Menu
Gürtelrose-Infocenter Symptome einer Gürtelrose

Gürtelrose-Infocenter

Symptome einer Gürtelrose

Welche Symptome sind typisch für eine Gürtelrose?

Meist geht den Symptomen, die eine Gürtelrose eindeutig identifizierbar machen, eine Phase mit unspezifischen Krankheitszeichen voraus. Diese sind Müdigkeit, Gliederschmerzen, allgemeines Unwohlsein und manchmal auch leichtes Fieber. Erst nach zwei bis drei Tagen treten dann brennende Schmerzen, häufig auch Juckreiz oder ein kribbelndes Hautgefühl auf. Außerdem kann sich eine Rötung oder Schwellung der Haut in dem Bereich zeigen, in dem später die Bläschen erscheinen. Viele Patienten beschreiben diese Körperregion als extrem berührungsempfindlich. Wichtig ist, dass eine Behandlung von Gürtelrose innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der Hautveränderungen begonnen werden soll, um möglichst effektiv zu sein. Dies geschieht durch die anfangs unspezifischen Symptome allerdings häufig zu spät.

Symptome der Haut

Die unspezifischen Symptome können mehrere Tage anhalten, bis der typische gürtelförmige, halbseitige Hautausschlag auftritt. Ein rötlicher Hautausschlag entwickelt sich in kurzer Zeit zu flüssigkeitsgefüllten, brennenden Bläschen. Am häufigsten finden sich die Bläschen am Rumpf oder Brustkorb. Seltener ist ein Ausschlag am Hals oder im Gesicht. Grundsätzlich können alle Spinalnerven befallen werden, so dass auch ein Ausschlag an Armen oder Beinen auftreten kann.

Sind Nerven im Gesichtsbereich betroffen so kann es zu Binde- und/oder Hornhautentzündungen sowie Gesichtslähmungen kommen. Ist das Auge davon betroffen, spricht man von Zoster ophthalmicus. In wenigen Fällen kann es zu vorübergehenden oder dauerhaften Sehstörungen kommen, die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. Eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur heilt in der Regel ab.

Nervenschmerzen

Ein typisches Zeichen einer Gürtelrose sind starke Nervenschmerzen. Die Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren führt häufig zu einer Schädigung der Nervenzellen. Dadurch entstehen Empfindungsstörungen oder Nervenschmerzen, die auch noch viele Monate nach dem Abheilen der Bläschen anhalten können. Man spricht dann von einer Post-Zoster-Neuralgie (PZN). Das Risiko für solche dauerhaften Schmerzen steigt, wie auch für die übrigen Folgen einer Gürtelrose, mit zunehmendem Altern an.

Wie lange dauern die Symptome an?

Das unspezifische Stadium dauert meist ein bis drei Tage, ab dem Auftreten der Bläschen dauert es in der Regel fünf bis sieben Tage bis zur vollständigen Verkrustung. Werden Bläschen aufgekratzt, können dauerhafte Narben entstehen. Die Dauer und Intensität der Nervenschmerzen ist von Patient zu Patient sehr verschieden. Manchmal verschwinden die Schmerzen nach dem Abheilen des Hautausschlags. Häufig aber bleiben die Schmerzen aber noch mehrere Wochen bis Monate, teilweise noch länger, bestehen.

Der Verlauf einer Gürtelrose

An einer Gürtelrose können nur Menschen erkranken, die in der Vergangenheit Windpocken hatten, denn nach der Abheilung der Windpocken verbleiben die Viren schlummernd im Körper. Genauer gesagt in den Nervenzellen, die sich in den Spinalganglien links und rechts entlang der Wirbelsäule befinden. Eine Gürtelrose kann dann irgendwann im Leben auftreten, vor allem aber ab einem Alter von 50 Jahren. Grund hierfür ist das nachlassende Immunsystem.

Reaktivierung der Varizella-zoster-Viren

Erfolgt die Reaktivierung der Varizella-zoster-Viren, wandern diese von den Nerven in den Spinalganglien entlang der Nervenfasern bis zu den Nervenendigungen an die Körperoberfläche. Abhängig davon, in welchen Spinalganglien die reaktivierten Viren ausbrechen, sind die damit verbundenen Hautbereiche betroffen. Die Vermehrung der Viren, und damit eine Gürtelrose, kündigt sich bei etwa dreiviertel der Betroffenen mit brennenden bis schneidenden Schmerzen an bestimmten Körperstellen an. Ebenso kann die Region jucken und berührungsempfindlich sein. Viele Betroffene fühlen sich unwohl und abgeschlagen, manche berichten von Fieber. Zu diesem Zeitpunkt ist von außen noch nicht sichtbar, um welche Krankheit es sich handelt. Die Virusvermehrung schädigt die Nervenzellen, was zu den bekannten Schmerzen führt.

Juckender Hautausschlag

Die Schmerzen können bis zu sieben Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags beginnen. Die Haut an der betroffenen Stelle ist rötlich, teilweise fleckig verfärbt und Papeln entwickeln sich. In kurzer Zeit entstehen daraus flüssigkeitsgefüllte, Stecknadelkopf große Bläschen, die häufig in Gruppen zusammenstehen. Der Inhalt der Bläschen ist bei einer Gürtelrose ansteckend. Da sich die Nerven auf die rechte und linke Körperhälfte aufteilen und häufig nur einzelne Nerven befallen sind, tritt der Ausschlag meist nur auf einer Körperseite auf.

Am häufigsten tritt der Ausschlag am Rumpf auf, doch auch an den Armen oder Beinen, am Hals, Kopf oder im Gesicht kann die Krankheit auftreten.

Abheilung des Hautausschlags – Rückzug der Viren

Zwischen den ersten Anzeichen und dem Abheilen der letzten Bläschen liegen in der Regel zwei bis vier Wochen. Bei einem guten Immunsystem und rechtzeitiger Behandlung heilt eine Gürtelrose folgenlos aus. Die Varizella-zoster-Viren sind vom Immunsystem – und meist mit Unterstützung durch antivirale Medikamente – in die Spinalganglien zurückgedrängt worden. Der Erkrankte hat folglich die Gürtelrose überstanden, von den Varizella-Zoster-Viren befreit ist er allerdings nicht. Denn die Viren verbleiben in den Nerven und können erneut reaktiviert werden und eine erneute Gürtelrose-Erkrankung hervorrufen.

Folgen und Komplikationen

Nicht immer heilt die Erkrankung problemlos und folgenlos aus. Neben dauerhaften Schmerzen (Post-Zoster-Neuralgie) können weitere Folgen auftreten.

Habe ich Gürtelrose? Die Diagnose der Erkrankung

Ärztin erklärt etwas.

In den ersten Tagen der Erkrankung, bevor der typische Hautausschlag auftritt, kann es schwierig sein, eine Gürtelrose zu diagnostizieren. Denn die noch unspezifischen Symptome wie Krankheitsgefühl und eventuell vorhandenes Kribbeln oder Schmerzen an einer bestimmten Körperstelle könnten auch von anderen Krankheiten oder Verletzungen herrühren. Bei Schmerzen im Brustbereich muss z. B. ein Herzinfarkt, bei Schmerzen am Rücken ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen werden. Sobald sich dann die Papeln bilden, die sich zu flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickeln, ist die Feststellung eindeutig. Ein Arzt kann dann mittels Blickdiagnose eine Gürtelrose feststellen.

Diagnose der Gürtelrose im Labor

Bei untypischen Verläufen, z. B. bei sehr jungen Patienten oder wenn die Symptome nicht eindeutig zugeordnet werden können oder der Ausschlag nicht klar nach einem Herpes zoster aussieht, wird gezielt nach dem Erreger gesucht. Sind Bläschen vorhanden, entnimmt der Arzt eine Probe über einen Abstrich der Bläschen. Sind keine Bläschen vorhanden, kann der Erreger auch in einer Blutprobe nachgewiesen werden.

Diagnose so schnell wie möglich

Bei einer Gürtelrose sollte eine Diagnose immer möglichst schnell gestellt werden, um mit einer antiviralen Behandlung so früh wie möglich beginnen zu können. Die Therapie ist am wirksamsten, wenn sie innerhalb der ersten drei Tage nach dem Erscheinen des Hautausschlags begonnen wird.

 DE/HRZ/0018/18, Jun18; DE/HRZ/0032/18, Jul18