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Meningokokken-Meningitis: Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung auslösen können.

Verschiedene Impfstoffe gegen unterschiedliche Meningokokken

Aufgrund der Komplexität des Bakteriums sind verschiedene Serogruppen zu unterscheiden, und nicht gegen alle Serogruppen sind Impfstoffe verfügbar.

Bei Meningokokken werden bisher 12 verschiedene Serogruppen unterschieden. Die überwiegende Mehrzahl der Meningokokken-Infektionen in Europa ist auf Meningokokken der Sergruppen B und C zurückzuführen. Derzeit stehen in Deutschland Impfstoffe gegen die Serogruppen A, B, C, Y und W135 zur Verfügung. Seit 2006 empfíehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Impfung gegen Meningokokken C in Deutschland als Standardimpfung für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr. Zudem ist eine Impfung für besonders gefährdete Personen empfohlen. Es stehen konjugierte Meningokokken-Impfstoffe gegen die Serogruppen A, C, W 135, Y sowie ein Proteinimpfstoff zur Verfügung.


Verbreitung: Meningokokken kommen gehäuft im „Meningitis-Gürtel“ vor

Erkrankungen durch Meningokokken treten weltweit auf. Insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent im sogenannten „Meningitis-Gürtel“ Afrikas (südlich der Sahara und nördlich des Äquators) kommt es immer wieder zu größeren Epidemien. In der Regel kommt es in Industrieländern nur noch zu Einzelerkrankungen oder kleineren Ausbrüchen.


Übertragung: Vor allem Kinder und Jugendliche sind Menigokokken-gefährdet

Meningokokken werden von Mensch zu Mensch durch eine sogenannte "Tröpfchen-Infektion" bei engem Kontakt mit einem Erkrankten oder Keimträger übertragen. Tröpfchen-Infektion bedeutet, dass Personen, die diese Bakterien auf ihren Schleimhäuten in Nase und Rachen tragen, andere Personen zum Beispiel durch Husten und Niesen anstecken können. Da nicht jeder Träger der Bakterien auch erkrankt, können diese, auch ohne es zu ahnen, andere Menschen infizieren. Die Trägerrate in Deutschland beträgt 10 % bis 15 %.

Eine Übertragung geschieht vor allem dort, wo viele Menschen sehr engen Kontakt haben, z. B. auf Jugendreisen in Jugendherbergen oder Zeltlagern oder in öffentlichen Transportmitteln in Entwicklungsländern.

Es kommt zu 300-400 Erkrankungen im Jahr in Deutschland. Das höchste Risiko für eine Erkrankung haben Säuglinge und Kleinkinder. Aber auch für Jugendliche unter 20 Jahren besteht ein leicht erhöhtes Erkrankungsrisiko. Die Mehrzahl der Erkrankungen betreffen Kinder unter 20 Jahren. Gefährdet sind aber auch Menschen mit vorgeschädigten Schleimhäuten, wie bei Rauchern sowie Passivrauchern und Personen mit Immunsuppression.


Symptome und Krankheitsverlauf

Die Inkubationszeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome beträgt in der Regel 3 bis 4 Tage – jedoch mindestens 2 und höchstens 10 Tage. In Folge einer Meningokokken-Infektion kann es sowohl zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) als auch zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Etwa jede zweite Meningokokken-Erkrankung verläuft als eitrige Meningitis und in etwa 25 % der Fälle ist der Verlauf durch eine Sepsis gekennzeichnet, in manchen Fällen treten auch beide Krankheitsbilder zusammen auf.

Zu Beginn einer Meningitis können unspezifische, grippeähnliche Symptome, wie hohes Fieber, Erbrechen, Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum oder starke Kopfschmerzen auftreten. Die im weiteren Verlauf auftretenden spezifischen Symptome unterscheiden sich je nach Altersgruppe. Während es bei Jugendlichen und Erwachsenen zu einer ausgeprägten Nackensteifigkeit, Lichtscheue und Gelenkschmerzen kommen kann, sind die Symptome bei Säuglingen u. a. Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit und Berührungsempfindlichkeit sowie eine gespannte Fontanelle.

Im Zuge der Meningitis kann die Entzündung auf das Gehirn (Meningoenzephalitis) bzw. Rückenmark (Meningoenzephalomyelitis) übergreifen. In der Folge kann es zu bleibenden neurologischen und/oder psychischen Schäden kommen. In Folge einer Blutvergiftung können im schlimmsten Fall Amputationen von Armen oder Beinen nötig sein.


DE/VAC/0656/17, Dez17