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Meningokokken – Eine Infektion mit lebensbedrohlichen Komplikationen

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die lebensbedrohliche Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen kann. Betroffen sind vor allem Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche. In Deutschland kommt es zu etwa 300 Meningokokken-Erkrankungen im Jahr.

Arzt zeigt bei Beratung auf den Kopf eines anatomischen Modells

Unterschiedliche Arten von Meningokokken

Meningokokken sind von einer Kapsel umgeben. Die Kapsel bestimmt die Eigenschaften der Meningokokken und ist für die Einteilung in bisher 12 verschiedene Arten ausschlaggebend. Die fünf häufigsten Meningokokken-Arten sind A, B, C, W und Y.

Die Verbreitung von Meningokokken

Die Verbreitung der verschiedenen Meningokokken-Arten ist regional sehr unterschiedlich. Weltweit verursachen diese fünf verschiedenen Arten von Meningokokken-Bakterien fast alle Meningokokken-Erkrankungen: A, B, C, W und Y.

In Europa - und auch Deutschland - sind Meningokokken B, gefolgt von C mit Abstand am häufigsten. Meningokokken des Typ B sind in Deutschland für etwa 66 % aller Meningokokken-Erkrankungen verantwortlich, Meningokokken des Typ C für etwa 19 %. Die Typen A, W und Y zusammen sind in Deutschland für etwa 15 % der Fälle verantwortlich.1

Meningokokken – Krankheitsverlauf und Symptome

Meningokokken-Erkrankungen können als lebensbedrohliche Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) verlaufen.

Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) beträgt in der Regel 3 bis 4 Tage, kann aber auch kürzer oder länger sein. Erste Anzeichen einer Meningokokken-Meningitis können eher unspezifisch und grippeähnlich sein. Neben hohem Fieber gehören Erbrechen, Schüttelfrost, Gelenk- und Muskelschmerzen, Krämpfe oder Bewusstseinsstörungen zu den möglichen Symptomen.

Säuglinge haben meist Fieber, dazu kommen unspezifische Apathie oder Unruhe, Nahrungsverweigerung und Berührungsempfindlichkeit.

Meningitis als schwerwiegende Komplikation der Meningokokken-Infektion

Innerhalb von 24 Stunden können Meningokokken bei einem vollkommen gesunden Menschen zu schwersten Erkrankungen führen. Anfangs ist eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auf Grund nur unspezifischer grippeähnlicher Symptome schwer zu erkennen. Als mögliche Zeichen einer Hirnhautentzündung treten plötzliche Nackensteifigkeit, Erbrechen, Unruhe, Apathie oder charakteristische Hauterscheinungen auf.

Von Meningitis spricht man bei einer Entzündung der Hirn- oder Rückenmarkshäute (Meningen). Am Häufigsten tritt die virale Meningitis (durch Viren verursachte Hirnhautentzündung) auf, deutlich seltener die bakterielle Meningitis, die durch Bakterien, wie z. B. Meningokokken, verursacht wird.

Trotz Behandlung können Komplikationen und Spätfolgen wie Hörverlust oder Krampfleiden auftreten. Schwere Verläufe wie Hirnhautentzündung und Blutvergiftung (Sepsis) sind Notfälle, die eine sofortige intensivmedizinische Behandlung erfordern.

Meningokokken – So werden die Bakterien übertragen

Meningokokken sind Bakterien und kommen ausschließlich beim Menschen vor. Sie sind auf den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raums heimisch und werden bei manchen Menschen nachgewiesen, ohne dass diese selbst erkranken.

Etwa 10 % der Bevölkerung tragen Meningokokken im Nasen-Rachenraum.2 Auch wenn diese Menschen selbst nicht erkranken, so können sie die Meningokokken per Tröpfcheninfektion auf andere Personen übertragen. Gelangen Meningokokken in die Blutbahn, können sie eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Sepsis (Blutvergiftung) auslösen.

Meningokokken werden von Mensch zu Mensch bei ganz alltäglichen Kontakten übertragen („Tröpfcheninfektion“). Personen, deren Schleimhäuten in Nase und Rachen mit dem Erreger besiedelt sind, können ihn über kleine Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Küssen auf andere Menschen übertragen. Diese Art der Übertragung passiert bevorzugt dort, wo Menschen sehr engen Kontakt haben: in Kindergärten, Schulen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch bei Freizeitaktivitäten.

 

Quellen:

1. Robert Koch-Institut: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Stand Epid. Jahrbuch 2017 Fallzahlen gemäß Referenzdefinition; Meldepflicht gemäß IfSG; IME mit Angabe der Serogruppe 2012-2017, abgerufen am 01.08.2018

2. RKI-Ratgeber für Ärzte „Meningokokken-Erkrankungen“: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html?nn=2394130 abgerufen am 30.07.2018


DE/VAC/0497/18, Nov18