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24. Mai 2016

Frisch geimpft – was gilt es zu beachten?

Kaum geimpft, schon ist es vorbei. Aber welche Reaktionen sind nach der Impfung normal? Darf man Sport machen, Alkohol trinken oder Blut spenden? Kann ein Geimpfter eine Schwangere anstecken? Hier gibt es die Antworten!


Eine Impfung ist nur ein kleiner Eingriff, per Injektion, oral oder nasal. Dennoch gibt es viel Unsicherheit, veraltete oder sogar falsche Informationen darüber, was „normal“ ist und was es zu beachten gilt.

Eine Impfung ist einfach eine Routineaufgabe für das Immunsystem, wie sie ständig vorkommt: Das Immunsystem beschäftigt sich mit körperfremden Substanzen. Das kann einige Tage dauern. Da es sich aber um ein alltägliches Geschehen im Körper handelt, müssen nur wenige Dinge bei einer Impfung beachtet werden.

Ist das normal?

Normal und erwünscht ist, dass der Körper auf die Impfung mit der Bildung entsprechender Antikörper reagiert. Für den Impfling spürbar wird das meist nur durch eine gerötete und schmerzende Einstichstelle. Auch ein leichtes Krankheitsgefühl mit Müdigkeit ist nicht selten und unbedenklich. Bei Lebendimpfungen mit abgeschwächten, vermehrungsfähigen Impfviren (zum Beispiel Masern, Windpocken) kann es einige Tage nach der Impfung in seltenen Fällen zu einer leichten Erkrankung mit Abgeschlagenheit oder Fieber kommen, manchmal sogar mit dem für die Krankheit typischen Ausschlag.

Die Anstrengung für den Körper ist bei Impfungen gering. Was es dennoch zu beachten gibt, ist hier zusammengefasst.

Sport nach einer Impfung

Sportliche Aktivitäten nach Impfungen stellen in der Regel kein Problem dar. Besondere Belastungen hingegen sollten am Tag der Impfung vermieden werden. Wer also täglich joggt, für den ist ein gemütlicher Lauf nicht weiter belastend – intensive Trainingseinheiten sollten um einige Tage verschoben werden.

Die Wirksamkeit einer Impfung wird durch Sport nicht beeinflusst. Eventuell können Impfreaktionen, also vor allem Schmerzen an der Einstichstelle, verstärkt werden.

In die Sauna nach der Impfung

Für Saunagänge gilt das gleiche wie für Sport, da saunieren einer körperlichen Belastung gleichkommt. Wer selten in die Sauna geht, sollte es nicht unbedingt am Tag der Impfung machen.

Die Wirksamkeit einer Impfung wird aber – ebenfalls – nicht beeinflusst.

Alkohol trinken nach der Impfung

Alkohol hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit einer Impfung. Starker Alkoholkonsum schwächt den Körper. Für den Alkoholabbau benötigt der Körper Energie – ebenso wie für die Bildung von Antikörpern. Um es dem Körper nicht zusätzlich schwer zu machen, sollte daher starker Alkoholkonsum in den ersten Tagen nach der Impfung vermieden werden. Gegen ein Glas Bier oder Wein ist aber nichts einzuwenden.

Blut spenden nach einer Impfung

Nach einer Impfung mit den meisten der so genannten Totimpfstoffe (Grippe, Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A, FSME u.a.) gibt es keine Einschränkungen. So lange man sich gesund fühlt, darf man Blut spenden.

Nach einer Impfung gegen Hepatitis B muß ein Abstand von einer Woche eingehalten werden.

Zwischen Impfungen mit Lebendimpfstoffen (Masern, Mumps, Röteln, Gelbfieber, Typhus) und einer Blutspende müssen vier Wochen Abstand liegen.

Nach einem Verdacht auf Tollwut und einer Impfung dagegen, darf ein ganzes Jahr lang kein Blut gespendet werden.

Kontakt zu Schwangeren nach einer Impfung

Wer geimpft wurde und Kontakt zu schwangeren Frauen hat, sollte folgendes beachten. Nach Impfungen mit Totimpfststoffen ist ein Kontakt vollkommen unbedenklich.
Bei Impfungen mit Lebendimpfstoffen gibt es die Möglichkeit, dass die Impfviren eine zeitlang ausgeschieden werden und auf ungeimpfte Gesunde übertragen werden können. Theoretische ist das bei allen Lebendimpfungen möglich, tatsächlich wurde es bisher bei der Windpocken- Gelbfieber- und der Rotavirusimpfung beschrieben. Bei Masern, Mumps und Röteln wurde eine Übertragung bisher nicht gefunden.

Kontakt zu Schwangeren ist keine Gegenanzeige für die Impfung (Bei der Windpockenimpfung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker)


DE/VAC/0472/15n, Jan18