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8. Januar 2016

Die Deutschen: Gesundheitsbewusste Impfmuffel?

Immer mehr Menschen leben gesundheitsbewusst – sie ernähren sich gesund, rauchen wenig und machen Sport. Doch Impfungen als Vorbeugung wählen zu wenig Menschen. Was das mit sozialer Verantwortung zu hat, lesen Sie im Artikel.


Studien und Umfragen der letzten Jahre zeigen: Das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen steigt. Weniger Männer und Frauen rauchen, mehr Menschen treiben Sport, achten auf ihre Ernährung und konsumieren weniger Alkohol. Das ist eine gute Nachricht! Doch zum Gesundheitsbewusstsein gehört auch, sich und seine Mitmenschen vor Infektionskrankheiten zu schützen. In diesem Bereich schneiden die Deutschen nicht so gut ab. Zwar gaben in einer Umfrage von GlaxoSmithKline mit dem Tomorrow Focus rund 72 Prozent der Frauen und 66 Prozent der Männer an, sich zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten gründlich die Hände zu waschen, doch Impfungen als Vorsichtsmaßnahme wählen nur rund 43 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sich 57 Prozent der Frauen und 59 Prozent der Männer – also mehr als die Hälfte der Erwachsenen zwischen 25 und 50 Jahre – NICHT impfen lassen.

An den regelmäßigen Masernausbrüchen und den schweren Folgen für viele erkrankte Kinder und Erwachsene, lassen sich die Auswirkungen von unzureichendem Impfschutz immer wieder deutlich erkennen. Besonders nach 1970 Geborene sind oft nicht ausreichend geschützt. In Deutschland darf jede/r individuell entscheiden, ob und welche Impfungen er oder sie haben möchte. Doch das Prinzip der Schutzimpfung beinhaltet, dass der Schutz des Geimpften auch ungeimpften Menschen zu Gute kommt. Diese soziale Verantwortung ist jedoch für über 41 Prozent der Befragten kein Argument für eine Impfung – im Vordergrund steht nur der persönliche Nutzen. Das ist schade.

Viele Deutsche bilden Menschenketten als Symbol gegen Missstände, viele Menschen lassen sich für eine Knochenmarkspende typisieren, wenn das Schicksal einer betroffenen Person sie berührt. Doch eine „Impfkette“ zum Schutz von Schwangeren, Krebspatienten, Organtransplantierten und Säuglingen, die nicht geimpft werden können, bilden noch zu wenige Menschen. Über 90 Prozent sollten gegen Masern und andere häufige Infektionskrankheiten geimpft sein, um die genannten Gruppen zu schützen. Diese Form der Zivilcourage ist mindestens genauso wichtig, wie das Eintreten gegen Gewalt und Unrecht.

Die meisten Befragten wissen sogar, wo sich ihr Impfpass befindet. Nur knapp sechs Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer sind dazu überfragt. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, kein Nikotin und wenig Alkohol sind die Stellschrauben, an denen immer mehr Deutsche drehen, um die eigene Gesundheit zu erhalten, und damit Krankheiten zu vermeiden, die auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen sind (z.B. Diabetes, Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, manche Allergien und psychische Erkrankungen). Über diesen sinnvollen und lobenswerten Aktivitäten sollte der Schutz vor Infektionskrankheiten, wie er mit einem kleinen Pieks bei einer Impfung erreicht werden kann, nicht vergessen werden.

Verlieren Sie keine Zeit: Spenden Sie (sich und anderen) Gesundheit! Vereinbaren Sie einen Termin beim Hausarzt…


DE/VAC/0503/15a, Sep17