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Tetanus (Wundstarrkrampf): Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Tetanus (Wundstarrkrampf) wird von vielen aus Sorglosigkeit und falschem Sicherheitsgefühl unterschätzt. Dabei kann man sich bei jeder Verletzung, selbst bei der kleinsten Schürfwunde oder dem kleinsten Kratzer, mit Tetanus-Bakterien infizieren. Tetanus-Bakterien kommen überall auf der Welt in der Erde, in Staub und Schmutz sowie im Magen-Darm-Trakt von Wiederkäuern vor (z.B. auch in Pferdemist).

Tetanus-Impfung: Routine-Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen

Einzig wirksamer Schutz gegen Tetanus ist die Impfung. Sie ist allgemein empfohlen und sollte konsequent aufgefrischt werden. Zur Grundimmunisierung werden ab dem vollendeten 2. Lebensmonat 4 Impfungen verabreicht, wobei jeweils zwischen den ersten 3 Impfungen ein Abstand von mindestens 4 Wochen und zwischen der 3. und 4. Impfung ein Abstand von mindestens 6 Monaten einzuhalten ist.

Die Tetanus-Grundimmunisierung wird in der Regel gleichzeitig mit der gegen Diphtherie, Polio, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B als Kombinationsimpfung verabreicht.

Die erste Auffrischimpfung gegen Tetanus erfolgt zwischen dem vollendeten 5. und 6. Lebensjahr und eine weitere zwischen dem vollendeten 9. und 17. Lebensjahr. Danach sollte bis ins hohe Alter eine routinemäßige Auffrischimpfung alle zehn Jahre erfolgen, in der Regel mit dem Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten.

Im Verletzungsfall wird bereits aufgefrischt, wenn die letzte Impfung bei sauberen Wunden mehr als 10 Jahre zurückliegt, bei 3 oder mehr erfolgten Tetanusimmunisierungen. Es ist besonders wichtig, ein Impfbuch zu führen und es bei Verletzungen auch mit zum Arzt zu nehmen. Jeder Arzt ist nämlich verpflichtet, bei unbekanntem Impfstatus zu impfen. So könnte es zu einer "Überimpfung" kommen, was sich meist durch verstärkte örtliche Reaktionen bemerkbar macht.


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Verbreitung: Nur Menschen ohne Tetanus-Impfschutz erkranken

Tetanus ist weltweit verbreitet. Da es keinen natürlichen Schutz vor Tetanus gibt, besteht der einzige Schutz vor der Tetanus-Erkrankung in der Impfung. Es erkranken nur nicht geimpfte oder ungenügend geimpfte Personen, daher ist ein Impfschutz gegen Tetanus für jedermann lebenslang erforderlich.

In feuchtwarmen Ländern mit niedrigen Impfraten und schlechter medizinischer Versorgung erkranken und sterben auch heute noch viele Menschen an dieser Krankheit. Schätzungen zufolge sterben weltweit jährlich zwischen 300.000 und einer Million Menschen an Tetanus. Im Gegensatz zu den Ländern Asiens und Afrikas ist die Zahl der Tetanusinfektionen in den Industriestaaten Europas und Nordamerikas dank umfassender Impfungen sowie der verbesserten Lebensbedingungen relativ niedrig.

Jeder muss aber für seinen eigenen Schutz sorgen, denn die Impfung gegen Tetanus schützt nur das Individuum, nicht jedoch die Gemeinschaft. Aus diesem Grund sollten die Durchimpfungsraten bei 100% liegen. Doch leider werden die notwendigen Auffrischungen im Erwachsenenalter häufig vergessen und so nimmt auch in den Industriestaaten mit zunehmendem Alter die Durchimpfungsrate ab. Nur etwa 50 Prozent der Erwachsenen sind ausreichend geimpft. Besonders gefährdet sind Menschen über 60 Jahre, da in dieser Altersgruppe ein Impfschutz bei etwa zwei Drittel der Personen fehlt.


Übertragung der Tetanus-Bakterien durch Verletzungen der Haut

Obwohl die Bakterien weltweit verbreitet sind, sehen wir die Erkrankung hierzulande nur äußerst selten. Grund dafür sind die guten Durchimpfungsraten - besonders im Kindes- und Jugendalter und bei jungen Erwachsenen. Weltweit treten jedoch nach Schätzungen der WHO jährlich bis zu etwa 1 Mio. Todesfälle durch Tetanus auf.

Niemand kann sich der Gefahr einer Verletzung im privaten Bereich, im Beruf, im Straßenverkehr oder anderswo entziehen. Deshalb handelt jeder leichtfertig, der keinen ausreichenden Tetanus-Impfschutz besitzt. Die Tetanus-Impfung ist eine der wichtigsten Impfungen überhaupt!Wer wird schon eine leichte Hautverletzung, eine Abschürfung, einen Stich durch eine Rose mit einer schweren Infektion in Zusammenhang bringen? Wer weiß schon, dass die Erreger des Wundstarrkrampfes überall vorkommen können, besonders in der Erde, Schmutz, Straßenstaub oder teilweise in Exkrementen? Die Bakterien sind widerstandsfähig gegen Hitze und Desinfektionsmittel und da es keinen natürlichen Schutz gegen den Tetanus-Erreger gibt, ist die Tetanus-Impfung besonders wichtig. Bei jeder noch so kleinen Verletzung, bei einer Schürf- oder Schnittwunde, einem Holzsplitter, einer Quetschung oder gar nur einem Hühnerauge können die Erreger in den Körper gelangen und sich dort vermehren.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Es gibt also keine Epidemien.


Symptome und Krankheitsverlauf: Das Tetanus-Toxin verursacht schwere Krämpfe

Sind Tetanus-Erreger durch die verletzte Haut oder über die Schleimhäute in den Körper eingedrungen, so können sie sich dort unter Sauerstoff-Ausschluss vermehren. Dabei geben sie ein Gift (Toxin) ab, das zu extremen Krämpfen in der Muskulatur führt.

Die Inkubationszeit für Tetanus ist abhängig von der gebildeten Toxinmenge und reicht von drei Tagen bis vier Wochen und länger. Häufig ist zunächst die Kau-Muskulatur von den Krämpfen betroffen, so dass bei diesen Patienten ein sogenanntes "Teufelsgrinsen" auftritt. Später ist die ganze Muskulatur befallen. Alle Erkrankten müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Unbehandelte Tetanus-Patienten sterben an Atemlähmung, da die Atemmuskulatur verkrampft und dadurch ausfällt. Trotz moderner Intensivmedizin ist die Sterblichkeit hoch. Eine überstandene Erkrankung verleiht keine Immunität.


DE/VAC/0661/17, Dez17