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Impfen: So schützen Impfungen vor Infektionen

Eine Impfung ist wie Training für das Immunsystem: Der Körper „lernt“, welche Erreger ihm drohen und macht sich fit für einen möglichen Angriff. Dazu werden ihm mit dem Impfstoff Bestandteile des Erregers oder abgetötete bzw. abgeschwächte Krankheitserreger zugeführt. Das Immunsystem produziert nun gezielt Abwehrstoffe – Antikörper –, ohne dabei die Krankheit zu durchleiden. Danach kann uns der echte Erreger nichts mehr anhaben – wir sind immun. Je nach Art des Impfstoffes besteht dieser Schutz über Jahre, bei manchen Impfstoffen vielleicht sogar das ganze Leben lang.

Familie sitzt im Freien aufgereiht nebeneinander am Tisch. Großvater und Enkel lächeln in die Kamera, daneben sitzen Junge, Mädchen und Frau.

Verschiedene Arten von Impfstoffen

Grundsätzlich unterscheidet man bei Impfstoffen je nach Ihren wirksamen Bestandteilen zwischen Lebendimpfstoffen und Totimpfstoffen. Lebendimpfstoffe enthalten lebende Viren oder Bakterien, die in einem Spezialverfahren sehr stark abgeschwächt worden sind (Attenuierung). Sie können sich im Körper zwar noch vermehren, aber keine Krankheit mehr auslösen. Im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen enthalten Totimpfstoffe vollständig inaktivierte Krankheitskeime (Antigene), die sich nicht mehr vermehren können, oder auch nur bestimmte Bestandteile des Erregers, um das Immunsystem zu aktivieren. Zum Aufbau einer starken Immunität sind in der Regel 2–3 Impfungen notwendig (Grundimmunisierung).

Kombinationsimpfstoffe: Viel Schutz mit wenigen Injektionen

Impfstoffe können als Einzel- sowie auch als Kombinationsimpfstoffe angewendet werden. Kombinationsimpfstoffe bedeuten weniger Injektionen, weniger Arzttermine und weniger Stress.

Grundimmunisierung: Grundstein legen

Bei einer Impfung kommt das Immunsystem in Kontakt mit abgeschwächten oder abgetöteten Erregern. Um das Immunsystem ausreichend zu trainieren, müssen manchmal in bestimmten Zeitabständen mehrere Impfungen hintereinander erfolgen. Dadurch lernt das Immunsystem, sich an den Erreger zu erinnern und ein Immungedächtnis aufzubauen.

Auffrischung – wenn die Erinnerung nachlässt

Im Laufe der Zeit, wenn das Immunsystem lange nicht mehr mit Erregern in Kontakt gekommen ist, lässt auch die Erinnerung nach und die Abwehr wird schwächer. Wenn jetzt ein Virus oder Bakterium in den Körper eindringt, kann das Immunsystem diese Erreger nicht schnell oder wirksam genug bekämpfen. Im ungünstigsten Fall erkrankt der Mensch. Eine Auffrischimpfung dient der Auffrischung der Erinnerung und dem erneuten Aufbau eines zuverlässigen Immunschutzes.

Das Wichtigste: Konsequent bleiben

Schutzimpfungen dämmen die Verbreitung von Krankheitserregern so erfolgreich ein, dass manche Krankheiten ausgerottet werden können. So konnte 1980 die Ausrottung der Pocken bekannt gegeben werden. Die Ausrottung der Kinderlähmung in Europa (WHO-Zertifikat Juni 2002) ist ein aktuelles Beispiel für die konsequente Umsetzung einer Impfempfehlung.

Um z.B. die Masern auszurotten, ist eine Durchimpfungsrate von 95% erforderlich. Und zwar in allen Bevölkerungsgruppen! Diese Impfbereitschaft muss aufrecht erhalten werden, damit nicht wieder ein Infektionsrisiko entsteht. Lässt die Impfbereitschaft nach, kann sich der Erreger wieder ausbreiten – und die Krankheit wird schnell wieder zur Gefahr


DE/VAC/0472/15c(1), Apr17