Informationen zu Keuchhusten – die Krankheit im Überblick

Keuchhusten kennt keine Altersgrenzen


Keuchhusten kennt keine Altersgrenzen

Keuchhusten – was steckt dahinter?

Die Ursache von Keuchhusten: Das Bakterium Bordetella pertussis

Wie entsteht Keuchhusten und welche Symptome treten bei Keuchhusten auf? Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende, bakterielle Infektion der oberen Atemwege. Typische Symptome der Atemwegserkrankung sind krampfartige, schmerzhafte Hustenanfälle, die stoßweise erfolgen und mehrere Wochen andauern. Verursacht wird Keuchhusten durch das Bakterium Bordetella pertussis, das sich nach einer Infektion in den Schleimhäuten der menschlichen Atemwege vermehrt. Dort setzt es Giftstoffe frei und schädigt das Gewebe. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion während des Hustens, Niesens oder Sprechens. Keuchhusten tritt ganzjährig auf, in Mitteleuropa ist die hochansteckende Erkrankung jedoch gerade in der kühlen Jahreszeit im Herbst und Winter besonders verbreitet.

Keuchhusten betrifft Kleinkinder, Jugendliche und Erwachsene

Die Atemwegserkrankung betrifft zwar auch Säuglinge und Kinder, dennoch ist Keuchhusten keine klassische Kinderkrankheit. Während in Deutschland die Mehrheit der Kinder gegen Keuchhusten geimpft ist, besteht unter Jugendlichen und Erwachsenen meist kein ausreichender Impfschutz mehr. Daher verbreitet sich Pertussis vor allem unter den letztgenannten Altersgruppen immer häufiger. Obwohl Keuchhusten gerade Menschen ab dem 60. Lebensjahr immer häufiger mit Folgebeschwerden treffen kann, nehmen viele die Infektionskrankheit vorrangig als Kinderkrankheit wahr und beugen nicht mehr ausreichend gegen Keuchhusten vor: Nach einer aktuellen Untersuchung lag diese Quote bei den vor 1989 geborenen Erwachsenen im Zeitraum 2007 bis 2016 bundesweit bei 32,4 Prozent, d.h. nur etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland besitzt einen ausreichenden Schutz gegen Keuchhusten. Und das, obwohl die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2009 eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten für Jugendliche und Erwachsene empfiehlt.

Aktuell sind noch immer zwei Drittel der Erwachsenen unzureichend vor Keuchhusten geschützt.

Wie gefährlich ist Keuchhusten?


Ein Viertel der Erwachsenen mit einem Husten, der länger als 14 Tage andauert, ist ein Keuchhusten erkrankt.


Etwa einer von zehn Keuchhusten-Fällen führt zur Behandlung im Krankenhaus.


40 Prozent der älteren Erwachsenen mit Keuchhusten werden wahrscheinlich unter Komplikationen leiden.

Keuchhusten ist in jedem Alter hochansteckend: Egal wie alt Sie sind, prüfen Sie Ihren Impfstatus und sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie Sie sich am besten schützen können.

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Prävention – wie lässt sich vorsorgen?

Impfpass

 Einen wirksamen Schutz vor Keuchhusten kann eine Impfung bieten.

Gegen Keuchhusten gibt es eine von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfohlene Schutzimpfung, die von allen Krankenkassen erstattet wird.

 

  • Säuglinge und Kleinkinder: Da eine Erkrankung mit Keuchhusten für Babys lebensbedrohlich sein kann, sollten sie zum frühestmöglichen Zeitpunkt geimpft werden. Die Impfung erfolgt in vier Teil-Impfungen, die in den Lebensmonaten 2, 3 und 4 sowie zwischen dem 11. und 14. Monat verabreicht werden sollte.
  • Kinder und Jugendliche: Kinder und Jugendliche sollten im Alter von 5 bis 6 Jahren beziehungsweise 9 bis 16 Jahren eine Auffrischimpfung erhalten.
  • Erwachsene: Erwachsene sollten die nächstfällige Impfung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig in Kombination mit einer Impfung gegen Keuchhusten erhalten. Dies gilt auch, wenn im Verletzungsfall eine Tetanus-Impfung erforderlich ist.
  • Frauen im gebärfähigen Alter: Für Frauen im gebärfähigen Alter wird eine Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen.
  • Personen, die in Gesundheits- oder Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten:
    Neben Ärzten, Pflegepersonal, Hebammen und anderen Beschäftigten in Gesundheitseinrichtungen sollten auch Lehrer und Erzieher, Beschäftigte in Kindertagesstätten und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung erhalten.
  • Eltern, Großeltern sowie allen Personen, die mit Neugeborenen in engeren Kontakt kommen, wird empfohlen, sich ebenfalls impfen zu lassen, vorausgesetzt in den letzten 10 Jahren ist keine Keuchhusten-Impfung erfolgt. Diese sollte spätestens vier Wochen vor Geburt des Kindes erfolgen. So können sie Säuglinge in den ersten Lebensmonaten vor Keuchhusten schützen, die selbst noch nicht (bzw. noch nicht vollständig) geimpft sind.
  • Schwangere: Die STIKO empfiehlt die Impfung in jeder Schwangerschaft zu Beginn des 3. Trimenons (am besten 28. bis 32. Schwangerschaftswoche), bei einer sich abzeichnenden Frühgeburt schon im 2. Trimenon. Durch die Impfung in der Schwangerschaft werden die Antikörper der Mutter über die Nabelschnur auf das Kind übertragen und können das Kind vor Keuchhusten schützen, bevor es selbst geimpft werden kann. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.Weitere Informationen finden sie hier

 

 Lassen Sie Ihren Impfstatus überprüfen und vervollständigen.

Impfung – wer sollte sich schützen?

Für verschiedene Gruppen empfiehlt die STIKO den Keuchhusten-Schutz.

Für verschiedene Gruppen empfiehlt die STIKO den Keuchhusten-Schutz. 

Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit. Eine sinnvolle Maßnahme zum Schutz davor ist die Impfung. Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen und eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen ist die Impfung für folgende Personen: 

 

  • Erwachsene sollten die Keuchhusten-Impfung als Standard- und Auffrischimpfung bei der nächsten Tetanus-/Diphtherie-Impfung einmalig als Kombinationsimpfung erhalten.
  • Folgende Personen sollten alle 10 Jahre eine Dosis Keuchhusten-Impfstoff erhalten:
    • Frauen im gebärfähigen Alter,
    • enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister, Großeltern) und Betreuende (z.B. Tagesmütter, Babysitter) eines Neugeborenen,
    • Personal im Gesundheitsdienst sowie in Gemeinschaftseinrichtungen.
  • Schwangere zu Beginn des 3. Trimenons (am besten 28. bis 32. Schwangerschaftswoche), bei einer sich abzeichnenden Frühgeburt schon im 2. Trimenon. Die Impfung sollte unabhängig von zuvor erhaltenen Keuchhusten-Impfungen und in jeder Schwangerschaft durchgeführt werden. Weitere Informationen finden sie hier

Wer sollte sich gegen Keuchhusten impfen lassen?


Auffrischung für Erwachsene bei der nächsten Tetanus-/Diphtherieimpfung


Frauen im gebärfähigen Alter


Schwangere zu Beginn des 3. Trimenons


Menschen, die in engem Kontakt mit Säuglingen stehen


Mitarbeiter von Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen

Verlauf und Symptome

Keuchhusten mit typischem Verlauf

Klassischerweise verläuft Keuchhusten über mehrere Wochen in drei Stadien:

  1. Das Anfangsstadium, das Stadium catarrhale, mit erkältungsartigem Schnupfen und Husten.
  2. Stadium convulsivum mit anhaltenden, stakkatoartigen, schmerzhaften Hustenattacken.
  3. Die Erholungsphase, Stadium decrementi, in der die Häufigkeit der Attacken langsam abnimmt.

Erkältungsphase: Stadium catarrhale

Dauer: 1 bis 2 Wochen

Nach einer Inkubationszeit von meist 9 bis 10 Tagen kommt es zu einer grippeähnlichen Symptomatik mit leichtem Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und trockenem Reizhusten. Da die Keuchhusten-Symptome in dieser Phase noch unspezifisch sind, werden sie selten richtig gedeutet. Meist werden die Beschwerden für eine banale Erkältung gehalten. In diesem Stadium ist die Ansteckungsgefahr am größten.

Anfallsphase: Stadium convulsivum

Dauer: 4 bis 6 Wochen

Im zweiten Stadium zeigen sich die klassischen Anzeichen von Keuchhusten: plötzlich einsetzende, stakkatoartige, schmerzhafte Hustenattacken bis hin zu Atemnot. Erkrankte schließen die Hustenanfälle bei der Einatmung mit einem juchzenden Geräusch („Keuchen“) ab. Häufig kommt es bei den Hustenattacken zu zähen Schleimabsonderungen und anschließendem Erbrechen. Die Hustenanfälle sind zahlreich, häufen sich in der Nacht und können durch äußere Einflüsse, wie körperliche Anstrengung, ausgelöst werden. Ein Anfall dauert oft Minuten an. Begleiterscheinungen dieser Phase sind Appetitlosigkeit und Schlafstörung. Fieber tritt dagegen nur selten auf.

Erholungsphase: Stadium decrementi

Dauer: 6 bis 10 Wochen

Im letzten Stadium nimmt zunächst die Häufigkeit der Hustenattacken langsam ab, schließlich fallen diese auch weniger schwer aus. Erkrankte fühlen sich langsam fitter. Ohne frühzeitige antibiotische Therapie – vor Beginn oder während der ersten zwei Wochen ab Beginn des Hustens – kann diese Phase bis zu 10 Wochen andauern.


Keuchhusten-Symptome bei untypischem Verlauf

Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft Keuchhusten häufig untypisch: Oft treten außer einem trockenen, langanhaltenden Husten keine weiteren Symptome auf. Diese untypischen Verläufe machen es schwer, Keuchhusten als solchen rechtzeitig zu erkennen. Entsprechend hoch ist die Ansteckungsgefahr, die von nicht korrekt diagnostizierten Patienten ausgeht. So können Personen, die sich etwa während der Inkubationszeit oder aufgrund untypischer Symptome nicht krank fühlen, bereits hochgradig ansteckend sein. Eltern, Geschwister, Großeltern und weitere Kontaktpersonen wie zum Beispiel Babysitter und Tagesmütter sind die häufigsten Infektionsquellen für Babys und Kleinkinder. Daher sollten gerade diese Personengruppen ihren Impfstatus gegen Keuchhusten beim Arzt überprüfen lassen.

Untypische Keuchhusten-Symptome bei Babys

 

Keuchhusten bei Babys

Keuchhusten ist eine ernsthafte Erkrankung für Babys und Kleinkinder.

Bei Babys unter sechs Monaten verläuft die Anfallsphase oft ohne typische Hustenanfälle. Die Attacken äußern sich vielmehr in Form von Atemstillständen (Apnoen). Babys mit einer Keuchhusten-Diagnose werden daher häufig stationär behandelt oder müssen rund um die Uhr überwacht werden. Durch den untypischen Verlauf wird die Krankheit klinisch oft nicht frühzeitig erkannt.

Da Keuchhusten häufig nicht erkannt wird, sollten Sie Ihren Impfstatus regelmäßig überprüfen und mit Ihrem Arzt darüber sprechen, wie Sie sich und andere am besten schützen können.

Lässt sich Keuchhusten behandeln?

Eine Behandlung von Keuchhusten ist nur bei einem sehr frühen Einsatz von Antibiotika möglich. In der Regel sollte die Therapie vor Beginn oder in den ersten zwei Wochen ab Beginn des Hustens erfolgen. Werden Antibiotika erst ein bis zwei Wochen nach Beginn der stakkatoartigen Hustenattacken angewendet, lässt sich der Krankheitsverlauf der Betroffenen meist nicht mehr positiv beeinflussen. Gleichzeitig sind Betroffene vor der Behandlung mit Antibiotika für ihr Umfeld bereits hochansteckend. Durch die Verabreichung von Antibiotika kann in dieser Situation eine weitere Verbreitung der Infektion verhindert werden.

Was ist bei einer Keuchhustenerkrankung von Säuglingen zu beachten?

Säuglinge sollten bei einer Erkrankung oder dem Verdacht auf Keuchhusten in jedem Fall in einem Krankenhaus behandelt werden. Denn gerade bei ihnen ist es wichtig, den Hustenschleim abzusaugen, um Atemnot zu lindern und auch, um einen drohenden Atemstillstand zu verhindern.

Ist Keuchhusten ansteckend?

Keuchhusten-Erreger sind Bakterien, die hochgradig ansteckend sind. Fast alle Menschen, die nicht geimpft sind und in Kontakt mit den Erregern kommen, stecken sich an. Laut Experten erkranken von 100 nicht geimpften Infizierten 80 bis 90 Personen an Keuchhusten (Pertussis). Da Keuchhusten gerade bei Jugendlichen und Erwachsenen häufig nicht erkannt beziehungsweise fehlgedeutet wird, steckt ein Erkrankter im Schnitt etwa fünf bis sechs weitere Personen an. Daher ist ein vollständiger Impfstatus aller oben genannten Personen sicher zu stellen, um so die besonders gefährdeten Säuglinge vor einer Ansteckung zu schützen. Gerade in den ersten Wochen sind Babys besonders gefährdet, da sie erst mit zwei Monaten erstmals gegen Keuchhusten geimpft werden können. Auch eine durchlebte Keuchhustenerkrankung kann nicht vor einer erneuten Ansteckung und dem Ausbruch schützen.  

Was können Sie als Großeltern tun, um Ihre Enkel vor Keuchhusten zu schützen? Unterstützen Sie die gesunde Entwicklung von Babys und Kleinkindern in Ihrer Familie und Ihrem Umfeld. Überprüfen Sie Ihren Impfschutz und ermöglichen Sie einen Schutz vor Keuchhusten für Ihre Enkel und andere Kinder.

Keuchhusten-Infektion: So erfolgt die Übertragung

Keuchhusten-Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Während des Niesens, Hustens oder Sprechens können die Tröpfchen bis zu einem Meter in der Luft verteilt werden. Werden die Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen, kommt es beinahe immer zu einer Infektion. Es kann zudem möglich sein, dass Pertussis-Erreger vorübergehend auch gesunde Menschen besiedeln können, die gegen Keuchhusten geimpft sind. In diesem Fall kommt es aber in der Regel nicht zum Ausbruch der Erkrankung, da die Impfung sie davor schützt. In manchen Fällen ist es allerdings möglich, dass die Bakterien einige Zeit an ungeimpfte Personen übertragen werden können.

Wie wird Keuchhusten übertragen?

Keuchhusten überträgt sich durch Tröpfcheninfektion über die Luft. Bis zu einem Meter weit können andere Menschen dann die Erreger einatmen.

Inkubationszeit von Keuchhusten

Die Inkubationszeit – die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch einer Infektionskrankheit – dauert bei Keuchhusten meist 9 bis 10 Tage, in seltenen Fällen jedoch bis zu 20 Tage. Bereits bevor die ersten Symptome auftreten, besteht eine hohe Ansteckungsgefahr für ungeimpfte Personen, insbesondere wenn dies Säuglinge und Menschen mit einem schwachen Immunsystem sind (auch im Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystem mit der Zeit ab).

Wie lange ist Keuchhusten ansteckend?

Die Ansteckungsphase beginnt bereits vor dem Eintritt der für Keuchhusten typischen Hustenanfälle. Die Ansteckungsfähigkeit erreicht in den ersten beiden Krankheitswochen ihren Höhepunkt und kann ab dem Zeitpunkt der Hustenattacken bis zu weiteren 3 Wochen anhalten. Bei Säuglingen kann die Ansteckungsfähigkeit sogar bis zu 6 Wochen bestehen. Wird Keuchhusten mit einem wirksamen Antibiotikum behandelt, kann sich die Gefahr einer Infizierung auf ca. 3 bis 7 Tage nach Beginn der Therapie verkürzen.

Diagnose

Da Keuchhusten bei Jugendlichen und Erwachsenen, aber auch bei Säuglingen häufig ohne die klassischen Symptome auftritt, ist die Labordiagnostik entscheidend. Auch bei klassischer Symptomatik sollte die Diagnose durch einen Labortest bestätigt werden. Dadurch kann sichergestellt werden, dass nicht andere infektiöse Erreger Auslöser der Symptome sind (zum Beispiel virale Atemwegserreger)

Erreger: Das Bakterium – Bordetella pertussis

Bordetella Pertussis Illustration

Das Bakterium, das Keuchhusten auslöst, gehört zur Bakteriengattung Bordetella. Der Erreger Bordetella pertussis bildet eine Vielzahl von Giftstoffen und besitzt zahlreiche krankmachende Eigenschaften. Auf der Oberfläche des Bakteriums befinden sich äußere Membranproteine und sogenannte Fimbrien, die das Bakterium dazu befähigen, sich an Zelloberflächen des Menschen anzuheften.

Bordetella pertussis nistet sich in die Atemwegsschleimhäute des Menschen ein und zerstört dort die Schleimhaut. Einige der Giftstoffe verschlechtern darüber hinaus die Abwehrkräfte und verursachen Gewebeschäden.

Risiken: Mögliche Komplikationen und Folgeschäden

Im besten Fall heilt Keuchhusten ohne Folgeschäden aus. Jedoch können sich zu den typischen Symptomen auch weitere Beschwerden in Form von Begleiterkrankungen entwickeln. Das passiert vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern aber auch bei ca. einem Viertel der älteren Patienten. Wichtigster Grund dafür: Im Alter lassen die Abwehrkräfte in der Regel nach und chronische Erkrankungen schwächen das Immunsystem zusätzlich. Die häufigste Komplikation bei Keuchhusten ist eine Lungenentzündung (Pneumonie).

Mögliche Begleiterkrankungen sowie Folgesymptome bei Keuchhusten:

  • Atemnot (bei Babys und Kleinkinder auch lebensbedrohliche Atemstillstände)
  • Platzen von Blutgefäßen (durch den enormen Druck beim Husten können Blutgefäße im Auge platzen und/oder Nasenbluten auftreten,
  • Leisten-, Nabel- sowie Rippenbrüche (ebenfalls durch den hohen Druck beim Husten)
  • Entzündungen, entweder durch die Keuchhustenbakterien selbst oder durch Begleitinfektionen mit anderen Erregern aufgrund des geschwächten Immunsystems (Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohr- und Lungenentzündung, bis hin zu bleibenden Lungenschäden)
  • Gehirnentzündung mit Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit: Als Dauerschäden können daraus Lähmungen, Seh-, Hör- oder geistige Störungen zurückbleiben
  • Starker Gewichtsverlust: Keuchhusten geht oft mit Erbrechen und mangelndem Appetit einher
  • Inkontinenz: Sie ist in erster Linie ein Problem von Kindern und älteren Frauen. Bei jedem Hustenanfall wird im Körper großer Druck aufgebaut, so dass unkontrolliert Harn abgehen kann

Das ist wichtig bei Babys und Kleinkindern

Gefährlich ist Keuchhusten vor allem für Babys und Kleinkinder in den ersten Lebensmonaten. Sie können den zähen Schleim noch nicht abhusten, weshalb es zum Atemstillstand kommen kann. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts betreffen nahezu alle Todesfälle nicht geimpfte Säuglinge unter 6 Monaten. Deshalb werden Säuglinge mit Keuchhusten oder Verdacht auf Keuchhusten meist stationär im Krankenhaus behandelt.

Schützen Sie Babys und Kleinkinder vor dem Risiko an Keuchhusten zu erkranken:
  • Lassen Sie Neugeborene entsprechend der Empfehlungen der STIKO impfen
  • Schützen Sie durch ein geimpftes Umfeld Neugeborene und Kleinkinder. In dem Sie als Eltern oder Großeltern einen aktuellen Impfstatus haben, schützen Sie noch nicht geimpfte Babys und Kleinkinder. Zum Umfeld gehören auch Geschwister sowie nahe Verwandte und Betreuer, die geimpft sein sollten.

Vorsorge im Alter

Keuchhusten im Alter

Das Thema Gesundheit spielt gerade im Alter eine besonders wichtige Rolle. Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und Entspannung halten fit und beugen vielen Beschwerden vor.

Doch selbst der gesündeste Lebensstil bietet keinen Schutz vor Infektionskrankheiten wie Keuchhusten. Zur Gesundheitsprävention gehören auch regelmäßige Check-Ups beim Arzt und ein aktueller Impfstatus. Keuchhusten kann für Menschen ab 60 Jahren gefährlich werden, denn die Krankheit verläuft häufig schwerer als bei Jüngeren. Zudem wird Keuchhusten gerade bei älteren Menschen oft nicht erkannt, sondern als Bronchitis oder banale Erkältung fehlgedeutet.

Der einzige Weg, um wirksam gegen Keuchhusten vorzubeugen, ist ein umfassender Impfschutz. Informieren Sie sich jetzt zu Ihrem Impfstatus und lassen Sie gegebenenfalls Ihre Impfungen auffrischen.

Keuchhusten – wie kann ich meine Enkel schützen?

Was auf Sie wie eine harmlose Erkältung wirkt, kann beginnender Keuchhusten sein. Keuchhusten ist eine ernsthafte Erkrankung, die schwerwiegende Folgen (z.B. eine Lungenentzündung) haben kann. Für Säuglinge ist sie sogar lebensbedrohlich. Noch bevor eine vermeintliche Erkältung als Keuchhusten erkennbar ist, sind Betroffene für andere – und insbesondere für noch nicht geimpfte Babys – hochansteckend. Soweit muss es nicht kommen.

Schützen Sie sich und Ihre Familie vor dem Risiko an Keuchhusten zu erkranken und sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine Impfung.

 

NP-DE-PTX-WCNT-200003, Mai20