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Umfragen bestätigen: Mehrzahl der deutschen Ärzte bevorzugen tetravalenten Grippe-Impfstoff

Eine von GSK initiierte Umfrage unter deutschen Ärzten hat ergeben: 95 % aller befragten Ärzte sprechen sich für eine tetravalente Grippe-Impfung als Standard aus (Abb. 1). 86 % der Befragten würden viervalente Grippe-Impfstoffe als Standard für GKV-Patienten einsetzen, wenn die Erstattung gewährleistet wäre, weitere 9 % machen dies unabhängig von der Erstattungsfähigkeit. Im Rahmen der Umfrage des Marktforschungsinstituts Interrogare wurden 100 Allgemeinärzte, Praktiker und Internisten mittels Online-Interviews befragt (Zeitraum vom 26.1.2016 bis 5.2.2016).

Die neuen tetravalenten Impfstoffe mit vier statt drei Impfstämmen richten sich zusätzlich gegen die zweite B-Linie und erreichen damit eine breitere Abdeckung. Denn jährliche saisonale Grippewellen werden in der Regel durch vier Grippevirus-Subtypen ausgelöst: zwei unterschiedliche A-Subtypen (H1N1 und H3N2) sowie zwei unterschiedliche B-Linien (B/Victoria und B/Yamagata). Trivalente Grippe-Impfstoffe, die in Deutschland für GKV-Versicherte zur Verfügung stehen, richten sich aber nur gegen eine der beiden möglichen B-Linien.

Drei von vier Ärzten sehen Vorteil im tetravalenten Grippe-Impfstoff

Die Umfrage ergab außerdem, dass drei von vier befragten Ärzten einen Vorteil im tetravalenten Grippe-Impfstoff sehen (Abb. 2), viele haben den Impfstoff bei Erwachsenen auch schon eingesetzt (63 %). Die Ergebnisse wurden auch durch eine Online-Umfrage auf den Ärzte-Netzwerken esanum und coliquio bestätigt. Hier zeigte sich bei 131 (esanum) und 63 (coliquio) befragten Ärzten, dass 87 % bzw. 90 % im Falle einer Erstattungsfähigkeit tetravalent impfen würden und 79 % bzw. 58 % einen tetravalenten Impfstoff bei Erwachsenen schon eingesetzt haben.

Kein breiter Zugang zu Innovationen in Deutschland

In Deutschland ist ein innovativer viervalenter Grippe-Impfstoff allerdings aufgrund der Erstattungsmodelle der gesetzlichen Krankenkassen nicht breit zugänglich, sondern kommt nur Privat-Versicherten und Selbstzahlern zu Gute. Auch immer mehr Unternehmen entscheiden sich für einen breiteren Schutz für ihre Mitarbeiter und verwenden den Impfstoff bei der betriebsmedizinischen Grippe-Impfung.

Vierfach-Impfstoff „Made in Germany“

Im Werk von GSK Biologicals in Dresden wird bereits seit 2013 der tetravalente Grippe-Impfstoff hergestellt – mittlerweile fast ausschließlich. Ein Großteil davon wird ins Ausland verkauft, so beispielsweise in die USA, nach Brasilien, Südkorea, Belgien und Italien. In Amerika bieten mittlerweile vier Impfstoff-Hersteller einen tetravalenten Impfstoff an.

B-Stamm-Mismatch in Australien – auch in Deutschland?

In Australien hatte es in der aktuell zurückliegenden Grippe-Saison (Höhepunkt im August und September 2015) einen so genannten „mismatch“ gegeben, eine Nichtübereinstimmung zwischen Impfstoff und tatsächlich zirkulierenden Viren: 23 % der Influenza-Infektionen wurden durch die B/Victoria-Linie ausgelöst (Abb. 3)1, die nicht in dem trivalenten Standard-Impfstoff enthalten ist, der auch in Deutschland für GKV-Versicherte zum Einsatz kommt. Die australische Gesundheitsbehörde stellte daraufhin ihre Influenza-Impfstrategie auf viervalent um.2,3 Insgesamt waren mehr als die Hälfte der Grippe-Infektionen in Australien Influenza-B-Infektionen (62 %).
In Deutschland macht die B/Victoria-Linie derzeit 35 % aller Influenza-Infekte aus (Abb. 4), nur 3 % ist Influenza B/Yamagata, die im trivalenten Impfstoff enthaltene B-Linie.4

 

Quellen:
1. Australian Influenza Surveillance Report No. 10, 2015
2. http://www.immunise.health.gov.au/internet/immunise/publishing.nsf/Content/immunise-influenza (aufgerufen am 8.3.2016)
3. http://www.bbc.com/news/health-34746569 (aufgerufen am 8.3.2016)
4. Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch Institut, Wochenbericht 08/2016 (Datenstand 1.3.2016); https://influenza.rki.de/ (aufgerufen am 8.3.2016)

 

Abb. 1: Würden Sie viervalente Grippe-Impfstoffe als Standard für GKV-Patienten einsetzen?

 

 

 

 

 

 

Abb. 2: Haben Ihrer Meinung nach Grippe-Impfstoffe mit vier Virusstämmen einen Vorteil für Patienten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 3: Influenzavirustypen in Australien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 4: Influenzavirustypen in Deutschland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


DE/QIV1/0002/16a, Mär16


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