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Diphtherie: Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Diphtherie ist eine akute Infektion der Atemwege, die durch das Gift (Toxin) von Diphtherie-Bakterien verursacht wird. Die Erkrankung kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen und erheblichen Spätfolgen führen

Vorsorge: Impflücken gegen Diphtherie schließen

In den westlichen Industrieländern ist die Zahl der Diphtherie-Erkrankungen durch konsequente Impfung erheblich zurückgegangen. Allerdings wurden dort in jüngster Zeit in der erwachsenen Bevölkerung zunehmende Immunitätslücken wegen Impfmüdigkeit festgestellt.

Daher ist die Diphtherie-Impfung in Deutschland von der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) generell für Kinder, Jugendliche und Erwachsene empfohlen. Die Impfung muss alle 10 Jahre aufgefrischt werden.


Verbreitung: Diphtherie kommt vor allem in gemäßigten Zonen vor

Diphtherie-Bakterien sind weltweit verbreitet. Meist treten Diphtherie-Erkrankungen jedoch in gemäßigten Klimazonen auf. Ein besonderes Erkrankungsrisiko besteht in Ländern der Russischen Föderation, Brasilien, Indonesien, Afghanistan, auf dem Indischen Subkontinent, den Philippinen und in einigen afrikanischen Ländern.


Übertragung von Mensch zu Mensch

Träger dieser Bakterien ist ausschließlich der Mensch. Diphtherie wird wie eine Erkältung beim Husten, Niesen oder mit der Atemluft von Mensch zu Mensch übertragen (Tröpfcheninfektion). Dabei können nicht nur an Diphtherie erkrankte Personen die Krankheit übertragen, sondern auch Menschen während der Inkubationszeit (vor Ausbruch der Erkrankung) oder Menschen, die Keimträger ohne sichtbare Krankheitssymptome sind. Eine Ansteckungsgefahr besteht, solange der Erreger nachweisbar ist. Im Allgemeinen verschwinden die Diphterie-Bakterien einige Tage nach Beginn einer Behandlung mit Antibiotika.


Symptome und Krankheitsverlauf: Rachenentzündungen und Atemnot

Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen in der Regel 2 bis 4 Tage, bei toxischen Formen evtl. auch nur wenige Stunden. Diphtherie-Bakterien scheiden ein Gift aus, das Entzündungen im Nasen- und Rachenraum verursacht. Typische Kennzeichen der Diphtherie sind weißlich-dicke, süßlich-übelriechende Beläge, auf den entzündeten Stellen. Sie bluten beim Abstreifen und können die Atemwege so weit verschließen, dass der Patient unter schwerer Atemnot leidet oder sogar erstickt. In jedem Fall wirkt das Stoffwechselgift des Erregers stark schädigend. Es kann auch zu Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen kommen. Die Sterblichkeit bei Diphtherie ist hoch. Bis zu 20 Prozent der Infizierten, vor allem ungeimpfte Kleinkinder und ältere Menschen, überleben die ausgebrochene Krankheit nicht, wenn sie einmal ausgebrochen ist.

Behandelt wird eine Diphtherie-Erkrankung durch die rechtzeitige Gabe von Diphtherie-Immunglobulin sowie den Einsatz von Antibiotika.


DE/VAC/0643/17, Dez17