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Warum gibt es manche Impfungen nicht als Einzelimpfstoff?

Wer nur schnell eine einzelne Impfung auffrischen möchte, für den scheinen Kombinationsimpfstoffe vielleicht kompliziert und überflüssig. Doch eigentlich erleichtern sie das Leben für Impflinge und Ärzte ungemein. Hier erfahren Sie, warum.



Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Impfungen gegen rund 20 Erkrankungen. Diese Empfehlungen gelten als medizinischer Standard – möglichst jeder sollte gemäß seiner persönlichen Situation einen entsprechenden kompletten Impfschutz gegen diese Krankheiten haben. Mit Einzelimpfstoffen wären das für die Grundimmunisierung bei Kindern und Jugendlichen zwischen 40 und 50 Injektionen, mit Kombinationsimfstoffen sind es etwa 15. In höherem Alter sind in der Regel nur noch weniger Auffrischimpfungen nötig.

Um die Anzahl der Injektionen überschaubar zu halten und auch, um das Risiko, einzelne Impfungen zu vergessen und dadurch den Impfschutz zu gefährden oder eventuell zu verlieren, ist man seit den 60er Jahren dazu übergegangen, sinnvolle Kombinationen zu entwickeln: Antigene gegen verschiedenartige Krankheiten werden mit einem Kombinationsimpfstoff verabreicht. Da man in zahlreichen Studien herausgefunden hat, dass die Impfung mit Kombinationsimpfstoffen für den Körper nicht belastender ist als bei der Verwendung von Einzelimpfstoffen, ist man zu diesem Vorgehen übergegangen. In der Folge haben alle Impfstoffhersteller die Zahl der Einzelimpfstoffe reduziert oder aus dem Sortiment genommen.

Den Überblick zu verlieren führt zu Impflücken

Wenn es viele Einzelimpfstoffe gibt, gibt es eine schier unendliche Kombination von erhaltenen und nicht erhaltenen Impfungen. Dadurch wird es sehr schwer für den Impfling und den Arzt, den Überblick zu behalten. Die Tetanus-Impfung gibt es zwar noch als Einzelimpfstoff, sinnvollerweise wird sie aber in Kombination mit Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis) verabreicht. Die beiden letzten gibt es nicht mehr als Einzelimpfstoffe. Da gegen alle drei Krankheiten im gleichen Abstand aufgefrischt werden sollte, bietet es sich an, diese zu kombinieren und die Impfungen zu synchronisieren. Wer nach einer Verletzung den Tetanusschutz auffrischen muss und zugleich den Schutz gegen Diphtherie und Keuchhusten aufgefrischt bekommt, läuft weniger Gefahr, Impflücken entstehen zu lassen.

Beispiel: Keuchhusten

Die Impfung gegen Keuchhusten sollte im Erwachsenenalter alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Warum auch Erwachsene einen aktuellen Schutz gegen Keuchhusten haben sollten, können Sie hier nachlesen. Nun wissen aber viele Erwachsene nicht, dass der Schutz gegen Keuchhusten auch für sie und damit ihre Kinder oder Enkel wichtig ist – deswegen gehen sie auch nicht explizit für diese Impfung zum Arzt. Dadurch entstehen Impflücken. Hingegen weiß jeder, dass man den Tetanusschutz alle zehn Jahre erneuern muss. Insofern ist es nur praktisch, wenn man mehrere Krankheiten mit einer „Klappe“ (bzw. Impfung) schlagen kann.

Weniger Injektionen – weniger Nebenwirkungen

Für Ärzte haben Kombinationsimpfstoffe einige praktische Vorteile, denn durch die Kombinationsimpfstoffe reduziert sich die Menge und Anzahl an Impfstoffen, die vorrätig sein müssen und die sie verabreichen müssen. Die Verwendung von Einzelimpfstoffen für bestimmte Krankheiten zieht automatisch nach sich, dass auch für die in den Kombiimpfstoffen enthaltenen Komponenten wiederum Einzelimpfstoffe benötigt werden. Wenn man zudem bedenkt, dass es bei jeder Injektion ein Stich erforderlich ist, so verringert man auch die Zahl dieser Eingriffe, wenn statt drei Injektionen nur eine benötigt wird.


DE/VAC/0472/15at, Mai17


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