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Gürtelrose mit schweren Folgen: Post-Zoster-Neuralgie

Im Gegensatz zur Windpocken-Erkrankung, bei der Bläschen am gesamten Körper gleichermaßen auftreten können, betrifft der Hautausschlag bei der Gürtelrose meist nur ein oder wenige Hautsegmente. Ein weiterer Unterschied sind die Schmerzen. Bei der Gürtelrose treten häufig schon bevor der Hautausschlag sichtbar wird starke Nervenschmerzen auf. Diese halten etwa zwei bis vier Wochen an. Das tückische ist, dass die Schmerzen nach dem Abheilen der Bläschen nicht grundsätzlich wieder verschwinden. Bleiben sie nach der Erkrankung mehr als 90 Tage bestehen oder treten sie drei Monate nach dem Abheilen erneut auf, so spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie (post = nach, Zoster = Herpes Zoster/Gürtelrose, Neuralgie = Nervenschmerz). Während der akuten Gürtelrose können die betroffenen Nerven geschädigt werden. Das ist die Ursache für die Schmerzen. Tendenziell lässt sich sagen, dass mit steigendem Alter, aber auch mit der Schwere der Gürtelrose, das Risiko ansteigt, nach einer überwundenen Gürtelrose von einer Post-Zoster-Neuralgie betroffen zu sein. Bei 50-Jährigen liegt die Rate bei etwa 10 Prozent, bei über 80-Jährigen bei etwa 50 Prozent.

Teilweise leiden Betroffene unter brennenden Dauerschmerzen, teilweise unter plötzlich einschießenden Schmerzattacken. Die Empfindungen können auch in Wellen auftreten. Die betroffenen Areale des Körpers sind übermäßig schmerzempfindlich, bereits leichte Berührungen können starke Schmerzen auslösen. Man kann sich vorstellen, dass das Tragen von Kleidung, das Liegen, Sitzen oder Anlehnen an diesen Stellen unerträglich ist. Die Schlafqualität wird häufig erheblich beeinträchtigt und belastet Körper und Seele zusätzlich. Auch ein Jahr nach der Erkrankung haben noch zwei bis fünf Prozent der Erkrankten Beschwerden.

Schnelle Behandlung entscheidend

Sehr wichtig ist der frühe Beginn der Therapie: Je früher die Nervenschmerzen behandelt werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Neuralgie. Keinesfalls sollte eine Gürtelrose oder damit einhergehende Nervenschmerzen auf die leichte Schulter genommen werden. Die Schmerztherapie folgt den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Das bedeutet, dass die Medikamente so gewählt werden, wie das bei anderen Erkrankungen mit neurologischen Schmerzen auch geschieht. Daher kann bei einer Gürtelrose neben der Konsultation des Hausarztes eventuell auch ein Neurologe aufgesucht werden. Die individuelle Auswahl der Medikamente und der Dosierungen trägt entscheidend zum Therapieerfolg bei. Angestrebt wird eine möglichst gute Schmerzlinderung. In der Praxis ist eine Minderung der Schmerzen um 30 bis 50 Prozent realistisch. Dafür kommen Medikamente zum Einsatz, die manche Patienten im ersten Moment überraschen, z. B. bestimmte Antidepressiva oder Präparate aus der Epilepsie-Therapie. Mehr zur Behandlung der Gürtelrose finden Sie hier.

Komplikation: Nervenschmerzen am Kopf

In einigen Fällen betrifft die Neuralgie den Trigeminusnerv am Kopf. Auge, Nase, Stirn und die Kopfhaut einer Gesichtshälfte können vom Hautausschlag, besonders aber auch von den Schmerzen betroffen sein. Die Schmerzen am Kopf sind sehr belastend. Ebenso kann das Auge betroffen sein (Zoster ophthalmicus) oder der Gehörgang (Zoster oticus). Welche Folgen verschiedene Ausprägungen von Gürtelrose haben können, finden Sie hier.


DE/HRZ/0021/18, Jun18


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