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Maserninitiativen – vielfältigste Maßnahmen haben ein Ziel

Die Masern sind in Deutschland noch immer nicht eliminiert. Doch was unternehmen die Landesregierungen in Deutschland, um dem Ziel näher zu kommen? Hier erfahren Sie mehr dazu.

Der Bereich Gesundheit – und damit auch das Impfwesen – fällt in Deutschland in den Zuständigkeitsbereich der Bundesländer. Dennoch gibt es nationale Behörden und Institutionen, die weitreichende Aufgaben übernehmen: beispielsweise die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, die die nationalen Impfempfehlungen erarbeitet, das Bundesgesundheitsministerium, das die gesetzlichen Rahmenbedingungen festlegt, oder den Gemeinsamen Bundesausschuss, der festlegt, welche Impfungen und medizinischen Maßnahmen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.

Als erste Anlaufstelle für seriöse Informationen rund ums Impfen für die breite Öffentlichkeit gibt es die BzgA. Hier finden Sie Informationsbroschüren, Videos und interaktive Checks.

Auf diesen Grundlagen können die Bundesländer Maßnahmen planen und umsetzen. Ein wichtiges Ziel auf globaler und nationaler Ebene ist die Elimination der Masern. Im Gegensatz zu Mittelamerika ist Deutschland von diesem Ziel jedoch noch weit entfernt.

Wir haben in den Gesundheitsministerien der Länder nachgefragt, welche Projekte zur Elimination der Masern in Deutschland durchgeführt wurden und werden.

Dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, erkennt man an den vielfältigen Initiativen. Zwar lassen sich alle Projekte entweder der Erhöhung der Durchimpfungsraten oder der Kontrolle eines Masernausbruchs zuordnen. Doch die Kampagnen unterscheiden sich stark.

Impfraten erhöhen – aber wie?

Einige Länder setzen auf niederschwellige Impfberatung und Aufklärung und stellen dafür Informationsmaterialien in verschiedenen Sprachen zur Verfügung (z.B. Hamburg, Niedersachsen). In Sachsen werden Eltern mit Postkarten an die zweite Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) erinnert. In Bayern wird zu Anfang jedes Kindergartenjahres ein Informationsblatt in Kindertagesstätten verteilt. In Rheinland-Pfalz wurde ein zentrales Einladungs- und Erinnerungswesen eingeführt, das Eltern an die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder erinnert. In diesem Rahmen findet auch eine Impfberatung statt.

Ein wichtiges Instrument, um die Durchimpfungsraten zu bestimmen, sind die Schuleingangsuntersuchungen, bei denen der Impfstatus kontrolliert wird. Die meisten Bundesländer nutzen diese Chance. In Sachsen-Anhalt werden Impfdaten zusätzlich in der dritten und sechsten Klasse erhoben.

In Nordrhein-Westfalen wird das Thema Impfungen auf spielerische Weise im Schulunterricht behandelt.

Da es einige Jahrgänge an jungen Erwachsenen gibt, die nicht oder bestenfalls einmalig gegen Masern geimpft worden sind, setzen einige Bundesländer auf Impfaktionstage mit Informationen und der Möglichkeit, sich vor Ort impfen zu lassen. (z. B. Schleswig-Holstein, Bayern).

Ein wichtiger Multiplikator des Impfgedankens sind alle Mitarbeiter in Gesundheitsberufen. Das sind Ärzte, aber auch Pflegekräfte, Hebammen, medizinische Fachangestellte, Heilpraktiker usw. Regelmäßige Impftage und spezielle Fortbildungen für Fachkräfte stehen in den Bundesländern auf dem Programm.

Auf Bundesebene wurde im Präventionsgesetz verankert, dass Eltern eine Impfberatung beim Kinderarzt nachweisen müssen, bevor das Kind eine Kindertagesstätte besuchen darf.

Masernausbrücke kontrollieren – was tun wenn es passiert ist?

Ein weiterer wichtiger Aspekt neben der Steigerung der Impfquoten ist, dass Ausbrüche möglichst klein gehalten werden und sich so wenige Personen wie möglich anstecken. Mit Hilfe guter Meldesysteme und vernetzter Labordiagnostik gelingt es, Ausbrüche in den meisten Fällen im Familienkreis zu halten und Ansteckungen von anderen Personen zu vermeiden.

Fazit

Noch immer gibt es in Deutschland regelmäßig kleinere und größere Masernausbrüche. Das Ziel, die Masern zu eliminieren, wurde bislang nicht erreicht. Zahlreiche Initiativen auf Bundes- und Länderebene versuchen, die Durchimpfungsraten kontinuierlich zu erhöhen, um dem Ziel – einem Masern-freien Deutschland – näher zu kommen.

Helfen Sie mit und nehmen unbedingt Ihren Impfpass zu Ihrem nächsten Arztbesuch mit!


DE/VAC/0472/15ax, Nov17