Menu

Warum jedes Jahr impfen?

Kalender mit bunten Pins

Da die Influenza-Viren ständig Bestandteile ihrer Hülle verändern, schützt eine überstandene Grippe nicht vor einer erneuten Influenza-Infektion durch ein entsprechend verändertes Influenza-Virus. Der Grippe-Impfstoff wird daher auch jährlich neu produziert und den aktuell auftretenden Virusvarianten angepasst. Demzufolge ist jedes Jahr eine Neu-Impfung im Herbst notwendig.

Weltweites Netzwerk zur Virus-Beobachtung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordiniert ein weltweites Überwachungssystem, um eine Veränderung der Viren rechtzeitig ermitteln zu können. Nationale Influenza-Referenzzentren in den einzelnen Ländern beobachten, isolieren und identifizieren Influenza-Stämme aus infizierten Personen. Wenn hierbei ein potentiell neuer Stamm auf der Nordhalbkugel festgestellt wird, werden Proben an zwei WHO-Bearbeitungszentren in den USA und in England gesandt. Dort werden die Stämme genauer charakterisiert. Diese Überwachung bildet die Grundlage für die jährlichen Empfehlungen der WHO zur Impfstoffzusammensetzung.

Zusammensetzung nach aktuellen WHO-Empfehlungen

Jedes Jahr gibt die WHO Ende Februar ihre Empfehlungen hinsichtlich der Stämme ab, die in den Impfstoffen für die nächste Influenza-Saison auf der nördlichen Erdhalbkugel enthalten sein sollen – für je zwei aktuelle Influenza-A-Stämme und für einen aktuellen Influenza-B-Stamm. Seit 2012 empfiehlt die WHO einen zweiten Influenza-B-Stamm für den Impfstoff. Die Empfehlung für die Südhalbkugel wird im September ausgesprochen. Nationale Behörden bestätigen die Stammempfehlung, bevor die Hersteller die Produktion beginnen. Nach diesen Erkenntnissen wird jedes Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt. Die jährliche Impfung ist die effektivste Möglichkeit des Schutzes vor einer Erkrankung an Influenza.

Grippe-Welle: Influenza-Viren verändern sich ständig

Eine Besonderheit der Influenza-Viren ist ihre Variabilität. Das Virus wechselt sein Aussehen immer wieder, wobei sich einzelne Virusbestandteile verändern. Veränderungen der Influenza-A-Viren und der Influenza-B-Viren sind die Auslöser regelmäßig wiederkehrender kleinerer und größerer Grippe-Wellen, die auf der Nordhalbkugel in Ländern mit gemäßigtem Klima in der Regel im Zeitraum zwischen Dezember und April ablaufen.

Neue Varianten können zu Epidemien führen

Aufgrund geringer Veränderungen in der Erbinformation der Influenza-Viren kommt es zu neuen Virusvarianten. Verändern sich hierbei die Oberflächenstoffe Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) spricht man von einer Antigen-Drift. Die neuen Varianten bleiben mit dem ursprünglichen Virus verwandt, weisen aber veränderte Eigenschaften auf. Diese neuen Varianten sind für lokalisierte Ausbrüche und mehr oder weniger schwere Epidemien verantwortlich, weil die Bevölkerung ohne angepasste Schutzimpfung in den meisten Fällen keine Abwehr in Form von Antikörpern besitzt.

Neue Subtypen können Pandemien auslösen

Durch Austausch ganzer genetischer Elemente können ebenfalls neue Viren (Subtypen, z. B. H5N1) entstehen. Ist z. B. eine Wirtszelle von Mensch, Vogel oder Schwein mit zwei unterschiedlichen Subtypen des Influenza-A-Virus gleichzeitig infiziert, kann es bei der Vermehrung zu einer falschen Zuordnung der Virusbestandteile kommen - die neuen Viren besitzen ein neu kombiniertes Erbmaterial und damit neue Eigenschaften. Diese so genannte Antigen-Shift tritt nur bei Influenza-A-Viren auf. Da die neuen Subtypen auf Menschen treffen, die keine Abwehr gegen diesen neuen Viren-Subtyp besitzen, können sich die Viren schnell ausbreiten und zu Länder übergreifenden Pandemien führen.

Jährliche Impfstoff-Produktion

Zur Überwachung der Influenza-Viren unterhält die Weltgesundheitsorganisation WHO ein weltweites Beobachtungsnetz, so dass Veränderungen, wie z. B. das Auftreten neuer Varianten und Subtypen, umgehend erfasst werden. Diese Veränderungen müssen bei der jährlichen Impfstoff-Produktion berücksichtigt werden.


DE/VAC/0130/16, Feb16 & DE/VAC/0130/16(1), Mar18

Grippe-Check

Mit dem interaktiven Grippe-Check können Sie testen, ob Ihre Krankheitszeichen für eine Erkältung oder für eine ernsthafte Grippe sprechen. Bitte beachten Sie, dass dieser Check keine ärztliche Untersuchung ersetzt. Er stellt lediglich eine Hilfe zur Selbsteinschätzung dar.

Klicken Sie bitte die Symptome an, die bei Ihnen stark ausgeprägt sind.

Ihre Auswertung

Ihre Krankheitszeichen sprechen eher dafür, dass Sie an einer Erkältung erkrankt sind. Suchen Sie Ihren Arzt auf. Ihre Krankheitszeichen deuten darauf hin, dass Sie an einer starken Erkältung erkrankt sind. Suchen Sie Ihren Arzt auf. Da jedoch eine Grippe (Influenza) nicht auszuschließen ist, sollten Sie schnellstmöglich Ihren Arzt aufsuchen, um die Symptome abklären zu lassen. Ihre Krankheitszeichen sprechen stark dafür, dass Sie an einer echten Grippe erkrankt sind. Sie sollten schnellstmöglich Ihren Arzt aufsuchen, um die Symptome abklären zu lassen.

zurück
DE/FLU/0024/16, Feb18

Ihr persönliches Risiko

Babys

Kinder

Jugendliche

Erwachsene

Berufstätige

Senioren

Babys

Auch Babys können eine Grippe bekommen. Vor allem vorgeschädigte Schleimhäute, z. B. aufgrund von Allergien, und andere chronische Grunderkrankungen begünstigten die Ansteckung mit Influenza-Viren und die Entwicklung von Komplikationen. Babys können ab einem Alter von 6 Monaten gegen Grippe geimpft werden.

Kinder

Kinder sind häufig von Grippe-Infektionen betroffen. Gerade in Kindertagesstätten und Schulen, wo miteinander gespielt und getobt wird, verbreiten sich die Viren schnell. Klein- und Schulkinder stellen daher eine große potenzielle Ansteckungsquelle für Andere dar. Beispiele der Vergangenheit bekräftigen diese Aussagen – die Hongkong-Grippe Ende der 60er Jahre leerte die Klassenzimmer, während die Krankenhäuser sich füllten. Und auch die jüngste Epidemie 1995/96 in Deutschland zeigte, dass Kleinkinder häufig mit Komplikationen in die Klinik eingewiesen werden müssen. Daher ist eine jährliche Grippe-Schutzimpfung für alle Kinder sinnvoll, Kinder mit chronischen Grundleiden sollten in jedem Fall regelmäßig gegen Influenza geimpft werden.

Jugendliche

Auch gesunde Jugendliche werden keineswegs von der Grippe verschont. Bei der letzten großen Grippe-Epidemie in Deutschland 1995/96 erkrankten viele Jugendliche, einige starben an den Folgen. Daher ist eine jährliche Grippe-Schutzimpfung für alle Teenager ratsam, Jugendliche mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie z.B. chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus und anderen Stoffwechselkrankheiten, angeborene und erworbene Immundefekte, HIV-Infektionen und Krebsleiden sollten unbedingt jedes Jahr in Form einer Impfung gegen Influenza geschützt werden.

Erwachsene

Für Erwachsene mit geschwächter Immunabwehr und chronischen Krankheiten wie z.B. Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenproblemen, Diabetes, HIV-Infektionen sowie Krebsleiden empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut eine jährliche Grippe-Schutzimpfung. Auch schwangeren Frauen empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung. Darüber hinaus sind Eltern besonders gefährdet, sich mit Influenza anzustecken. Ihre Kinder bringen die Erreger aus Kindergärten und Schulen mit nach Hause. Fernreisende sollten sich mindestens 14 Tage vor Reiseantritt über eine notwendige Grippe-Vorsorge bei ihrem Arzt informieren. Immer wieder werden im europäischen Sommer Influenza-Viren von der Südhalbkugel eingeschleppt.
Ein trauriges Beispiel der Geschichte unterstreicht das Infektionsrisiko auch für gesunde Erwachsene – an der schweren „Spanischen Grippe“ von 1918/19 erkrankten und starben weltweit Millionen gesunde Menschen, mehr als Soldaten im 1. Weltkrieg.

Berufstätige

Für Personen mit erhöhter Gefährdung einer Ansteckung, z.B. medizinisches Personal und Personen mit umfangreichem Publikumsverkehr, empfiehlt sich eine jährliche Grippe-Schutzimpfung – zum eigenen Schutz und vor allem auch zum Schutz anderer, z. B. betreuter Risikopatienten. Zur letzten Gruppe zählen in erster Linie Lehrer, Erzieher, Einsatzkräfte, Personen in der Lebensmittelfertigung, bei der Müllentsorgung, Reinigungskräfte und allgemein Berufstätige im Verkauf. Aber auch für Selbstständige und Unternehmer können sich die hohen Ausfallzeiten in Folge der Grippe-Erkrankung in jeder Hinsicht teuer auswirken.

Senioren

Für Personen ab dem 60. Lebensjahr erhöht sich das Risiko eines komplikationsbehafteten Krankheitsverlaufs im Zuge einer Influenza. Das Abwehrsystem ist in dieser Altersgruppe allgemein geschwächt. Gerade auf engem Raum in Alters- und Pflegeheimen verbreiten sich die Viren schnell. Und auch die Enkelkinder übertragen die lebensgefährlichen Erreger auf die Großeltern. Daher empfiehlt sich für diese Personengruppe grundsätzlich eine jährliche Grippe-Schutzimpfung.

DE/FLU/0025/16, Mar18