Menu

Kleines Impflexikon

Hier werden die wichtigsten Fachbegriffe rund ums Impfen kurz und verständlich erklärt.

aufgeschlagenes Buch

Antigene: Bestimmte Substanzen, die vom Körper als fremd erkannt werden, wie bestimmte Bestandteile von Krankheitserregern (z. B. Strukturen einer Bakterienkapsel). Dadurch wird eine Antwort des Immunsystems ausgelöst, z. B. Antikörperbildung.

Antikörper: Wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Antikörper sind Eiweißverbindungen, die beim Kontakt mit einem Antigen (z. B. Krankheitserreger) gebildet werden und dieses unschädlich machen. Eine Impfung (Impf-Antigen) täuscht diesen Kontakt vor und führt dadurch zur Bildung spezifischer Antikörper und zum Schutz vor einem Ausbruch der Erkrankung.

Auffrischimpfung: Die durch eine Erstimpfung (Grundimmunisierung) aufgebaute Immunität hält nicht immer lebenslang, sondern lässt im Lauf der Jahre nach. Das gilt besonders für die Impfung mit Totimpfstoffen. Um den sicheren Schutz wiederherzustellen, das immunologische Gedächtnis „aufzufrischen“, ist eine Auffrischimpfung gegen die betreffende Krankheit erforderlich.

Bakterium: Einzellige Mikroorganismen, die zu den ältesten Lebewesen der Erde gehören. Es gibt viele Millionen verschiedene Bakterienarten. Fast alle spielen wichtige Rollen im Ökosystem; nur ein kleiner Teil von ihnen wirkt beim Menschen als Krankheitserreger.

Booster: Ein anderer Ausdruck für Auffrischimpfung.

Durchimpfungsrate: Prozentzahl der geimpften Personen innerhalb der Bevölkerung eines Landes. Je höher die Durchimpfungsrate ist, desto weniger Chancen hat der betreffende Krankheitserreger, sich zu verbreiten. Ab einer bestimmten Schwelle (z. B. 95 % Durchimpfungsrate bei Masern) lässt sich die Krankheit auf lange Sicht ausrotten.

Epidemie: Stark gehäuftes, aber örtlich und zeitlich begrenztes Auftreten einer Erkrankung.

Fieberkrampf: Krampfanfall, der bei Kindern mit (meist familiärer) Veranlagung im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren bei plötzlichem Fieberanstieg (z. B. im Rahmen eines Infektes) auftreten kann. Die Ursache ist eine altersabhängig erniedrigte Krampfschwelle und, wie bereits oben gesagt, eine besondere Veranlagung. Der Krampfanfall kann einige Sekunden bis einige Minuten lang andauern, während des Anfalls kann es zu Speicheln und Einnässen kommen und das Kind kann nicht ansprechbar sein. Die Prognose ist im Allgemeinen gut. 

Fulminant: Beschreibt das plötzliche, blitzartige Auftreten oder Fortschreiten eines Krankheitsverlaufs.

Grundimmunisierung: Erste grundlegende Impfung für einen lang anhaltenden Schutz gegen eine Infektionskrankheit. In den meisten Fällen sind dazu zwei oder mehr Impftermine erforderlich. Bei manchen Krankheiten ist später außerdem eine Auffrischimpfung notwendig, um ein Nachlassen der Immunität zu verhindern.

Hib: Haemophilus influenzae Typ b, ein bakterieller Krankheitserreger.

Immunität: Unempfindlichkeit eines Organismus gegenüber einer Infektion mit Krankheitskeimen bzw. Schutz vor der Wirkung von Stoffwechselprodukten dieser Krankheitskeime. Immunität wird beim Durchmachen der Krankheit oder durch Impfen erzeugt. Die Immunität bleibt meistens über Jahre bestehen, in bestimmten Fällen auch lebenslang.

Immunsystem: Körpereigenes Abwehrsystem zur Abwehr körperfremder Substanzen – bestehend aus Geweben (z. B. Milz, Lymphknoten) und verschiedenen Zelltypen.

Impfkomplikation: Eine seltene, über die normale Impfreaktion hinausgehende, u. U. behandlungsbedürftige Erkrankung aufgrund einer Impfung, die durch das Impf-Antigen selbst oder die im Impfstoff enthaltenen Inhaltsstoffe verursacht werden kann.

Impfreaktion: Nebenwirkung, die im Zusammenhang mit einer Impfung auftreten kann (häufig z. B. Lokalreaktionen, wie z. B. Rötung / Schwellung an der Einstichstelle). Häufigkeitsbezeichnungen bei Impfreaktionen:

  • Sehr häufig: ≥ 10 %
  • Häufig: ≥ 1 % bis < 10 %
  • Gelegentlich: ≥ 0,1 % bis < 1 %
  • Selten: ≥ 0,01 % bis < 0,1 %
  • Sehr selten: < 0,01 %

Impfung (aktiv): Nach Impfung mit Totimpfstoffen (abgetötete Erreger bzw. Erregerbestandteile) oder Lebendimpfstoffen (abgeschwächte, vermehrungsfähige Erreger) wird der Körper zur Bildung von Abwehrstoffen angeregt.

Immunisierung (passiv): Gabe von fertigen Abwehrstoffen (Antikörpern) zum sofortigen Schutz; die Dauer des Schutzes ist auf etwa 4–6 Wochen begrenzt.

Immunisierung (aktiv und passiv): Aktiv und passiv – also simultan – wird dann immunisiert, wenn kein ausreichender Impfschutz besteht oder dieser nicht bekannt ist, aber aufgrund des hohen Infektionsrisikos sofort erforderlich ist. Ein Beispiel ist die Wundstarrkrampf-Impfung nach Verletzungen.

Infektion: Gemeint ist jedes Eindringen von Krankheitserregern in einen Organismus, in dem sie sich vermehren, ausbreiten und den Krankheitsprozess auslösen.

Infektionskrankheit: Jede Krankheit, die durch das Eindringen von Mikroorganismen (meist Viren oder Bakterien) in den Körper ausgelöst wird.

Infektionsschutzgesetz: Löste 2001 das bis dahin geltende Bundesseuchengesetz ab. Zweck des Gesetzes ist es, übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern. Die hierfür notwendige Mitwirkung und Zusammenarbeit von Behörden des Bundes, der Länder und der Kommunen, Ärzten, Tierärzten, Krankenhäusern, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie sonstigen Beteiligten soll entsprechend dem jeweiligen Stand der medizinischen und epidemiologischen Wissenschaft und Technik gestaltet und unterstützt werden. Die Eigenverantwortung der Träger und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen sowie des Einzelnen bei der Prävention übertragbarer Krankheiten soll verdeutlicht und gefördert werden.

Infektiosität: Höhe der Erkrankungsgefahr bei Kontakt mit dem Krankheitserreger.

Inkubationszeit: Der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit.

Komplikation: Jede schwerwiegende Begleiterscheinung, die vom normalen Verlauf einer Krankheit abweicht. Die meisten „Kinderkrankheiten“ können zu Komplikationen führen, die lebensbedrohende oder bleibende Gesundheitsschäden nach sich ziehen können.

Krankheitserreger: Sammelbegriff für alle Mikroorganismen (meist Viren oder Bakterien), die durch Eindringen in den Körper eine Krankheit auslösen können.

Krankheitskeim: Siehe „Krankheitserreger“.

Lebendimpfstoffe: Lebendimpfstoffe enthalten lebende, abgeschwächte Erreger (Antigene). Die Erreger können sich im Körper zwar noch vermehren, aber keine Krankheit mehr auslösen.

Meldepflicht: Bei einigen Infektionskrankheiten ist der behandelnde Arzt nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, den Gesundheitsbehörden diese Erkrankung zu melden. Die Betroffenen müssen dann bestimmte Schutzmaßnahmen einhalten, um keine Menschen in ihrer Umgebung anzustecken.

Nestschutz: Übertragung mütterlicher Abwehrstoffe über die Nabelschnur gegen Krankheiten, gegen die die Mutter geschützt ist.

Robert Koch-Institut (RKI): Einrichtung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitsvorsorge. Das RKI hat seinen Sitz in Berlin. Es erhebt gesundheitsbezogene Daten, empfiehlt medizinische Maßnahmen und erstellt Qualitätsrichtlinien für Gentechnologie und Umweltmedizin. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI ist zuständig für die Empfehlung von Schutzimpfungen (mehr unter www.rki.de).

Schmierinfektion: Übertragung von Krankheitserregern durch Kontakt mit infizierten Gegenständen oder Handgeben.

STIKO: Abkürzung für „Ständige Impfkommission“. Die STIKO ist eine Einrichtung des Robert Koch-Instituts, die sich speziell mit Schutzimpfungen befasst. Sie setzt sich zusammen aus Experten verschiedener medizinischer Fachgebiete, Gesundheitsämtern und Krankenkassen. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, den Bedarf an Schutzimpfungen in Deutschland regelmäßig zu prüfen und entsprechende Empfehlungen herauszugeben (mehr unter www.rki.de).

Symptom: Sichtbares oder spürbares Anzeichen einer Erkrankung wie Fieber, Ausschlag, Husten, Übelkeit usw. Manche Infektionskrankheiten können unter Umständen „asymptomatisch“ (ohne Symptome) verlaufen. Der oder die Betroffene merkt dann nichts von der Erkrankung, kann den Erreger aber trotzdem auf andere Menschen übertragen.

Totimpfstoffe: Im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen enthalten Totimpfstoffe vollständig inaktivierte Krankheitskeime oder Bestandteile des Erregers (Antigene), die sich nicht mehr vermehren können und die das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anregen. Zum Aufbau einer ausreichenden Immunität sind in der Regel zwei bis drei Impfungen notwendig (Grundimmunisierung).

Tröpfcheninfektion: Übertragung von Krankheitserregern durch die Atemwegsluft beim Sprechen, Niesen, Husten in Form feinster Tröpfchen.

Virus: Sehr kleiner, einfach gebauter Krankheitserreger ohne eigenen Stoffwechsel. Viren können nur mithilfe einer Wirtszelle überleben und sich vermehren. Die Wirtszellen werden dabei geschädigt bzw. zerstört. Windpocken, Kinderlähmung, Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis A und Hepatitis B werden durch die entsprechenden Viren verursacht.

WHO: Abkürzung für „World Health Organization“ (Weltgesundheitsorganisation). Die WHO ist eine 1948 gegründete Unterorganisation der Vereinten Nationen und hat Ihren Sitz in Genf. Ihr Ziel ist es, weltweit Krankheiten zu bekämpfen und auszurotten, unter anderem durch Einführung von Impfprogrammen.


DE/VAC/0472/15c(1), Apr17