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Windpocken-Impfung

Die Windpocken gehören trotz möglicher Impfung zu den häufigsten so genannten Kinderkrankheiten – Allerdings: völlig harmlos sind sie nicht.

 

Hatten Sie als Kind auch die Windpocken? Diese fiesen kleinen Bläschen, die überall am Körper auftauchen und so schrecklich jucken. Und besonders gemein ist: Kratzen ist strengstens verboten, sonst bilden sich unschöne Narben. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehr als 23.000 Fälle gemeldet. Die Windpocken gehören damit trotz möglicher Impfung zu den häufigsten so genannten Kinderkrankheiten – Allerdings: völlig harmlos sind sie nicht. Andrea Schindler berichtet:

 Windpocken sind hoch ansteckend und gehören trotz Impfmöglichkeiten immer noch zu den am weitesten verbreiteten Viren. Dazu Kinderarzt Dr. Stephan von Landwüst:

Dr. von Landwüst:
Windpocken werden in erster Linie per Tröpfcheninfektion übertragen. Die Viren können mit dem Wind mehrere Meter zurücklegen. Das bedeutet: Schon wer sich gemeinsam mit einem Infizierten in einem Zimmer aufhält, kann sich anstecken. Windpocken übertragen sich auch durch eine Schmierinfektion, denn die Flüssigkeit in den Bläschen ist gleichfalls ansteckend.

Besonders betroffen sind Kindergarten- und Schulkinder – aber auch Jugendliche und Erwachsene können sich infizieren.

Dr. von Landwüst:
Die Betroffenen leiden unter den bekannten Hautveränderungen und unter Fieber. Die Symptome klingen nach drei bis fünf Tagen in aller Regel wieder ab. Allerdings sind auch sehr schwere Verläufe und sogar Komplikationen wie Lungen-oder Gehirnentzündungen möglich. Das Gute aber ist: Wer die Windpocken einmal hatte, ist danach in der Regel immun. Eine Spätfolge im höheren Alter kann allerdings die sehr schmerzhafte Gürtelrose sein.

Bereits seit 2004 wird von der Ständigen Impfkomission für alle Kinder und Jugendliche eine Impfung empfohlen und ist auch als Kombination mit der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln möglich.

Dr. von Landwüst:
Für einen kompletten Impfschutz sind zwei Impfdosen notwendig: Die erste Dosis bekommen Babys um ihren ersten Geburtstag herum, die zweite dann vier bis sechs Wochen später im Alter zwischen 15 und 23 Monaten. Diese zweite Dosis sollte auch auf gar keinen Fall vergessen werden, denn erst dann ist der Antikörper-Spiegel im Blut hoch genug.


DE/PRIT/0002/16c, Nov17