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Impfungen schützen gegen Erkrankungen, die häufig mit Komplikationen verbunden sind und für die es zum Teil auch heute noch keine geeignete Therapie gibt. Bei einer Impfung kommt das Immunsystem in Kontakt mit abgeschwächten oder abgetöteten Erregern, manchmal sind es auch nur einzelne Bestandteile von Viren und Bakterien, die verabreicht werden. Für eine ausreichende Grundimmunisierung müssen in der Regel in bestimmten Zeitabständen mehrere Impfungen hintereinander erfolgen. Dadurch lernt das Immunsystem, sich an den Erreger zu erinnern und Antikörper zu bilden.

  

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Säuglinge

Säuglinge sind durch Infektionskrankheiten besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist. Die STIKO empfiehlt deshalb möglichst frühzeitig zu impfen. Die Grundimmunisierung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung und Hib sollte möglichst mit einem 6-fach Kombinationsimpfstoff erfolgen. Gemäß Impfkalender sind für Säuglinge folgende Impfungen empfohlen:

Erreger: Diphtherie-Bakterium (Corynebacterium diphtheriae).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion. Auch gesunde Keimträger können die Diphtherie übertragen.

Inkubationszeit: Meist zwei bis fünf Tage, selten länger.

Krankheitsverlauf: Beginnt mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber, Schluckbeschwerden, entzündlichen Belägen im Nasen-Rachen-Raum, Heiserkeit, Husten. Der Erreger hat die Fähigkeit, ein Gift zu bilden, welches zu Herzmuskelschäden und Nervenlähmungen führen kann. Bei nicht ausreichender und vor allem zu später Behandlung verläuft sie oft tödlich.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nicht lebenslänglich.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle, ab dem 2. Lebensmonat.

Grundimmunisierung: Vier Impfungen, 3 im Abstand von einem Monat, die vierte 9-12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung: Auffrischimpfungen mit 5-6 Jahren und 9-16 Jahren, ab 18 Jahren alle 10 Jahre.

  Wann ist eine Diphtherie-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190005, Nov19

Erreger: Haemophilus influenzae vom Typ b (Hib)

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion

Inkubationszeit: 2 bis 5 Tage

Krankheitsverlauf: Die Krankheit beginnt als fieberhafte Infektion des Nasenrachenraums und kann dann Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündung, akute Bronchitis und Lungenentzündung hervorrufen. Die gefürchtetste Komplikation ist eine eitrige Hirnhautentzündung (Meningitis). Unbehandelt sterben 60 bis 90 Prozent der Erkrankten, die eine Meningitis entwickeln. Eine weitere scher verlaufende Komplikation ist die Hib-Epiglottitis mit drohender Erstickungsgefahr.

Immunität nach Erkrankung: Keine sicheren Angaben vorhanden, sehr selten erneute Infektionen bei Kindern unter zwei Jahren; erhöhtes Infektions- und Komplikationsrisiko bei eingeschränkter Immunfunktion oder nach entfernter Milz.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen

Impfung empfohlen für: Die Hib-Impfung ist eine allgemein empfohlene Impfung für alle Kinder ab einem Alter von zwei Monaten bis zu vier Jahren.

Grundimmunisierung: Die Grundimmunisierung besteht aus vier Teilimpfungen: Die erste Impfung erfolgt ab vollendetem zweiten Lebensmonat, zweite mit vollendetem dritten Lebensmonat, dritte Impfdosis erfolgt ab dem vollendeten vierten Lebensmonat. Letzte Teilimpfung im 11.-14. Lebensmonat.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Haemophilus influenzae Typ b-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0647/17, Dez17

Erreger: Hepatitis-B-Virus.

Übertragungsweg: Durch Körperflüssigkeiten (z. B. Blut), Sexualkontakte (Vaginalsekret, Sperma), während der Geburt von der Mutter auf das Kind.

Inkubationszeit: Ein bis sechs Monate.

Krankheitsverlauf: Variabel, altersabhängig. Es gibt den Verlauf ohne Symptome, den akuten Verlauf und den chronischen Verlauf. Beschwerden sind Müdigkeit, Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Lebervergrößerung, Gelbsucht. Die chronische Erkrankung kann zu Leberzirrhose (Schrumpfleber) sowie Leberkrebs führen und tödlich enden. Das Hepatitis-B-Virus ist 100-mal infektiöser als das Aids-Virus.

Immunität nach überstandener Erkrankung: Lebenslang. Allerdings bleiben 10 % der infizierten Erwachsenen chronische Virusträger. Sie bilden eine Ansteckungsquelle für andere (in Deutschland gibt es derzeit ca. 500.000 chronische Virusträger).

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Ein hoher Anteil an Virusträgern (bis zu 30-mal höher als in Mitteleuropa) findet sich vor allem in Afrika, Mittel- und Südamerika, Südostasien und Ozeanien.

Impfung empfohlen für:1. Personen, bei denen wegen einer vorbestehenden oder zu erwartenden Immundefizienz bzw. -suppression oder wegen einer vorbestehenden Erkrankung ein schwerer Verlauf einer Hepatitis-B-Erkrankung zu erwarten ist

2. Personen mit einem erhöhten nichtberuflichen Expositionsrisiko, z. B. Kontakt zu HBsAg-Trägern in Familie/Wohngemeinschaft, Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko, i. v. Drogenkonsumenten, Gefängnisinsassen, ggf. Patienten psychiatrischer Einrichtungen

3. Personen mit einem erhöhten beruflichen Expositionsrisiko, z. B. expositionsgefährdetes Personal in medizinischen Einrichtungen (einschließlich Auszubildender, Labor- und Reinigungspersonal), Ersthelfer, Polizisten, Personal von Einrichtungen, in denen eine erhöhte Prävalenz von Hepatitis-B-Infizierten zu erwarten ist (z. B. Gefängnisse, Asylbewerberheime, Behinderteneinrichtungen)

4. Reisende, individuelle Gefährdungsbeurteilung erforderlich

Grundimmunisierung: Drei Impfungen (zwei im Abstand von einem Monat, die dritte 6 Monate nach der ersten) mit Hepatitis-B-Impfstoff.

Auffrischimpfung: Nach 10 Jahren bei Personen mit besonders hohem individuellem Expositionsrisiko. Immundefiziente häufiger. Siehe Empfehlung der STIKO (www.rki.de).

  Wann ist eine Hepatitis B-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190010, Nov19

Erreger: Keuchhusten-Bakterium (Bordetella pertussis).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, bei direktem Kontakt mit Kranken.

Inkubationszeit: Meist 9-10 Tage, kann auch bis zu 20 Tage dauern.

Krankheitsverlauf: In drei verschiedenen Stadien über Wochen und Monate andauernde, schwerste Hustenanfälle, diese evtl. krampfartig und mit Atemnot. Folgeerkrankungen wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Erkrankungen des Gehirns können auftreten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann Keuchhusten untypisch verlaufen und wird vielfach spät oder gar nicht erkannt. Komplikationen: Hirnblutungen Rippenbrüche, Hernien.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nicht lebenslänglich.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle Personen ab dem 2. Lebensmonat.

Grundimmunisierung: Vier Impfungen, 3 im Abstand von einem Monat, die dritte 9-12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung: 1. und 2. Auffrischimpfung 5-6 Jahre und 9-17 Jahre; alle Erwachsenen sollen die nächste fällige Tetanus- und Diphtherie-Impfung einmalig als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfung erhalten. Frauen im gebärfähigen Alter; enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (Großeltern), Personal im Gesundheitsdienst und Gemeinschaftseinrichtungen alle 10 Jahre.

  Wann ist eine Keuchhusten-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190013, Nov19

Erreger: Poliomyelitis-Viren (drei Typen: Typ I, Typ II, Typ III).

Übertragungsweg: Hauptsächlich durch Schmierinfektionen (fäkal-oral) sowie auch über verunreinigte rohe Lebensmittel (Muscheln, Salate, Obst, Gemüse) oder Trinkwasser, direkter Kontakt mit Stuhl von Erkrankten.

Inkubationszeit: 7 bis 14 Tage.

Krankheitsverlauf: Variabel, 90 % der Infizierten haben keine Symptome, 4 bis 5 % haben ein grippeähnliches Krankheitsbild mit Durchfall und Erbrechen. Bei weniger als 5 % kommt es zu einer Hirnhautentzündung, bei 1 % tritt eine bleibende Lähmung auf.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang, aber nur gegen den betreffenden Virustyp (Typ I, Typ II oder Typ III).

Häufigkeit und Verbreitung: Europa, Amerika und Australien gelten als frei von Kinderlähmung. Erkrankungen treten u. a. in Nigeria, Afghanistan und Pakistan auf.

Impfung empfohlen für: Alle Säuglinge; Jugendliche von 9–17 Jahren; alle Personen bei fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung, alle Personen ohne einmalige Auffrischung; Reisende in Endemiegebiete; Personal in Gemeinschaftsunterkünften für Aussiedler, Flüchtlinge und Asylbewerber bei der Einreise aus Gebieten mit Kinderlähmungsrisiko; medizinisches Personal.

Grundimmunisierung: für Säuglinge: 4 Impfungen 
für Jugendliche und Erwachsene: 2 oder 3 Impfungen, je nach Herstellerangaben

Auffrischimpfung: Vom 9. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr einmalige Auffrischung für alle Personen, danach nur noch für Reisende in Risikogebiete und andere Risikogruppen (siehe oben), z. B. als Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung.

  Wann ist eine Kinderlähmung (Polio)-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0653/17, Dez17

Erreger: Von Streptococcus pneumoniae sind mehr als 90 verschiedene Serotypen bekannt, von denen ca. 10 für über 80 % der Erkrankungen bei Kindern und 2/3 der schweren Verläufe bei Erwachsenen verantwortlich sind.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Diese ist sehr variabel, da bis zu 50 % der gesunden Kleinkinder und 10 % der Erwachsenen asymptomatische Träger der Keime im Nasen-Rachen-Raum sind. Erst wenn eine Schwächung des Immunsystems auftritt, kann sich der Erreger ausbreiten und es kommt zur Erkrankung.

Krankheitsverlauf: Die Krankheit beginnt akut mit hohem Fieber, Schüttelfrost sowie gegebenenfalls Nackensteifigkeit, Berührungsempfindlichkeit oder Atembeschwerden.

Immunität nach Erkrankung: Nur gegen den jeweiligen Serotyp.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung.

Impfung empfohlen für: alle Kinder bis 2 Jahre und Personen ≥ 60 Jahre; Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens.

Grundimmunisierung: Für alle Kinder bis 2 Jahre ist die Impfung mit einem Konjugatimpfstoff empfohlen. Gefährdete Kleinkinder bis zum Alter von einschließlich 4 Jahren sollen auch mit Pneumokokken-Konjugatimpfstoff geimpft werden. Ab dem Alter von 5 Jahren kann die Impfung mit einem 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff oder dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff erfolgen.

Auffrischimpfung: Nur bei entsprechenden Grunderkrankungen in Erwägung ziehen.

  Wann ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0658/17, Dez17

Erreger: Rotaviren

Übertragungsweg: Hauptsächlich durch Schmierinfektionen (fäkal-oral) sowie Tröpfcheninfektion

Inkubationszeit: 1 – 3 Tage

Krankheitsverlauf: Zwischen Ansteckung und Ausbruch der akuten Erkrankung liegen meist nur ein bis drei Tage. Die Erkrankung beginnt akut mit wässrigen Durchfällen und Erbrechen. Darüber hinaus können Fieber und Bauchschmerzen auftreten. Die Symptome bestehen in der Regel 2 bis 6 Tage. Kompliziert sind die Erkrankungen, in deren Verlauf es aufgrund des zeitgleichen Auftretens von massiven Durchfällen und Erbrechen zur Dehydratation kommt. In schweren Fällen ist daher aufgrund des bestehenden Flüssigkeitsmangels ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus für eine adäquate Behandlung notwendig.

Immunität nach Erkrankung: Bei einer bereits vorangegangenen Rotavirusinfektion verfügt das Immunsystem nur über eine Teilimmunität gegen bestimmte Serotypen. Das bedeutet, dass Kinder nach einer Rotavirus-Infektion erneut erkranken können, wobei die Folgeerkrankungen in der Regel nicht mehr so schwer wie die Ersterkrankung verlaufen.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Erstinfektionen treten überwiegend in einem Alter zwischen 6 Monaten bis 2 Jahren auf, können aber auch bei Neugeborenen und Säuglinge unter 6 Monaten vorkommen.

Impfung empfohlen für: Alle Kinder ab 6 Wochen

Grundimmunisierung: Die Rotavirus-Impfung kann ab einem Alter von 6 Wochen begonnen werden und erfolgt je nach verwendeten Impfstoff nach einem 2-bzw. 3-Dosen-Impfschema mit einem Abstand von 4 Wochen. Die Impfserie sollte vorzugsweise bis zum Alter von 16 Wochen (Impfstoff mit 2-Dosen-Schema) bzw. 22 Wochen (Impfstoff mit 3-Dosen-Schema) beendet werden. Die Impfung muss spätestens bis zum Alter von 24 Wochen (bei einem Impfstoff mit 2-Dosen-Schema) bzw. bis zum Alter von 32 Wochen (bei einem Impfstoff mit 3-Dosen-Schema) abgeschlossen sein.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig

  Wann ist eine Rotaviren-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190020, Nov19

Erreger: Tetanus-Bakterium (Clostridium tetani).

Übertragungsweg: Einbringen von Bakterien in eine Wunde (z. B. durch Verletzung mit Holzsplitter, Nägel, Rosenstachel), nie von Mensch zu Mensch. Tetanus kann auch durch ein Tierbiss übertragen werden.

Inkubationszeit: Drei Tage bis drei Wochen (und länger).

Krankheitsverlauf: Das Tetanus-Bakterium bildet ein starkes Nervengift, das zu Krämpfen der Muskulatur führt. Zuerst ist die Skelettmuskulatur betroffen. Es folgen Kieferklemme und Krämpfe der Rachenmuskulatur. Im Endstadium treten Krämpfe des Zwerchfells und der Atemmuskulatur auf, die zum Tod durch Ersticken führen. Selbst bei sofort eingeleiteter Behandlung unter modernen, intensivmedizinischen Bedingungen sterben 10 bis 20 % der Patienten, ohne Behandlung führt die Krankheit in 90 % der Fälle zum Tod.

Immunität nach Erkrankung: Keine.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Übertragung oft bei Gartenarbeit z. B. durch Verletzung mit einem Rosenstachel; Kot von Tieren und Straßenstaub.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle Personen, ab dem 2. Lebensmonat

Grundimmunisierung: Vier Impfungen, 3 im Abstand von einem Monat, die dritte 9-12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung:
Auffrischimpfungen mit 5-6 Jahren und 9-16 Jahren, ab 18 Jahren alle 10 Jahre.
Erwachsene sollen die nächste fällige Tetanus-Impfung einmalig als Kombinationsimpfung (Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis)) erhalten.

  Wann ist eine Tetanus-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190022, Nov19

Kinder

Bis zum 14. Lebensmonat soll die Grundimmunisierung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung und Hib sowie ggf. gegen Pneumokokken abgeschlossen sein. Zwischen 11. und 23. Lebensmonat steht die Grundimmunisierung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sowie Meningokokken C an.

Erreger: Masern-Virus.

Übertragungsweg: Direktkontakt oder als Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit: Meist 8 bis 12 Tage bis zum Auftreten der ersten erkältungsähnlichen Symptome; 12 bis 15 Tage bis zum Beginn des typischen Hautausschlags.

Krankheitsverlauf: Zweiphasiger Verlauf. Beginn mit Fieber und Erkältungserscheinungen, später folgt hohes Fieber und der typische Hautausschlag. Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung sind häufige Komplikationen. Noch gefährlicher ist die Gehirnentzündung (Enzephalitis), da 30 % der Betroffenen daran sterben, bei weiteren 25 % bleiben geistige und körperliche Dauerschäden zurück.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweite Verbreitung. In wenigen Ländern mit konsequenter Impfpolitik (wie USA, Skandinavien mit zweimaliger Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln) erfolgreich eliminiert. Die Ausrottung der Masern ist ein erklärtes Ziel der deutschen Gesundheitspolitik.

Impfung empfohlen für: Ungeimpfte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Nach 1970 geborene Ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen mit unklarem Impfstatus; Personen, die im Gesundheitsdienst und bei der Betreuung von Immundefizienten sowie in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sind.

Grundimmunisierung: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln oder 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr). Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder mit unklarem Impfstatus erhalten eine einmalige Impfung, vorzugsweise mit einem MMR-Impfstoff.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Masern-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0655/17, Dez17

Erreger: Meningokokken (Neisseria meningitidis), verschiedene Serogruppen: in Deutschland vor allem A, B, C, W und Y.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion (z. B. durch Niesen, Husten, Sprechen oder Küssen).

Inkubationszeit: Unterschiedlich, 2 bis 10 Tage, meist 3-4 Tage.

Krankheitsverlauf: Zu Beginn unspezifische Symptome die einem grippalen Infekt ähneln mit hohem Fieber, Erbrechen, starken Kopfschmerzen; hinzukommen können Nackensteifigkeit, Blutdruckabfall und Organversagen. Die Erkrankung kann zu Spätfolgen führen und tödlich verlaufen.

Immunität nach Erkrankung: Es entsteht kein genereller Schutz gegen Meningokokken-Erkrankungen.

Häufigkeit und Verbreitung: Einziges Reservoir ist der Mensch; bis zu 10 % der Erwachsenen tragen die Erreger im Nasen-Rachenraum ohne selbst zu erkranken. Erkrankungen sind selten – etwa 300 Fälle pro Jahr in Deutschland – können jedoch innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.

Impfung empfohlen für: Alle Kinder möglichst früh im 2. Lebensjahr (Serogruppe C); U.a. gesundheitlich gefährdete Personen oder Reisende (Serogruppe B / Serogruppen ACWY).

Grundimmunisierung: Die Anzahl der benötigten Impfdosen hängt davon ab, in welchem Alter und gegen welche Serogruppe(n) geimpft werden soll.

Auffrischimpfung: Die Notwendigkeit hängt davon ab, in welchem Alter und gegen welche Serogruppe(n) geimpft wird.

Besonderheiten: In Saudi-Arabien besteht Impfpflicht für alle Personen, die die heiligen Stätten zu Zeiten der Hadj besuchen (Pilgerreise nach Mekka).

  Wann ist eine Meningokokken-Meningitis-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190017, Nov19

Erreger: Mumps-Virus.

Übertragungsweg: Durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt, selten durch Speichel, kontaminierte Gegenstände. Virusausscheidung auch in Urin und Muttermilch.

Inkubationszeit: 12 bis 25 Tage, im Mittel 16 bis 18 Tage. 30 bis 40 % der Infektionen verlaufen ganz ohne Krankheitszeichen.

Krankheitsverlauf: Sehr unterschiedliche Symptome: Abgeschlagenheit, erhöhte Temperatur, Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen. Danach kommt es zum Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen (dicke Wangen und Schmerzen beim Kauen). Das Tückische an einer Mumpserkrankung sind die möglichen Komplikationen: bleibende Hörschäden, Eierstockentzündungen (selten), Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Hodenentzündung (bei 25 bis 30 % der infizierten Jugendlichen und Erwachsenen; kann zur Zeugungsunfähigkeit führen) sowie Gehirn- und Hirnhautentzündung.

Immunität nach Erkrankung: Vermutlich lebenslang.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Ungeimpfte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Nach 1970 Geborene mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit, die in Gesundheitsdienstberufen in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene tätig sind.

Grundimmunisierung: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln oder zwei Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen als Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr). Bei entsprechender Notwendigkeit werden Erwachsene einmal geimpft.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Mumps-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0657/17, Dez17

Erreger: Röteln-Virus.

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, direkter Kontakt mit dem Erkrankten und über Gegenstände.

Inkubationszeit: 14 bis 21 Tage.

Krankheitsverlauf: Evtl. leichte Anzeichen einer Atemwegsentzündung. Danach tritt, oft nach auffälliger Gesichtsrötung, ein Hautausschlag auf, der ungefähr zwei bis drei Tage andauert.
Gefahr in der Schwangerschaft: Größtes Risiko besteht in der 1. bis 11. Schwangerschaftswoche! Infiziert sich eine gegen Röteln ungeschützte Schwangere bis zur 18. Schwangerschaftswoche, führt dies je nach Schwangerschaftswoche bei bis 85 % der Fälle zu schweren Missbildungen des Kindes (Augenschäden, Taubheit, Herzfehler, neurologische Schäden sowie Wachstumsrückstand), Frühgeburtlichkeit oder Fehlgeburt. Auch nach dieser Zeit können Schäden beim Kind in Form von Schwerhörigkeit oder Mikrozephalie (vermindertes Kopfwachstum) auftreten.

Immunität nach Erkrankung: Vermutlich lebenslang, nur selten kommt es zu einer zweiten Infektion.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Trotz Impfempfehlung sind heute noch 1 bis 6 % der gebärfähigen Frauen ungeschützt. Es werden in Deutschland Kinder geboren, die aufgrund einer Rötelninfektion der Mutter während der Schwangerschaft mittelschwere bis schwere Schädigungen aufweisen. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche wegen Rötelninfektion ist unbekannt.

Impfung empfohlen für: Ungeimpfte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr; ungeimpfte Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus in Einrichtungen der Pädiatrie, der Geburtshilfe, der Schwangerenbetreuung sowie in Gemeinschaftseinrichtungen; ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter; einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter.

Grundimmunisierung: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln oder 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr). Ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter erhalten bei entsprechender Indikation eine zweimalige Impfung, einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter erhalten eine Impfung.

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Röteln-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0659/17, Dez17

Erreger: Windpocken-Viren (Varizella-Zoster-Virus (VZV)).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion durch Kontakt mit dem Bläscheninhalt, auch von Gürtelrose (Herpes Zoster).

Inkubationszeit: 14 bis 16 Tage (10 bis 21 Tage).

Krankheitsverlauf: Fieber und juckender bläschenförmiger Ausschlag. Komplikationsrate vor dem 1. und nach dem 16. Lebensjahr am höchsten; bei Erwachsenen insbesondere Lungenentzündung.

Risiko beim Ungeborenen und Neugeborenen: Erkrankt die Schwangere bis zur 20. Schwangerschaftswoche, besteht eine 2 % ige Wahrscheinlichkeit einer schweren Schädigung des Ungeborenen (Hautveränderungen, neurologische Erkrankungen, Augenschäden, Skelettanomalien). Besonders gefährlich ist die Erkrankung der Schwangeren im Zeitraum fünf Tage vor bis zwei Tage nach der Entbindung. Dieses kann bei Neugeborenen zu einer schweren Windpocken-Erkrankung führen, die in bis zu 30 % der Fälle tödlich verläuft.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang. Bei nachlassender Immunität kann das Virus, das lebenslang im Nervensystem verbleibt, eine Gürtelrose (Herpes Zoster) verursachen.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Die meisten Windpocken-Erkrankungen treten bei Kindern zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr auf. In einigen Ländern wurde eine Verlagerung der Erkrankung ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter beobachtet.

Impfung empfohlen für: Ungeschützte Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr; ungeschütztes Personal im Gesundheitsdienst, insbesondere in den Bereichen Onkologie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Intensivmedizin und im Bereich der Betreuung von Immundefizienten; ungeschützte Frauen mit Kinderwunsch; ungeschütztes Personal in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter; ungeschützte Personen mit schwerer Neurodermitis.

Grundimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen oder als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (bis zum vollendeten 13. Lebensjahr).

Auffrischimpfung: Nicht notwendig.

  Wann ist eine Windpocken-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0664/17, Dez17

Im 5. oder 6. Lebensjahr sollte vor Schulbeginn eine Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten erfolgen. Den kompletten Impfkalender finden Sie hier.

Jugendliche

Im Alter zwischen 9 und 17 Jahren sind verschiedene Auffrischimpfungen empfohlen. Mädchen im Alter von 9-13 bzw. 14 Jahren sollten gegen HPV geimpft werden.

Erreger: Diphtherie-Bakterium (Corynebacterium diphtheriae).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion. Auch gesunde Keimträger können die Diphtherie übertragen.

Inkubationszeit: Meist zwei bis fünf Tage, selten länger.

Krankheitsverlauf: Beginnt mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber, Schluckbeschwerden, entzündlichen Belägen im Nasen-Rachen-Raum, Heiserkeit, Husten. Der Erreger hat die Fähigkeit, ein Gift zu bilden, welches zu Herzmuskelschäden und Nervenlähmungen führen kann. Bei nicht ausreichender und vor allem zu später Behandlung verläuft sie oft tödlich.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nicht lebenslänglich.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle, ab dem 2. Lebensmonat.

Grundimmunisierung: Vier Impfungen, 3 im Abstand von einem Monat, die vierte 9-12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung: Auffrischimpfungen mit 5-6 Jahren und 9-16 Jahren, ab 18 Jahren alle 10 Jahre.

  Wann ist eine Diphtherie-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190005, Nov19

Erreger: Hepatitis-B-Virus.

Übertragungsweg: Durch Körperflüssigkeiten (z. B. Blut), Sexualkontakte (Vaginalsekret, Sperma), während der Geburt von der Mutter auf das Kind.

Inkubationszeit: Ein bis sechs Monate.

Krankheitsverlauf: Variabel, altersabhängig. Es gibt den Verlauf ohne Symptome, den akuten Verlauf und den chronischen Verlauf. Beschwerden sind Müdigkeit, Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Lebervergrößerung, Gelbsucht. Die chronische Erkrankung kann zu Leberzirrhose (Schrumpfleber) sowie Leberkrebs führen und tödlich enden. Das Hepatitis-B-Virus ist 100-mal infektiöser als das Aids-Virus.

Immunität nach überstandener Erkrankung: Lebenslang. Allerdings bleiben 10 % der infizierten Erwachsenen chronische Virusträger. Sie bilden eine Ansteckungsquelle für andere (in Deutschland gibt es derzeit ca. 500.000 chronische Virusträger).

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Ein hoher Anteil an Virusträgern (bis zu 30-mal höher als in Mitteleuropa) findet sich vor allem in Afrika, Mittel- und Südamerika, Südostasien und Ozeanien.

Impfung empfohlen für:1. Personen, bei denen wegen einer vorbestehenden oder zu erwartenden Immundefizienz bzw. -suppression oder wegen einer vorbestehenden Erkrankung ein schwerer Verlauf einer Hepatitis-B-Erkrankung zu erwarten ist

2. Personen mit einem erhöhten nichtberuflichen Expositionsrisiko, z. B. Kontakt zu HBsAg-Trägern in Familie/Wohngemeinschaft, Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko, i. v. Drogenkonsumenten, Gefängnisinsassen, ggf. Patienten psychiatrischer Einrichtungen

3. Personen mit einem erhöhten beruflichen Expositionsrisiko, z. B. expositionsgefährdetes Personal in medizinischen Einrichtungen (einschließlich Auszubildender, Labor- und Reinigungspersonal), Ersthelfer, Polizisten, Personal von Einrichtungen, in denen eine erhöhte Prävalenz von Hepatitis-B-Infizierten zu erwarten ist (z. B. Gefängnisse, Asylbewerberheime, Behinderteneinrichtungen)

4. Reisende, individuelle Gefährdungsbeurteilung erforderlich

Grundimmunisierung: Drei Impfungen (zwei im Abstand von einem Monat, die dritte 6 Monate nach der ersten) mit Hepatitis-B-Impfstoff.

Auffrischimpfung: Nach 10 Jahren bei Personen mit besonders hohem individuellem Expositionsrisiko. Immundefiziente häufiger. Siehe Empfehlung der STIKO (www.rki.de).

  Wann ist eine Hepatitis B-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190010, Nov19

Erreger: Humane Papillomviren (HPV). Mehr als 200 Typen sind bekannt

Grundvoraussetzung für die Entstehung von Krebs durch HPV: Eine andauernde (persistierende) Infektion mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) ist Voraussetzung für die Entstehung von HPV-bedingten Krebsarten. Dazu gehören Gebärmutterhalskrebs sowie Scheiden-, Vulvakrebs, Penis- und Analkarzinome. Eine Übertragung der Viren in den Mundraum kann zudem zur Entstehung von Mund-, Hals- und Rachentumoren führen. Aktuelle Daten weisen auch auf eine mögliche Beteiligung von HPV-Viren an Kolorektalkarzinomen hin. Neben bösartigen Tumoren können HP-Viren auch Warzen an Haut und Schleimhäuten im Genitalbereich oder im Mund und am Kehlkopf hervorrufen.

Übertragungsweg: Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, sehr häufig durch sexuelle Kontakte. Aber auch durch Haut-zu-Haut-Kontakt ist eine Übertragung im Genitalbereich möglich. Durch Oralverkehr kann eine Übertragung vom Genitalbereich auf den Mund- und Rachenraum erfolgen. Die Ansteckungsgefahr besteht bei sexueller Aktivität ein Leben lang

Inkubationszeit: Von der Infektion bis zur Krebsentstehung am Gebärmutterhals vergehen meist ca. 10 bis 30 Jahre. Bereits die Behandlung der Krebsvorstufen kann vielfältige Komplikationen verursachen (z. B. höhere Früh- und Fehlgeburtenrate durch operative Eingriffe am Gebärmutterhals). Die Dauer bis zur Entstehung von anderen durch HPV bedingten Krebsarten ist weniger gut untersucht.

Krankheitsverlauf: Die Infektion mit HPV verursacht selten Symptome. Bei Frauen treten Schmerzen im Bereich des Unterleibs meist erst dann auf, wenn bereits Gebärmutterhalskrebs entstanden ist. Im Rahmen der jährlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchung können Zellveränderung und Krebsvorstufen festgestellt werden. Für andere Krebsarten existieren keine speziellen Vorsorgeuntersuchungen. Gewebsveränderungen, Krebsvorstufen und Tumore können bei einer körperlichen Untersuchung entdeckt werden.

Immunität nach Erkrankung: In der Regel keine. Das bedeutet, eine erneute Ansteckung ist möglich. Grundsätzlich kann man gleichzeitig mit unterschiedlichen HPV-Typen infiziert sein, z.B. mit Viren, die Warzen auf der Haut verursachen und solchen, die Schleimhäute, z.B. in der Scheide oder im Mund befallen.

Häufigkeit und Verbreitung: Humane Papillomviren kommen weltweit vor und sind weit verbreitet. Bei den unter 30-jährigen Frauen liegt die Infektionsrate bei 25%. Für Männer liegen keine verlässlichen Zahlen vor, da sie aber Geschlechtspartner von infizierten Frauen sein können, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Infektionsrate mindestens in der gleichen Größenordnung liegt.

Impfung empfohlen für: Für alle Kinder und Jugendlichen (Jungen und Mädchen) im Alter von 9 bis 14 Jahren. Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden.

Grundimmunisierung: Im Alter von 9 bis 14 Jahren ist ein 2-Dosen-Impfschema mit einem Impfabstand von mindestens 5 bis höchstens 13 Monaten zugelassen. Bei Nachholimpfungen oder der Vervollständigung einer Impfserie im Alter von > 14 Jahren, oder bei einem Impfabstand von < 5 Monaten zwischen der 1. und 2. Dosis ist eine 3. Impfstoffdosis erforderlich.

Auffrischimpfung: Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht beantwortet werden. Weitere Studien hierzu laufen.

  Wann ist eine Humane Papillomvirus (HPV)-Impfung sinnvoll?

NP-DE-CER-WCNT-190001, Apr19

Erreger: Keuchhusten-Bakterium (Bordetella pertussis).

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, bei direktem Kontakt mit Kranken.

Inkubationszeit: Meist 9-10 Tage, kann auch bis zu 20 Tage dauern.

Krankheitsverlauf: In drei verschiedenen Stadien über Wochen und Monate andauernde, schwerste Hustenanfälle, diese evtl. krampfartig und mit Atemnot. Folgeerkrankungen wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Erkrankungen des Gehirns können auftreten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann Keuchhusten untypisch verlaufen und wird vielfach spät oder gar nicht erkannt. Komplikationen: Hirnblutungen Rippenbrüche, Hernien.

Immunität nach Erkrankung: Immunität nicht lebenslänglich.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle Personen ab dem 2. Lebensmonat.

Grundimmunisierung: Vier Impfungen, 3 im Abstand von einem Monat, die dritte 9-12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung: 1. und 2. Auffrischimpfung 5-6 Jahre und 9-17 Jahre; alle Erwachsenen sollen die nächste fällige Tetanus- und Diphtherie-Impfung einmalig als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfung erhalten. Frauen im gebärfähigen Alter; enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (Großeltern), Personal im Gesundheitsdienst und Gemeinschaftseinrichtungen alle 10 Jahre.

  Wann ist eine Keuchhusten-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190013, Nov19

Erreger: Poliomyelitis-Viren (drei Typen: Typ I, Typ II, Typ III).

Übertragungsweg: Hauptsächlich durch Schmierinfektionen (fäkal-oral) sowie auch über verunreinigte rohe Lebensmittel (Muscheln, Salate, Obst, Gemüse) oder Trinkwasser, direkter Kontakt mit Stuhl von Erkrankten.

Inkubationszeit: 7 bis 14 Tage.

Krankheitsverlauf: Variabel, 90 % der Infizierten haben keine Symptome, 4 bis 5 % haben ein grippeähnliches Krankheitsbild mit Durchfall und Erbrechen. Bei weniger als 5 % kommt es zu einer Hirnhautentzündung, bei 1 % tritt eine bleibende Lähmung auf.

Immunität nach Erkrankung: Lebenslang, aber nur gegen den betreffenden Virustyp (Typ I, Typ II oder Typ III).

Häufigkeit und Verbreitung: Europa, Amerika und Australien gelten als frei von Kinderlähmung. Erkrankungen treten u. a. in Nigeria, Afghanistan und Pakistan auf.

Impfung empfohlen für: Alle Säuglinge; Jugendliche von 9–17 Jahren; alle Personen bei fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung, alle Personen ohne einmalige Auffrischung; Reisende in Endemiegebiete; Personal in Gemeinschaftsunterkünften für Aussiedler, Flüchtlinge und Asylbewerber bei der Einreise aus Gebieten mit Kinderlähmungsrisiko; medizinisches Personal.

Grundimmunisierung: für Säuglinge: 4 Impfungen 
für Jugendliche und Erwachsene: 2 oder 3 Impfungen, je nach Herstellerangaben

Auffrischimpfung: Vom 9. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr einmalige Auffrischung für alle Personen, danach nur noch für Reisende in Risikogebiete und andere Risikogruppen (siehe oben), z. B. als Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung.

  Wann ist eine Kinderlähmung (Polio)-Impfung sinnvoll?

DE/VAC/0653/17, Dez17

Erreger: Tetanus-Bakterium (Clostridium tetani).

Übertragungsweg: Einbringen von Bakterien in eine Wunde (z. B. durch Verletzung mit Holzsplitter, Nägel, Rosenstachel), nie von Mensch zu Mensch. Tetanus kann auch durch ein Tierbiss übertragen werden.

Inkubationszeit: Drei Tage bis drei Wochen (und länger).

Krankheitsverlauf: Das Tetanus-Bakterium bildet ein starkes Nervengift, das zu Krämpfen der Muskulatur führt. Zuerst ist die Skelettmuskulatur betroffen. Es folgen Kieferklemme und Krämpfe der Rachenmuskulatur. Im Endstadium treten Krämpfe des Zwerchfells und der Atemmuskulatur auf, die zum Tod durch Ersticken führen. Selbst bei sofort eingeleiteter Behandlung unter modernen, intensivmedizinischen Bedingungen sterben 10 bis 20 % der Patienten, ohne Behandlung führt die Krankheit in 90 % der Fälle zum Tod.

Immunität nach Erkrankung: Keine.

Häufigkeit und Verbreitung: Weltweites Vorkommen. Übertragung oft bei Gartenarbeit z. B. durch Verletzung mit einem Rosenstachel; Kot von Tieren und Straßenstaub.

Impfung empfohlen für: Standardimpfung für alle Personen, ab dem 2. Lebensmonat

Grundimmunisierung: Vier Impfungen, 3 im Abstand von einem Monat, die dritte 9-12 Monate nach der ersten.

Auffrischimpfung:
Auffrischimpfungen mit 5-6 Jahren und 9-16 Jahren, ab 18 Jahren alle 10 Jahre.
Erwachsene sollen die nächste fällige Tetanus-Impfung einmalig als Kombinationsimpfung (Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis)) erhalten.

  Wann ist eine Tetanus-Impfung sinnvoll?

NP-DE-VX-WCNT-190022, Nov19

Generell sollten versäumte Impfungen möglichst bald nachgeholt werden, spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Den kompletten Impfkalender finden Sie hier.

NP-DE-VX-WCNT-190026, Nov19

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