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Rötelnembryopathie – tragisch, aber leicht zu verhindern

Röteln trifft man glücklicherweise nur noch selten an. Denn obwohl die Erkrankung unter normalen Umständen meist unproblematisch verläuft, hat sie für schwangere Frauen eine gefürchtete Folge: die Rötelnembryopathie, eine vorgeburtliche Schädigung des Kindes im Mutterleib infolge einer Infektion der Schwangeren mit dem Rötelnvirus. Schwere Schädigungen bis zur Fehlgeburt sind die Folgen.

Eine Rötelnerkrankung im Kindesalter verläuft in den meisten Fällen unproblematisch. Doch steckt sich eine Schwangere an, kann das Virus schwere Schädigungen beim Ungeborenen an Herz, Lunge und Gehirn verursachen oder auch eine Fehlgeburt auslösen. Eigentlich ist es einfach, eine solche Gefährdung zu vermeiden und die werdende Mutter, das Kind und die Familie vor solch tragischen Fällen zu bewahren: Neben der durchgemachten Erkrankung bietet die Rötelnimpfung die Möglichkeit, gegen das Virus zu immunisieren.

In der Regel erfolgt die Rötelnimpfung nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zusammen in einem Kombinationsimpfstoff mit den Impfungen gegen Masern und Mumps (kurz MMR-Impfung). Die erste Injektion wird Kleinkindern im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen, die zweite folgt zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat. Die Immunität hält dann lebenslang an.

Kinderwunsch und Rötelnschutz

Frauen mit Kinderwunsch, die nicht sicher sind, ob sie Röteln durchgemacht haben oder durch Impfungen einen ausreichenden Schutz besitzen, sollten bereits VOR Eintreten einer Schwangerschaft das Thema bei ihrem Arzt ansprechen um gegebenenfalls rechtzeitig vor einer Schwangerschaft geimpft zu werden – der Abstand zwischen Impfung und Schwangerschaft sollte mindestens vier Wochen betragen.

Bei den aktuell erwachsenen Frauen im gebärfähigen Alter gibt es einen nicht unerheblichen Anteil, der weder geimpft noch durch die in der Vergangenheit durchgemachte Erkrankung geschützt ist. Je nach Alter und Untersuchung variiert dieser Anteil zwischen fünf Prozent und ca. 50 Prozent!

Rötelnimpfung für Mädchen und Jungen

Wenngleich das Risiko schwerer Folgen einer Rötelnerkrankung Frauen betrifft, so ist die Impfung auch für Jungen und Männer sinnvoll. Wie erwähnt wird die Rötelnimpfung immer zusammen mit den Masern- und Mumpsimpfstoffen verabreicht. Daher profitieren auch Jungen und Männer direkt mit dem Schutz vor diesen Krankheiten – das männliche Geschlecht besonders von der Mumpsimpfung, da diese Erkrankung u. a. zu Unfruchtbarkeit führen kann. Zugleich aber sorgt die Impfung von beiden Geschlechtern dafür, dass eine so genannte Herdenimmunität entsteht, die Personen vor einer Ansteckung schützt, die selbst (noch) nicht geimpft werden können, wie beispielsweise Säuglinge oder Menschen mit Erkrankungen des Immunsystems.

Elimination der Röteln

Im Jahr 2015 gab es in Deutschland  165 (Epidemiologisches Jahrbuch 2015, Seite 193) gemeldete Rötelnfälle. Eine vollständige Ausrottung der Röteln (und auch der Masern) wäre möglich, wenn mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geimpft bzw. durch die Krankheit immun sind.

Für die MMR-Impfung lag der Wert 2014 bei der Schuleingangsuntersuchung bei 96,8 Prozent für die erste der beiden MMR-Impfungen und bei noch 92,8 Prozent für die zweite Impfung. Diese Zahlen machen Mut! Doch zugleich ist noch über viele Jahre eine große Anstrengung nötig, um diesen Schutz in der breiten Bevölkerung zu erreichen.

In der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen aktuell vier Erkrankungen auf der Liste der zu eliminierenden Erkrankungen: Poliomyelitis, Masern, Röteln und damit die Rötelnembryopathie nach Infektion der Mutter in der Schwangerschaft und Übertragung auf das ungeborene Kind. Helfen Sie mit, dieses Ziel zu erreichen! Prüfen Sie Ihren Impfschutz – besonders wenn Sie sich Kinder wünschen.


DE/VAC/0472/15ak, Feb17