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Ist Gürtelrose ansteckend?

Wie jede Infektionskrankheit ist auch die Gürtelrose ansteckend. Hierbei gibt es jedoch einige interessante Unterschiede. Wie bereits in diesem Artikel beschrieben, wird eine Gürtelrose vom gleichen Virus hervorgerufen wie die Windpocken, nämlich durch das Varizella-Zoster-Virus. Während die Windpocken hochansteckend sind und man sich mit den Viren über Tröpfcheninfektion (husten, sprechen, niesen) und den Inhalt der juckenden Hautbläschen sehr leicht infizieren kann, ist die Ansteckungsgefahr bei der Gürtelrose geringer. Infektiös ist bei der auch Herpes Zoster genannten Erkrankung nur der Inhalt der Hautbläschen. Sind die betroffenen Hautstellen gut abgedeckt, ist die Ansteckungsgefahr gering. Eine Infektion erfolgt also nicht über Tröpfchen, sondern über eine so genannte Schmierinfektion. Das kann entweder durch die direkte Berührung der Bläschen geschehen, oder aber über die Hände oder infizierte Gegenstände, wie Türgriffe, Treppengeländer, Wasserhähne, Besteck usw. Da die Viren ziemlich robust sind, können sie außerhalb des Körpers bzw. der Bläschen einige Zeit überleben.

Welche Ansteckungsgefahr gibt es bei Gürtelrose?

Gürtelrose ist zwar ansteckend, aber die Ansteckung erfolgt nicht direkt. Wie ist das zu verstehen? Grundsätzlich ist zu bedenken, dass sich nur die Personen bei einem Erkrankten anstecken können, die noch nie Kontakt mit dem Virus hatten. Jeder, der im Laufe seines Lebens Windpocken hatte, muss nicht befürchten, beim Kontakt zu einem an Gürtelrose Erkrankten auch eine Gürtelrose zu bekommen. Steckt sich eine Person neu an, so bekommt sie die Windpocken und nicht die Gürtelrose. Daher ist eine direkte Ansteckung mit Gürtelrose nicht möglich, sondern lediglich die Übertragung der Viren.

Bei Säuglingen und Babys kann eine Windpockenerkrankung schwerer verlaufen als bei größeren Kindern. Daher sollte unbedingt vermieden werden, dass diese sich (z. B.) bei den Großeltern anstecken. Ab einem Alter von 11 Monaten können Kinder gegen Windpocken (Varizellen) geimpft und auf diese Weise vor einer Ansteckung geschützt werden.

Über 99 Prozent der Erwachsenen hatten bereits Windpocken und es besteht keine Gefahr durch Berührung des Hautausschlags. Wer nicht weiß, ob er oder sie die Windpocken hatte, sollte eine Ansteckung vermeiden, denn im Erwachsenenalter verläuft eine Windpockenerkrankung häufig schwerer als im Kindesalter.

Wie lange ist Gürtelrose ansteckend?

Da nur der Inhalt der Hautbläschen infektiös ist, ist die Gürtelrose so lange ansteckend, wie es flüssigkeitsgefüllte Bläschen auf der Haut gibt. Wie lange das ist, hängt von der Schwere der Erkrankung und der Therapie ab. Meist sind es etwa zwei bis drei Wochen. Um eine Infektion über kontaminierte Gegenstände zu vermeiden, sollte auf ausreichende Hygiene geachtet werden. Das bedeutet vor allem, dass die Hände häufig und jeweils mindestens 20 Sekunden lang mit Seife gewaschen werden sollten.


DE/HRZ/0017/18, Jun18