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Welche Komplikationen kann es bei Gürtelrose geben?

Post-Zoster-Neuralgie – die häufigste Komplikation

Ein typisches Symptom der Gürtelrose sind starke Nervenschmerzen. Bei einigen Patienten beginnen sie bereits bevor ein Hautausschlag zu sehen ist, bei anderen während der Akutphase und bei einigen sogar erst, nachdem die typischen Hautveränderungen bereits abgeklungen sind. Die Schmerzen werden als brennend bis stechend beschrieben und können unterschiedlich stark sein. Treten sie während der Erkrankung auf, gehören sie zum normalen Krankheitsbild, wenngleich sie auch zu diesem Zeitpunkt schon sehr quälend sein können. Eine Komplikation wird daraus, wenn die Nervenschmerzen nach Abheilen der Bläschen länger als drei Monate bestehen. Jeder fünfte bis fünfzehnte Patient ist davon betroffen. Einige Patienten leiden monate-, jahre- oder sogar lebenslang unter den Beschwerden. In diesen Fällen spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie (PZN; post Zoster = nach einem Herpes zoster (Gürtelrose); Neuralgie = Nervenschmerz). Das Risiko für eine PZN steigt mit zunehmendem Alter an.

Bei Kindern verläuft eine Gürtelrose in der Regel gutartig und schmerzarm. Je älter ein Patient ist, desto häufiger treten die Nervenschmerzen und damit die PZN auf. Einige wenige Patienten sind so stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, dass sie Depressionen bekommen oder sogar Suizidgedanken haben. Eine psychiatrische Behandlung ist in diesen Fällen angeraten. Eine gezielte Schmerztherapie ist absolut notwendig.
Die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer PZN kann durch eine frühzeitige antivirale Behandlung und durch umfassende Schmerztherapie bereits während der Erkrankung verringert werden. Die beste Vorbeugung ist eine Impfung gegen Gürtelrose. Die Impfung gegen Gürtelrose kann nicht nur die Erkrankung verhindern, sondern dadurch auch vor PZN schützen.

Zoster generalisatus

Beim Zoster generalisatus ist nicht nur ein Nervenstrang betroffen, sondern ein Großteil oder das gesamte Nervensystem. Daher treten die Symptome dann auch am ganzen Körper auf. Der Hausausschlag ähnelt dann dem der Windpocken. Ein Zoster generalisatus ist lebensbedrohlich, da auch innere Organe wie die Lunge befallen sein können. Der Zoster generalisatus tritt jedoch nur auf, wenn das Immunsystem extrem schwach ist. Das kann bei HIV/AIDS-Patienten vorkommen oder bei Patienten, bei denen medikamentös das Immunsystem unterdrückt wird, z. B. nach Organ- oder Knochenmarktransplantationen oder intensiven Krebsbehandlungen.

Zoster ophthalmicus und Zoster oticus

Der Befall des Auges oder des Ohres kann schwere Komplikationen nach sich ziehen. Sie reichen von Läsionen der Liedhaut mit der Bildung von Narben bis zur Hornhaut- und Bindehautentzündung. Im schlimmsten Fall können Sehnerv oder Hörnerv betroffen sein und zum Verlust der Seh- oder Hörfähigkeit führen. Auch die Entzündung der Netzhaut kann zum Verlust der Sehfähigkeit führen.

Entzündungen des zentralen Nervensystems

Bei stark immungeschwächten Patienten können Entzündungen im zentralen Nervensystem auftreten. Zu den gefürchteten Komplikationen zählen die Hirnhautentzündung (Zoster-Meningitis), die Hirnentzündung (Zoster-Enzephalitis) und die Rückenmarksentzündung (Zoster-Myelitis).

Narbenbildung

Entzündet sich der Hautausschlag, z. B. durch Aufkratzen der Bläschen, kann eine Sekundärinfektion der Haut mit Bakterien dazu führen, dass der Hautausschlag schlecht abheilt. Narben und Pigmentstörungen können bestehen bleiben. Bei manchen Patienten bleibt der betroffene Hautbereich über lange Zeit schmerzempfindlicher.

Erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt

Untersuchungen haben gezeigt, dass Personen, die eine Gürtelrose hatten, in den ersten Wochen und Monaten nach der Erkrankung ein erhöhtes Risiko hatten, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden. Bisher gibt es keine Hinweise, auf einen direkten Zusammenhang. Mediziner vermuten, dass die intensive Entzündungsreaktion während einer Gürtelrose das Fortschreiten von Gefäßerkrankungen beschleunigen könnte.


DE/HRZ/0030/18, Jul18


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