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Zusatzstoffe in Impfstoffen - harmlos oder gefährlich?

Das Prinzip einer Impfung ist einfach. Der Impfstoff erzeugt eine Immunantwort, die vor Infektionen schützt. Doch um die optimale Wirkung zu erzielen, braucht man häufig zusätzliche Wirkverstärker, so genannte Adjuvantien. Besonders aluminiumhaltige Adjuvantien stehen immer wieder in der Kritik. Erfahren Sie, warum man die Wirkverstärker braucht und in welchen Mengen sie eingesetzt werden.

kleine Laborflaschen mit farbiger Flüssigkeit

Bei einer Impfung werden dem Körper Antigene (abgetötete Krankheitserreger, Teile von Krankheitserregern oder abgeschwächte Krankheitserreger) zugeführt. Das Immunsystem wird dadurch angeregt, Abwehrstoffe (Antikörper) und Abwehrzellen für den Infektionsfall zu bilden und abzuspeichern. Warum braucht man dann in einem Impfstoff Wirkverstärker, so genannte Adjuvantien?

Die Immunantwort verbessern

Krankheitserreger nutzen unterschiedliche Eintrittspforten in den Körper. Mit manchen steckt man sich über Tröpfcheninfektion an (z. B. Grippe, Windpocken), mit anderen über Blut oder andere Körperflüssigkeiten (Hepatitis B), wiederum mit anderen über den fäkal-oralen Weg (z. B. Rotaviren, Hepatitis A). Eine Impfung, die (in den meisten Fällen) in den Oberarmmuskel gespritzt wird, bringt die Antigene also auf einem ganz anderen als dem natürlichen Weg in den Körper. Zusätzlich wird die Menge des Antigens möglichst gering gehalten oder die Struktur modifiziert, um den Körper möglichst wenig zu belasten. Aus diesen und weiteren Gründen werden Adjuvantien verwendet, die die Immunantwort so verstärken sollen, dass sie die notwendigen Schritte im Immunsystem verstärken. Adjuvantien sind also alle Substanzen, die das Ausmaß und die Qualität der Immunantwort optimieren. Ohne diese Hilfsstoffe würden viele Impfstoffe nicht den gewünschten Schutzeffekt erzeugen.

Aluminium in Impfstoffen

Eines der ersten standardmäßig eingesetzten Adjuvantien waren Aluminiumverbindungen, z. B. Aluminiumhydroxid. Es verstärkt die Antikörperbildung. Aluminium steht aber in der Kritik, bei dauernder Exposition gesundheitlich bedenklich zu sein.

Jeder Mensch nimmt mit der Nahrung regelmäßig Aluminium auf. Der Großteil wird über die Nieren wieder ausgeschieden. Doch ein gewisser Anteil verbleibt mit sehr langer Halbwertszeit im Körper, so dass sich im Laufe des Lebens eine gewisse Menge an Aluminium im Körper ansammelt. Diese im Laufe des Lebens angehäufte Menge an Aluminium (die so genannte body burden) beläuft sich nach Schätzungen auf 35 (5–60) mg Aluminium.

Pro Impfung mit Aluminium als Adjuvans verbleiben dauerhaft höchstens 0,025 mg Aluminium im Körper. Bei 20 Impfungen im Laufe des Lebens sind das insgesamt 0,5 mg. Damit ist die Menge, die sich durch Impfungen ansammelt, im Vergleich zum „Aluminium-Lebenskonto“ aus der Nahrung sehr gering. Mehr Informationen hierzu finden sich auf den Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts.

Weitere verwendete Adjuvantien

Um Impfstoffe weiter zu verbessern, wird kontinuierlich an Adjuvantien geforscht und neue Kombinationen werden getestet. Weitere Substanzen, die zum Einsatz kommen, sind:

  • Lipopolysaccharide: Bestandteile der Zellwand von Bakterien
  • Öl-in-Wasser-Emulsionen
  • CpG: kurze Stücke von bakteriellem Erbgut
  • Saponine: Pflanzenextrakte
  • Bestandteile von Viruspartikeln
  • Signalmoleküle für das Immunsystem, z. B. Interleukine

Die jahrzehntelange, weltweite Erfahrung mit Impfstoffen und Adjuvantien zeigt, dass das System gut und sicher funktioniert. Der Nutzen einer Impfung mit einem sicheren Schutz vor schweren Infektionskrankheiten ist viel höher als das Risiko vor Nebenwirkungen.

 


DE/VAC/0472/15aa, Jan17