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Grippe (Influenza): Symptome, Krankheitsverlauf und Impfung

Die Influenza, auch Virusgrippe oder echte Grippe genannt, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit. Die Virusgrippe tritt weltweit auf und kann mitunter verheerende Folgen haben. So schätzt man, dass 1918 in Folge der Spanischen Grippe weltweit zwischen 10 und 15 Millionen Menschen starben.

Die Influenza verursacht jährlich viel menschliches Leid und Kosten in Milliardenhöhe (im Gesundheitswesen und der Wirtschaft). Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und auch Kinder mit Vorerkrankungen oder Abwehrschwäche sind durch eine Grippe oder die daraus resultierenden Komplikationen gefährdet.


Grippeimpfung jedes Jahr neu erforderlich

Grippe lässt sich nicht mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und Saunagängen vorbeugen! Den einzig wirksamen Schutz gegen die Virusgrippe bietet eine Impfung, die rechtzeitig vor Beginn der Grippesaison durchgeführt werden sollte.

Die Influenza-Viren zeichnen sich durch eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit aus, daher muss der Impfstoff jedes Jahr an die aktuell zirkulierenden Erregertypen angepasst werden. Die Impfung wird jedes Jahr neu einmalig verabreicht.

Zu beachten ist, dass es für die Nord- und Südhalbkugel für die jeweilige Grippesaison unterschiedlich zusammengesetzte Grippeimpfstoffe geben kann.


Verbreitung: Grippevirus gefährdet Risikogruppen weltweit

Die Influenza ist eine weltweit auftretende Infektionskrankheit, die tödliche Folgen haben kann. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut Berlin (STIKO) empfiehlt die Grippe-Impfung u.a. für folgende Personengruppen:

  • Alle Personen über 60 Jahre
  • Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens
  • Bewohnern und Personal von Alten- und Pflegeheimen
  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z.B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln
  • Für Reisende ist eine Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend Exposition und Impfstoffverfügbarkeit sinnvoll.

Übertragung der Grippeviren auf vielen Wegen

Das Influenza-Virus wird beim Husten, Niesen oder mit der Atemluft übertragen aber auch durch kontaminierte Gegenstände (Tröpfcheninfektion). Die Infektionsgefahr ist dort am größten, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, z.B. an Arbeitstätten, in Schulen oder Kaufhäusern. Für Pendler und Reisende besteht das Infektionsrisiko auch in öffentlichen Verkehrsmitteln, Bahnhöfen, Flughäfen oder auf Kreuzfahrt-Schiffen.

Infizierte Personen sind bereits 1 bis 2 Tage vor Auftreten der ersten Krankheitssymptome ansteckend. D.h. man kann sich bei jemandem anstecken, ohne dass man auch nur einen Hinweis darauf hat, dass diese Person bereits infiziert ist. Nach Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen sind die Infizierten üblicherweise weitere 3 bis 5 Tage, bei kleinen Kindern auch bis zu 7 Tagen, ansteckend.


Anzeichen, Symptome und Krankheitsverlauf: Die Grippe beginnt immer plötzlich

Die Influenza-Viren infizieren die Atemwege und schädigen die Schleimhäute. Dadurch werden die Abwehrkräfte geschwächt und das Eindringen anderer Erreger begünstigt, was zu folgenschweren Sekundärinfektionen wie z.B. Lungenentzündungen führen kann. Eine "echte Grippe" ist keine harmlose Erkältung oder ein grippaler Infekt.

Da sich die Influenzaviren sehr schnell im Körper vermehren und ausbreiten, ist die Dauer von der Ansteckung bis zum Krankheitsbeginn (Inkubationszeit) mit 1-3 Tagen sehr kurz. Die Krankheit beginnt dann plötzlich mit starkem Krankheitsgefühl, Schnupfen, Frösteln, Schweißausbrüchen, Kopf- und Gliederschmerzen. Danach setzt hohes Fieber bis 40 °C ein, zugleich tritt ein charakteristischer trockener Husten in den Vordergrund. Häufig klagen Betroffene außerdem über Brennen im Rachen und Schmerzen hinter dem Brustbein. Aufgrund der eher allgemeinen Krankheitsanzeichen kommt es häufig zur Verwechslung mit anderen Atemwegserkrankungen. Charakteristisch allerdings ist der schlagartige Ausbruch der Erkrankung.

Gefährlich ist die Virusgrippe, da sie zahlreiche Komplikationen nach sich ziehen kann. In Folge kann es zu Lungen-Entzündung, Bronchitis, einer Hals- oder Ohren-Entzündung kommen. Das Herz-Kreislauf-System kann durch eine Herzmuskelentzündung mit nachfolgenden Rhythmus-Störungen und Kreislauf-Kollaps Schaden erleiden. Entzündungen des zentralen Nervensystems und bakterielle Infektionen sind möglich.

Besonders gefährdet durch die Influenza und ihre Folge-Erkrankungen sind Patienten mit Atemwegs-Erkrankungen, mit chronischen Herz-, Nieren-, Leber- und Stoffwechsel-Krankheiten sowie alle älteren Menschen über 60 Jahre.


Grippesaison

Bei der Grippesaison ist die geografische Unterscheidung zwischen Nord- und Südhalbkugel der Erde entscheidend. Auf der Nordhalbkugel liegt die Grippesaison im Zeitraum von Dezember bis März/April. In unseren Breiten sind gerade in dieser nasskalten Jahreszeit unsere Schleimhäute durch die Kälte draußen und die trockene Heizungsluft stark gereizt, so dass die körpereigenen Barrieren gegen den Virus oftmals versagen.

Auf der südlichen Erdhalbkugel ist die Influenzasaison in den Monaten Mai bis September. So besteht die Gefahr, sich auf Reisen mit dem Grippevirus zu infizieren, wenn man in unseren Breiten gar nicht mehr an die Influenza denkt.


DE/VAC/0455/15b, Dez15