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Sie haben Kontakt mit Flüchtlingen? Das sollten Sie beachten!

Menschen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, leisten Großes. Die Gefahr, sich dabei mit seltenen Krankheiten zu infizieren, ist dabei laut Robert-Koch-Institut gering, wenn Hygieneregeln beachtet werden und der Impfschutz vollständig ist.


Viele Menschen in Deutschland engagieren sich aktiv in den verschiedensten Bereichen der Flüchtlingshilfe. Das ist toll! Für ein gutes Zusammenleben brauchen wir dieses Engagement dringend. Doch immer wieder taucht die Frage auf, ob von den Flüchtlingen eine potentielle Gefahr für die eigene Gesundheit ausgeht; schließlich kommen sie aus fernen Ländern mit meist schlechteren hygienischen Bedingungen als hier in Deutschland und haben eine lange und körperlich anstrengende Reise hinter sich.

 

Gefahr gering

Natürlich können Flüchtlinge, wie jeder andere auch, mit ansteckenden Krankheiten infiziert sein. Meist sind das die gleichen Erkrankungen, die uns auch treffen: grippale Infekte, Magen-Darm-Infekte und so genannte Kinderkrankheiten. Das Robert-Koch-Institut, die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und –prävention, schätzt das Risiko aber als gering ein, dass seltene Krankheiten nach Deutschland importiert werden. Meist sind solche Krankheiten auch nur bei engem Kontakt übertragbar. Daher besteht kein Grund, die helfenden Hände in den Schoß zu legen und die Arbeit mit Flüchtlingen einzuschränken.

Flüchtlinge werden bei der Aufnahme in eine Erstaufnahmeeinrichtung oder Gemeinschaftsunterkunft medizinisch untersucht. So können einige von Mensch zu Mensch übertragbare Erkrankungen, wie eine ansteckende (offene) Tuberkulose oder auch Hautinfektionen und andere schnell erkannt oder ausgeschlossen werden. Einige Erkrankungen sind nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Dazu zählen beispielsweise die Malaria, das Fleckfieber oder die Leishmaniose.

Impfschutz prüfen – Hygieneregeln befolgen

Eine sinnvolle hygienische Maßnahme, die jeder beachten sollte, um die Ansteckung und Ausbreitung ansteckender Krankheiten zu verhindern, ist häufiges Händewaschen. Sollten Fieber oder andere ungewöhnliche Anzeichen auftreten (z.B. Nackensteifigkeit), ist es empfehlenswert, der Ärztin bzw. dem Arzt von der Arbeit mit Flüchtlingen zu erzählen. So können im Zweifel schneller die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Ein wichtiger Aspekt in der Gesundheitsvorsorge und Krankheitsvorbeugung sind Schutzimpfungen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in der Flüchtlingshilfe, folgende Impfungen zu haben bzw. durchführen zu lassen. Diese Impfungen sind Standard für alle Menschen in Deutschland:

  • Tetanus
  • Diphtherie
  • Kinderlähmung (Polio)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Masern, Mumps und Röteln (für nach 1970 Geborene)
  • Influenza (für Personen ab 60 Jahre; in der Saison)

Nur bei entsprechender Indikation (d.h. Kontakt mit Blut oder Stuhl) sollte Sie gegen folgende Erkrankungen geimpft sein:

  • Hepatitis A
  • Hepatitis B

Falls Sie unsicher sind, ob Ihr Impfschutz ausreichend ist, lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.

Quellen: