Tröpfcheninfektion – diese Infektionen werden über Tröpfchen übertragen

Kind trägt Maske in der Schule

Sich mit einem Menschen zu unterhalten, der eine feuchte Aussprache hat, war noch nie angenehm. Doch seit das neuartige Coronavirus die Welt in Atem hält, haben „Tröpfchen“ große Aufmerksamkeit erfahren.

Bei jedem Ausatmen gibt ein Mensch eine Menge winzig kleiner Tröpfchen (Aerosole) ab. Beim Sprechen, Lachen, Singen, Schreien, und besonders beim Husten oder Niesen, sind es mehr und auch größere. Diese Tröpfchen sinken, in Abhängigkeit von ihrer Größe, schneller oder langsamer zu Boden. Ein anderer Mensch kann sie einatmen. Als Aerosole werden Tröpfchen bezeichnet, die im Durchmesser kleiner als 5 µm (Mikrometer) sind, also kleiner als fünf tausendstel Millimeter. Sie können Minuten bis zu vielen Stunden in der Luft „stehen“ bleiben. Sie schweben also durch die Raumluft, ohne zu Boden zu sinken. Größere Tröpfchen, mit einem Durchmesser von etwa 100 µm sinken innerhalb weniger Sekunden zu Boden.

Für einige Krankheitserreger fungieren Tröpfchen als „Fähre“, um von Mensch zu Mensch zu springen. Gelangen Tröpfchen mit Krankheitserregern auf die Schleimhaut (z. B. im Mund- und Rachenraum, in der Nase oder auf der Bindehaut der Augen) eines anderen Menschen, so kann dieser sich mit dem Erreger anstecken. Man spricht von Tröpfcheninfektion.

Tröpfcheninfektion verhindern – welche Möglichkeiten gibt es?

Um eine Infektion mit einem Erreger abzuwenden, der über Tröpfchen übertragen wird, muss also verhindert werden, dass erregerhaltige Tröpfchen auf die Schleimhaut gelangen können. Über das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, die eine Vielzahl von größeren Tröpfchen auffängt und gleichzeitig dafür sorgt, dass die Aerosole nicht so weit in die Raumluft verteilt werden, kann das Risiko, sich selbst und andere anzustecken, deutlich verringert werden. Daneben helfen Maßnahmen, die den Luftaustausch in Räumen unterstützen. Das kann entweder intensives Lüften sein, oder auch Luftabsauganlagen, die die Raumluft in regelmäßigen Abständen austauschen. Um selbst die Erreger nicht unnötig zu verteilen, gebietet es schon die Höflichkeit, nicht ungebremst in den Raum zu husten oder zu niesen. Unter dem Begriff „Husten- und Niesetikette“ versteht man, möglichst die Ellenbeuge zu nutzen. Niest oder hustet man in die Hand, besteht die Gefahr, dass Erreger auch über Oberflächen übertragen werden können. Greift man mit der „kontaminierten“ Hand an einen Türgriff, kann man Erreger dort hinterlassen. Eine nachfolgende Person, die die Erreger an ihre Hände bekommt und sich anschließend ins Gesicht fasst, kann sich eventuell damit anstecken. Besonders bei so genannten „Schmierinfektionen“ ist das ein typischer Weg der Übertragung. Aus diesem Grund gehört zu den vorbeugenden Maßnahmen auch – egal ob bei Tröpfchen- oder Schmierinfektionen – , sich regelmäßig mit Seife die Hände zu waschen. So können Erreger, die an die Hände gelangt sind, unschädlich gemacht werden.

Welche Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen?

Dass das neuartige Coronavirus SARS-CoV2 durch Tröpfcheninfektion weiterverbreitet wird, ist inzwischen gut bekannt. Doch auch zahlreiche andere Erreger werden über diese Übertragungsart weitergegeben. Dabei gibt es neben Viren auch zahlreiche Bakterien, die Tröpfchen als Transfermedium verwenden:

Häufige Viren, die über Tröpfchen verbreitet werden

Häufige Bakterien, die über Tröpfchen verbreitet werden

Impfungen schützen besser als Mund-Nasen-Bedeckung

  • Händehygiene,
  • Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und
  • ausreichend Abstand –

mit diesen Maßnahmen kann die Wahrscheinlichkeit einer Infektion über Tröpfchen deutlich verringert werden. Dennoch bleibt immer ein Restrisiko. Eine weitere Möglichkeit der Vorbeugung, die zuverlässiger funktioniert, sind Impfungen. Gegen viele der oben genannten Infektionskrankheiten stehen wirksame, sichere und gut verträgliche Impfungen zur Verfügung. Gegen die meisten wird von der Ständigen Impfkommission am RKI, die STIKO, sogar empfohlen, schon Säuglinge oder Kleinkinder zu impfen.
Impfungen erfüllen auch im gesellschaftlichen Kontext eine wichtige Funktion. Denn sind genügend Menschen gegen eine Krankheit geimpft, werden dadurch automatisch auch Personen geschützt, die selbst (noch) keinen Impfschutz haben können, z. B. kleine Kinder oder immunsupprimierte Personen.

Bleiben Sie gesund und nutzen Sie Ihren nächsten Arztbesuch, einen Impfpasscheck machen zu lassen!


NP-DE-VX-WCNT-200054, Dez20