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STIKO – Ständige Impfkommission: Das sind die Aufgaben

 

Beim Kinder- und Jugendarzt oder beim Hausarzt oder Internisten, manchmal auch beim Gynäkologen oder in einer Klinik bekommt man sie verabreicht: Impfungen. Aber woran orientiert sich eine Ärztin oder ein Arzt, welche Impfungen für welche Personengruppe angewendet werden sollen? Ganz klar: an den Empfehlungen der STIKO, der Ständigen Impfkommission. Doch wer ist das eigentlich und was sind die Aufgaben der STIKO?

Die STIKO – ein Expertengremium

Die STIKO ist ein unabhängiges Expertengremium, dem 12 bis 18 ehrenamtliche Experten aus Wissenschaft und Forschung angehöhren. Sie werden vom Bundesgesundheitsministerium berufen. Darunter befinden sich Ärzte, Wissenschaftler, Vertreter der Gesundheitsbehörden und der Krankenkassen. Gemeinsam entwickeln die Mitglieder die Impfempfehlungen für Deutschland. Die Grundlage für die Bewertung einer Impfung sind die Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Das bedeutet, sie bewerten, wie stark die Beweiskraft der vorliegenden Untersuchungen, wissenschaftlichen und klinischen Daten und Veröffentlichungen zu einem Impfstoff ist.

Nutzen und Risiken für die Bevölkerung Deutschlands werden bewertet

Für die Zulassung einer Impfung durch die Behörden, entweder durch das deutsche Paul-Ehrlich-Institut (PEI) oder die Europäische Arzneimittelagentur (EMA – European Medicines Agency) sind vor allem die Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und pharmazeutische Qualität von Bedeutung. Hat ein Impfstoff die Zulassung erhalten, darf damit geimpft werden. Damit gilt er als ausführlich untersucht, getestet und sicher. Nun kann die STIKO mit ihrer Arbeit beginnen. Sie bewertet einerseits, welchen Nutzen und welches Risiko die Impfung für ein Individuum hat. Doch der Schutz einer Einzelperson steht für die Entscheidungen und Empfehlungen der STIKO nicht an erster Stelle. Für sie steht das öffentliche Interesse an einer Schutzimpfung im Vordergrund. Sie trifft ihre Entscheidungen also mit dem Blick auf eine Impfstrategie für die Bevölkerung in Deutschland, damit möglichst viele Fälle von Erkrankung, Tod und bleibenden Schäden vermieden werden.

Impfempfehlung & Impfkalender

Trifft die STIKO die Entscheidung, eine Impfung für eine bestimmte Personengruppe (z.B. Kinder im Alter zwischen 0 und 18 Jahren oder Erwachsene ab 60 Jahren) zu empfehlen, so wird offiziell eine Impfempfehlung ausgesprochen. Darin gibt sie an, welche Personengruppe, welche Altersgruppe, mit wie vielen Impfdosen und in welchen Abständen geimpft werden soll. Jedes Jahr im August veröffentlicht die Ständige Impfkommission die aktuelle Version der Impfempfehlungen, den so genannten Impfkalender, auf der Webseite des Robert Koch-Instituts. Da die STIKO-Empfehlungen als medizinischer Standard gelten, werden von dem Gremium empfohlene Impfungen in die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aufgenommen. Die wirtschaftliche Folge einer Impfempfehlung besteht also darin, dass die gesetzlichen Krankenkassen die von der STIKO empfohlenen Impfungen ihren Mitgliedern erstatten müssen.

Impfen auch ohne STIKO-Empfehlung?

Neben den von der STIKO empfohlenen Impfungen gibt es einige, die zwar sicher und wirksam sind, die aber kaum oder zu wenig oder einen noch nicht beurteilbaren Nutzen für die Allgemeinheit haben. Die STIKO spricht daher keine allgemeine Impfempfehlung aus. Häufig äußert sie sich dennoch dazu, für welche Personen eine solche Impfung sinnvoll ist. Denn dass die STIKO eine Impfung nicht allgemein empfiehlt bedeutet nicht, dass die Impfung unnötig oder überflüssig oder sogar gefährlich wäre! Vielmehr ist die Zielgruppe zu klein, der Nutzen im Verhältnis zum Risiko oder zu den finanziellen Kosten für das Gesundheitssystem zu gering, um eine allgemeine Empfehlung für die Impfung zu rechtfertigen. Dennoch kann eine solche Impfung für bestimmte Personen sehr sinnvoll sein. Beispiele für nicht von der STIKO allgemein empfohlene Impfungen ist die Impfung gegen Meningokokken B.

Jeder Arzt kann auch über die STIKO-Empfehlung hinaus Impfungen durchführen, wenn das für den Patienten sinnvoll ist. Wundern Sie sich daher nicht, wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie auf eine solche Schutzmöglichkeit hinweist. Ebenso können auch Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin direkt ansprechen, wenn Sie Informationen zu bestimmten Impfungen für sich oder Ihr Kind wünschen.
Sie wünschen sich mehr Informationen zu den einzelnen Impfungen? Bitte hier entlang!

Mehr Infos und alle Impf-Empfehlungen auf www.stiko.de.


DE/VAC/0554/18(1), Jan19