Menu

Wo ist eigentlich mein Impfpass?

Der Impfpass fristet meist ein vernachlässigtes Dasein. Dabei konserviert er einen Teil der eigenen Geschichte von der frühesten Kindheit bis ins hohe Alter. Man kann in dem leuchtend gelben Heftchen Stempel „sammeln“, wie in seinem roten Verwandten, dem Reisepass. Doch mit Ersterem verbindet man tendenziell eher ein schlechtes Gewissen à la „ich müsste vielleicht XY mal wieder auffrischen lassen. Aber erst nach dem Urlaub – wo ist eigentlich mein Reisepass?!“, mit Letzterem verbindet man angenehme Unternehmungen wie Urlaub, Freizeit und abenteuerliche Reisen.

In der Verhaltenstherapie ist es ein übliches Verfahren, sich Dingen, die man vermeidet oder vor denen man sich ängstigt, gezielt auszusetzen, um sie zu überwinden: Arachnophobiker, also Menschen mit Angst vor Spinnen, stellen sich ihrer Abneigung, in dem sie haarige Vogelspinnen auf der Hand umherkrabbeln lassen.

Man nennt das Konfrontationstherapie. Und diese empfehlen wir Ihnen im Zusammenhang mit Ihrem Impfpass:

Level 1: Wo ist eigentlich Ihr Impfpass?

Wenn Sie das sofort beantworten können, dürfen Sie umgehend ins Level 2 vorrücken, indem Sie prüfen, ob der Impfschutz noch aktuell ist.

Wenn Sie nun einige Zeit mit Nachdenken oder Suchen verbringen mussten, steht vor der Kontrolle des Inhalts die Überlegung, wo der Impfpass zukünftig sinnvollerweise griffbereit aufbewahrt werden könnte. Hierzu einige Anregungen:

  • Sie verbinden Impfungen vor allem mit dem Schutz vor Reisekrankheiten? Dann könnte der Impfpass in der Schublade mit den Reiseutensilien, Kofferbändern, Adaptersteckern und Geldresten in anderen Währungen ein dauerhaftes Zuhause finden.
  • Sie verbinden Impfungen mit Pieksen, krank sein und Medizin? Dann ist ein fester Ort im Medizinschrank zur Aufbewahrung des Impfpasses denkbar.
  • Sie sehen im Impfpass vor allem ein offizielles Dokument? Dann passt der Impfpass gut in den Ordner mit anderen wichtigen Dokumenten, wie dem Reisepass, der Geburtsurkunde, dem Bonusheft der Krankenkasse und/oder den Unterlagen zur Krankenversicherung.

Ganz egal, wo für Sie (und Ihre Familie) der richtige Platz ist, um den Impfpass aufzubewahren, es ist hilfreich, im Notfall nicht lange suchen zu müssen. Auf diese Weise können unnötige Impfungen vermieden und nötige Impfungen rechtzeitig verabreicht werden.

Level 2: Sind Sie auf einem aktuellen Stand?

Da Sie nun wahrscheinlich gerade wissen, wo sich Ihr Impfpass befindet, sollten wir noch schnell prüfen, ob bei Ihnen alles im grünen Bereich ist. Für Erwachsene gilt:

  • Alle 10 Jahre auffrischen: Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Alle 3 bis 5 Jahre auffrischen: FSME (falls vorhanden)
  • Masern: Alle Kinder vom 1. bis zum 18. Geburtstag sollten 2 x geimpft sein und alle nach 1970 geborenen Personen > 18 Jahre mit unklaren Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit sollten einmalig geimpft werden.
  • Ab einem Alter von 60 Jahren: Jährliche Grippeimpfung (Influenza) und einmalig Pneumokokken.

Die Impfempfehlungen für Kinder vom Säuglings- bis zum Erwachsenenalter entnehmen Sie bitte dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) unter https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Aktuelles/Impfkalender.pdf?__blob=publicationFile.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Ihnen bei Fragen zu Impfungen kompetent weiterhelfen. Vielleicht tragen Sie die Termine für die Auffrischimpfungen schon jetzt in Ihren Online-Kalender für 2019, 2020, 2021… ein!

 


DE/VAC/0472/15s(1), Mai18


Verwandte Themen

featuredThemaTitle

Impfpass selbst kontrollieren – der „Selbst-Check“ hilft dabei

Einen Impfpass zu lesen erscheint kompliziert, mit Hilfe des vom Robert-Koch Institut entwickelten „Selbst-Check“ ist es jedoch ganz einfach sich einen Überblick darüber zu verschaffen, ob und wenn ja welche Impfungen nachgeholt bzw. ergänzt werden müssen.

  weiterlesen

DE/VAC/0472/15d, Okt17

featuredThemaTitle

Grippeimpfung: wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die jährliche Grippeschutzimpfung sollte ab September bis in den Januar hinein verabreicht werden. Der Impfschutz ist bereits 7 bis 14 Tage nach der Impfung voll ausgeprägt.

  weiterlesen
featuredThemaTitle

Welche Impfungen zahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Nicht jede Impfung wird von der Krankenkasse bezahlt. Aber warum ist das so? Wie können Sie als Versicherte/r erfahren, welche Schutzimpfungen übernommen werden und welche nicht? Wir klären auf!

  weiterlesen

DE/VAC/0472/15j, Dez17