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Welche Impfungen zahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Ein Mann gibt einer Rezeptionistin seine Krankenkassenkarte

Eine gesetzliche Krankenversicherung ist per Gesetz dazu verpflichtet, den Versicherten "eine ausreichende, bedarfsgerechte, dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechende medizinische Krankenbehandlung" zu gewährleisten. Das bedeutet übersetzt, dass ein Kranker nicht unbehandelt bleiben, aber auch nicht übertherapiert werden darf. Es heißt auch, dass die angewendeten Methoden zum Feststellen, zur Vorsorge oder Behandlung von Erkrankungen und die entsprechenden Medikamente nach wissenschaftlich festgelegten Standards gezeigt haben müssen, dass sie wirksam sind. Ganz konkret entscheidet in Deutschland der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA darüber, welche Leistungen von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden müssen. Jeder gesetzlich Krankenversicherte hat einen Anspruch darauf.

Schutzimpfung ist Vorsorge

Schutzimpfungen dienen der Vorbeugung von Krankheiten. Daher bezahlt die Krankenkasse alle Schutzimpfungen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss in die sog. Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen wurden, um sich vor in Deutschland auftretenden Krankheiten zu schützen. Für Schutzimpfungen vor Infektionen, die im Ausland verbreitet sind, gilt diese Verpflichtung nicht. Daher müssen die Krankenkassen so genannte Reiseimpfungen, beispielsweise gegen Hepatitis A, Typhus, Gelbfieber oder Cholera nicht erstatten. Sie KÖNNEN es aber tun, und zwar im Rahmen der so genannten Satzungsleistungen. Das sind Leistungen, die eine Krankenkasse ihren Versicherten zusätzlich zu den gesetzlich festgeschriebenen Leistungen gewähren kann.
Eine aktuelle Liste über die verfügbaren Reiseimpfungen und welche Krankenkassen sie ihren Mitgliedern bezahlen, finden Sie hier. Informationen zu über 300 Reise-Zielen hier.

Meningokokken-Impfungen

Impfungen gegen Meningokokken sind ein Sonderfall bezüglich der Kostenerstattung, denn es gibt 3 unterschiedliche Impfungen gegen insgesamt 5 verschiedene Gruppen von Meningokokken: A, B, C, W und Y. Die Meningokokken-C-Impfung ist eine Standardimpfung in der Schutzimpfungsrichtlinie für alle Kinder und wird daher in diesem Fall von allen gesetzlichen Krankenkassen als Pflichtleistung übernommen. Die Erstattung der anderen verfügbaren Meningokokken-Impfungen durch die Krankenkassen ist freiwillig. Die Kosten der Meningokokken-B-Impfung werden jedoch bereits bei etwa 60 % der Versicherten auf Anfrage von vielen gesetzlichen Krankenkassen komplett oder teilweise erstattet. Die Meningokokken-ACWY-Impfung wird ebenfalls von einigen Kassen auf Anfrage als Zusatzleistung übernommen.

Eine Übersicht, welche Kassen die Kosten der Meningokokken-B-Impfung in der Regel erstatten, finden Sie hier. Sowohl für die Meningokokken-B-Impfung als auch die Meningokokken-ACWY-Impfung gibt es zusätzlich vom Centrum für Reisemedizin (CRM) Länder-Empfehlungen, u.a. auch bei Reisen ins europäische Ausland (z.B. Italien, Österreich, Frankreich, Schweiz, Niederlande oder England und v.m.), diese finden Sie hier. Eine Übersicht von Krankenkassen die diese Impfungen in der Regel als Reiseimpfung erstatten finden Sie hier. Fragen Sie am besten in jedem Fall direkt bei Ihrer Krankenkasse an – nachfragen kann sich lohnen! Einen Erstattungsleitfaden finden Sie hier, der Sie mit weiteren Informationen bei der Anfrage unterstützen kann.


NP-DE-VX-WCNT-190027, Nov19