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Hepatitis A: Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Die Hepatitis A ist eine weltweit vorkommende Virusinfektion, die vornehmlich durch Virus-kontaminierte Speisen, z.B. Muscheln, Eis oder Salat übertragen wird. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht bei Reisen in Länder mit hohem Hepatitis A-Vorkommen, deswegen wird die Hepatitis A auch als Reisegelbsucht bezeichnet.

Hepatitis A-Impfung auch kurzfristig möglich

Eine Hepatitis A-Impfung ist Reisenden in entsprechende Risikogebiete (u.a. tropische Gebiete, Mittelmeerraum und Osteuropa) und Personengruppen in Deutschland aufgrund ihrer persönlichen oder beruflichen Situation empfohlen.

Zu den gefährdeten Personen in Deutschland zählen:

  • Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung
  • Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen, z.B. Hämophile, oder mit Krankheiten der Leber/mit Leberbeteiligung
  • Bewohner von psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen für Menschen mit Verhaltensstörung oder Zerebralschädigung
  • Gesundheitsdienst (inkl. Küche, Labor, technischer und Reinigungs- bzw. Rettungsdienst, psychiatrische und Fürsorgeeinrichtungen, Behindertenwerkstätten, Asylbewerberheime): Durch Kontakt mit möglicherweise infektiösem Stuhl Gefährdete inkl. Auszubildende und Studenten
  • Kanalisations- und Klärwerksarbeiter mit Abwasserkontakt
  • Tätigkeit (inkl. Küche und Reinigung) in Kindertagesstätten, Kinderheimen u. ä.
  • Reisende in Regionen mit hoher Hepatitis-A-Prävalenz

Schneller Schutz: Die einmalige Hepatitis A-Impfung sollte etwa 14 Tage vor Reisebeginn erfolgen, wobei die Impfung auch kurz vor der Reise noch möglich ist ("last minute").

Langer Schutz: Für einen langfristigen Schutz muss die Impfung bei Erwachsenen und Kindern nach 6 bis 12 Monaten aufgefrischt werden; der Impfschutz hält dann in der Regel 30 Jahre.


Verbreitung: Höhere Hepatitis A-Gefahr in südlichen Ländern

Der Hepatitis A-Erreger, der bei uns auch als Reisegelbsucht bezeichneten Erkrankung, kommt weltweit vor. In Europa ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu beobachten. Während Länder in gemäßigten Klimazonen mit hohem Hygienestandard eine niedrige Durchseuchungsrate aufweisen, findet man in Gebieten mit warmem Klima eine höhere Durchseuchung. Das trifft schon für Reisen in Länder rund ums Mittelmeer (z.B. Spanien, Italien, Türkei, Nordafrika etc.) zu. Besonders hohe Durchseuchungsraten weisen aber vor allem beliebte Reiseziele in Asien, Afrika und Lateinamerika auf. Bei Reisen in die betroffenen Länder besteht ein sieben- bis zehnfach erhöhtes Risiko, an Hepatitis A zu erkranken, als in Deutschland.

Hepatitis A-Infektionen können als Einzel-Erkrankung oder auch als Ausbruch auftreten. So erkrankten 1988 in Shanghai etwa 300.000 Menschen innerhalb kurzer Zeit durch den Genuss von Muscheln.


Hepatitis A-Übertragung und Ansteckung vor allem durch virusverseuchte Speisen

Cook it, boil it, peel it, or forget it!

Die Beherzigung dieser einfachen Ernährungsregel auf Reisen in südliche Länder ist ein wichtiger Schritt zur Verhinderung einer Hepatitis A-Infektion, denn das Virus wird vornehmlich durch virusverseuchte Speisen, z.B. Muscheln, Salat, ungeschältes Obst sowie Gemüse oder verunreinigtes Wasser, das zum Zähneputzen, zur Bereitung von Eiswürfeln oder Speiseeis verwendet wird.

Man spricht in diesem Zusammenhang von einer fäkal-oralen Übertragung, die nicht nur durch Fäkalien in Nahrungsmitteln (z.B. Dünger bei Gemüse und Salat) erfolgen kann, sondern auch durch kontaminierte Gebrauchsgegenstände.

Der Mensch ist der Hauptwirt von Hepatitis A-Viren. Die Erkrankung ist meldepflichtig gemäß Infektionsschutzgesetz. Das Virus ist sehr stabil. Er übersteht sogar längeres Erhitzen bei Temperaturen über 60°C und überlebt auch außerhalb des Wirts monatelang.


Symptome und Krankheitsverlauf: Hepatitis A kann lange dauern, wird aber nicht chronisch

Die Erkrankung beginnt zwei bis sechs Wochen nach der Infektion mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufproblemen, Durchfällen oder psychischen Reaktionen. Bei Erwachsenen kann als äußeres Zeichen eine Gelbfärbung am Augapfel oder der Haut auftreten. Diese "Gelbsucht" kommt daher, dass die entzündete Leber den Gallenfarbstoff nicht richtig verarbeiten kann. Diese Phase kann wenige Tage bis zu mehreren Wochen andauern.

Bei Kindern verläuft die Infektion häufig unbemerkt. Bei älteren Menschen kann sie dagegen sehr lange dauern, vor allem wenn andere Grunderkrankungen insbesondere der Leber vorliegen. Die Gefahr, an Hepatitis A zu sterben, ist für ältere Menschen deutlich höher.

Anders als z.B. eine Hepatitis B wird die Hepatitis A nicht chronisch. Somit sind erkrankte Personen auch nur über einen gewissen Zeitraum (1-2 Wochen vor und bis zu einer Woche nach Auftreten der akuten Symptome) ansteckend.

Für den Fall einer Hepatitis A-Erkrankung gibt es keine spezifische Therapie. Es werden die allgemeinen Symptome behandelt und das Konsumieren von Alkohol sollte unbedingt unterbleiben. Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Wenn Sie wissen möchten, ob Hepatitis A bei Ihrer nächsten Reise eine Rolle spielt: www.fit-for-travel.de


DE/VAC/0455/15a, Dez15