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Rotavirus: Symptome und Ansteckungsgefahr

Bei Kleinkindern und Säuglingen kann eine Infektion mit Rotaviren zu hohem Flüssigkeits- und Nährstoffverlust führen. Hinzukommen können Fieber und Gewichtsverlust. Bei einer Dehydrierung müssen die Kleinen vom Arzt oder in der Krankenhaus behandelt werden, um den Flüssigkeitsverlust durch Zuführung einer Elekrolytlösung auszugleichen.

Aerztin gibt Baby eine Schluckimpfung

Unter einer Rotavirus-Infektion leidet meist nicht nur das betroffene Kind, sondern die gesamte Familie. Die ständige Sorge wird nicht selten zu einer wahren Belastungsprobe. Bis zu zwanzigmal Windeln wechseln am Tag und verzweifelte Versuche, dem Kind Flüssigkeit zu zuführen, verlangen eine 24-Stunden-Rundum- Betreuung. Dies führt zum einen zu Ausfällen bei der Arbeit, zum anderen zu Erschöpfung und Schlaflosigkeit bei den Eltern. Nicht außer Acht zu lassen ist auch das Risiko der Ansteckung weiterer Familienmitglieder, denn Rotaviren sind hochinfektiös.

Dehydrierung – Symptome richtig deuten bei Rotavirus Erkrankung

Die Darmflora von Säuglingen und kleinen Kindern muss sich erst entwickeln, weshalb es in den ersten Lebensmonaten zu Unregelmäßigkeiten bei der Verdauung kommen kann. Das stellt dann meist keinen Grund zur Sorge dar. Leiden die Kleinen jedoch an starkem Durchfall und Erbrechen, kann eine Dehydrierung die Folge sein.

Um dies zu verhindern und um rechtzeitig einen Arzt aufsuchen zu können, ist es wichtig, die Symptome rechtzeitig zu erkennen. Wenn die Kleinen einen ausgetrockneten Mund vorweisen oder teilnahmslos wirken, sollten die Eltern achtsam werden. Auch eine eingesunkene Fontanelle (Grübchen oberhalb der Stirn) dient als deutliches Warnsignal. Treten beim Weinen keine Tränen aus den leicht eingesunkenen Augen hervor, ist dies ebenfalls ein Zeichen einer beginnenden Austrocknung. Auch blasse und fahle Haut sowie eine trockene Windel sollten Anlass zur Sorge geben. Man sollte schnellstmöglich einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen, damit der Flüssigkeitsverlust durch Zuführung einer Elektrolytlösung ausgeglichen werden kann.

Ansteckungsgefahr bei Rotaviren – Infektionsquellen sind fast überall

Besonders dort, wo viele Kinder zusammenkommen, wie zum Beispiel in Kindergärten oder Krabbelgruppen, gibt es viele Infektionsquellen. Eine direkte Kindzu- Kind Übertragung beim Spielen ist besonders häufig. Auch zu Hause kann es zu einer Ansteckung kommen, denn normales Händewaschen reicht nicht aus: Nach dem Wickeln bleiben die Erreger zum Beispiel häufig auf dem Wickeltisch und den Händen haften. Sie werden dann auf Türklinken, Gegenständen, Tischen etc. verteilt. So stecken sich leicht weitere Familienmitglieder an. Durch die umweltstabilen Eigenschaften der Rotaviren und die einfache Virusübertragung verbreitet sich die Erkrankung schnell.

Die kalte Jahreszeit ist die Hochsaison für das Rotavirus

Während der kalten Jahreszeit steigt das Risiko sich mit Krankheiten zu infizieren, denn viele Menschen halten sich vermehrt in geschlossenen Räumen auf engem Raum auf. Doch nicht nur Grippeviren werden von Mensch zu Mensch weitergegeben. Unter Säuglingen und Kleinkindern spielen gerade Rotaviren bzw. schwere Rotavirus-Erkrankungen eine bedeutende Rolle.

Rotaviren werden fäkal-oral durch Schmierinfektionen übertragen. Dabei können die Viren im direkten Kontakt beim Spielen oder auch über kontaminierte Gegenstände wie Spielzeug oder Sauger übertragen werden. Da die Viren lange Zeit auf Gegenständen überleben können, besteht eine hohe Ansteckungsgefahr, ob in Krippe, KiTa oder Krabbelgruppe oder innerhalb der Familie.

Was im Körper bei einer Rotavirus-Infektion passiert

Rotaviren haben unter dem Elektronen-Mikroskop eine Rad-ähnliche Struktur (lat. rota = Rad). Die Viren werden durch Schmierinfektion übertragen und gelangen über die Speiseröhre in den Magen-Darm-Trakt. Im Darm heften sie sich an die Dünndarmzotten und dringen in die obere Zellschicht ein. Sie vermehren sich dort, indem sie die Mechanismen der Darmzellen nutzen.

Die Folge ist eine schwere Entzündung der Darmschleimhaut und das Absterben der Darmzotten. Der Körper reagiert mit Durchfall und Erbrechen. Er kann keine Flüssigkeit und Elektrolyte mehr aufnehmen. Dadurch kann es zu einer problematischen Austrocknung des kleinen Körpers kommen.

Schutz vor dem Rotavirus durch Impfung

Im Falle von Rotavirus-Infektionen, die die häufigste Ursache von Brechdurchfallerkrankungen bei Säuglingen und kleinen Kindern darstellen, kann mit einer unkomplizierten Schluckimpfung einem solch schweren Verlauf vorgebeugt werden. Die Rotavirus-Impfung wird offiziell von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Säuglinge ab einem Alter von sechs Wochen empfohlen. Diese wird in zwei oder drei Dosen – je nach verwendetem Impfstoff – einfach in den Mund geträufelt. Wichtig ist, dass die Impfserie möglichst früh (ab der vollendeten sechsten Lebenswoche) begonnen und rechtzeitig bis zur 24. bzw. 32. Lebenswoche abgeschlossen wird.

Die unkomplizierte Schluckimpfung kann einen Krankenhausaufenthalt vermeiden helfen. Nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) wurden zum Beispiel im Jahr 2015 53 % aller Personen mit einer Rotaviruserkrankung ins Krankenhaus aufgenommen.