wie eine schmerzhafte Schwellung der Ohr- und Speicheldrüsen, Fieber, Kopfschmerz, Unwohlsein, Muskel- und Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit – lassen sich durch eine zweimalige Impfung verhindern oder abschwächen. Bei Jungen bzw. Männern, aber auch bei Mädchen und Frauen.

Doch die Impfung ist für Mädchen nicht nur deswegen zu empfehlen, weil sie einen eigenen Vorteil davon haben könnten. Ein wichtiger Aspekt ist, wie bei allen Impfungen, die so genannte Herdenimmunität. Was das genau bedeutet und warum sie so wichtig ist, können sie in einem kurzen Video erfahren.


DE/VAC/0472/15ap, Mar17


Verwandte Themen

featuredThemaTitle

Habe ich Gürtelrose? Die Diagnose der Erkrankung

Wer noch keine Gürtelrose hatte und auch bei anderen Personen noch keine gesehen hat, wird bei den ersten Anzeichen nicht wissen, was für eine Krankheit sich ankündigt. Ein Arzt kann das schnell erkennen! Wie die Diagnose erfolgt, erfahren Sie hier.

  weiterlesen

DE/HRZ/0032/18, Jul18

featuredThemaTitle

Wohnen Sie in einem FSME Risikogebiet?

  weiterlesen

DE/ENC/0012/18, Mai18

featuredThemaTitle

Das Varizella-zoster-Virus (VZV) – ein Steckbrief

Die Besonderheit des Varizella-zoster-Virus sind die beiden unterschiedlichen klinischen Krankheitsbilder –Varizellen und Herpes Zoster. Wissenschaftliche Hintergrundinformationen zum VZV erfahren Sie im Folgenden.

  weiterlesen

DE/HRZ/0029/18, Jul18