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25. März 2017

Das neue „Gelbe Heft“ – die Änderungen im Überblick

Um die Entwicklung eines Kindes in den ersten, sehr wichtigen Lebensjahren zu begleiten, gibt es die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden im sog. „Gelben Heft“ dokumentiert. Seit kurzem gibt es ein neues „Gelbes Heft“, mit dessen Einführung sich einige Dinge geändert haben. Lesen Sie hier mehr dazu.


Das „Gelbe Heft“ und die Vorsorgeuntersuchungen haben sich seit Jahrzehnten bewährt. Doch es gibt kaum etwas, das man nicht noch besser machen könnte. Darum hat der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Kinder-Richtlinie, welche die Grundlage für die Untersuchungen der Kinder ist, inhaltlich und strukturell komplett überarbeitet. Viele Dinge sind gleich geblieben, aber es gibt auch einige Neuerungen. Besonders für die Kinderärzte und -ärztinnen ändert sich manches. Doch auch für Sie und Ihre Kinder gibt es Verbesserungen.

Zu allererst: Das neue „Gelbe Heft“ wird Ihnen automatisch in der Geburtsklinik oder von der Hebamme ausgehändigt. Durch die Änderungen ist das „Gelbe Heft“ nun etwas anders strukturiert und auch etwas umfangreicher.

Für Sie als Eltern sind besonders diese Neuerungen interessant:

  • Muskoviszidose-Screening für jedes Neugeborene
    Für jedes Neugeborene wird zukünftig eine Untersuchung auf die Erbkrankheit Mukoviszidose (Lungenerkrankung) angeboten, die möglichst von Geburt an behandelt werden sollte. Nähere Informationen dazu erhalten die Eltern auf einem gesonderten Informationsblatt.
  • Angeborene Herzfehler entdecken
    Um angeborene Herzfehler frühzeitig zu entdecken, wird nun innerhalb der ersten beiden Lebenstage eine Pulsoxymetrie empfohlen. Das ist ein schmerzfreies kurzes Verfahren, mit dem der Sauerstoffgehalt des Säuglingsblutes gemessen werden kann.
  • Wichtige Informationen zu jeder Untersuchung
    Die wichtigsten Themen, die bei jeder der neun Untersuchungen behandelt werden sollen, werden für die Eltern jetzt kurz beschrieben. So wissen die Eltern im Vorfeld, worum es bei der Untersuchung gehen wird und können sich Fragen notieren. In einem Bemerkungsfeld kann der Arzt individuelle Empfehlungen vermerken, wie beispielsweise weiter behandelt werden soll oder welche Maßnahmen zur Förderung der kindlichen Entwicklung getroffen werden sollen.
  • Karten zur Vorlage in der Kindertagesstätte
    Neu sind heraustrennbare Karten zu jeder U-Untersuchung. So können Eltern die Teilnahme an den Untersuchungen beispielsweise in der Kinderkrippe oder im Kindergarten nachweisen, ohne das Heft und die Ergebnisse der Untersuchung aus der Hand geben zu müssen.
  • Beratung zu Gesundheitsthemen
    Je nach Alter des Kindes gibt es im Rahmen der U-Untersuchung Gesundheitsthemen, zu denen Eltern ärztlich beraten werden. Das sind u.a. die Beratung zu den empfohlenen Impfungen, aber auch zur Unfallvorbeugung, gesunder Schlafumgebung und Ernährung. Eltern haben – wie bisher auch – im Rahmen der U-Untersuchungen auch die Möglichkeit, Sorgen zu besprechen.
  • Informationen über Unterstützungsangebote
    Eltern erhalten nun automatisch bei den ersten U-Untersuchungen beim Kinderarzt Informationen über regionale Unterstützungsangebote, wie beispielsweise Eltern-Kind-Hilfen oder Frühe Hilfen.
  • Mund- und Zahngesundheit im Fokus
    Noch stärker als bisher rückt die Mund- und Zahngesundheit in den Fokus. Eltern werden dafür sensibilisiert, die Vorsorgeangebote beim Zahnarzt auch schon mit kleinen Kindern regelmäßig zu nutzen.

DE/VAC/0472/15al, Feb17